Psychoplankton

“Bist du Plankton oder Nekton?”
“Pffff! Keine Ahnung. Was heißt’n das? Plankton. Hört sich besser an.”

Zum dritten oder vierten mal in Den Haag und die Innenstadt immer noch nicht verstanden. Aber irgendwie kommt man doch immer wieder da an, wo man hin will, also scheint es in Ordnung zu sein.

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Frankfog

Neblig heute. Aber so richtig interessant ist das auch nicht. Ich hör jetzt einfach nicht mehr auf zu labern.

Demnächst werde ich das erste mal wählen. Aber gleich mit solch abschreckenden Kandidaten zu tun zu haben. Das hätte es ja auch nicht sein müssen. Und in einer Stadt zu leben, deren Bürgermeister Boris Rhein sein könnte ist irgendwie doof. Boris Rhein ist bestimmt mit mir gemeinsam in Gönnern eingeschult worden. Das denke ich mir aber nur aus. Dann sind seine Eltern und er nach Nanzenbach oder so gezogen und er hat sein Abitur in Dillenburg gemacht. Das Gymnasium in Dillenburg galt immer als besonders streng. Streng heißt immer, der Schwerpunkt liegt auf den naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern. Und wahrscheinlich hat er alles richtig gemacht. Klar, die Karriere geht nach oben, bald schon ist Dillenburg zu klein, die können ja nicht mal Hochdeutsch. Ab nach Frutzfurt!
Gut, alles nur ausgedacht. Stimmt ja überhaupt nicht, der war nicht auf unserer Schule und Dillenburg ist auch nur so eine Erfindung. Aber trotzdem sieht es komisch aus, wie er auf dem Wahlplakat den Kopf des Kindes küsst.

Und so kam es, dass es sich, bei seiner ersten demokratischen Wahl, nicht um die Qual der Wahl handelte sondern eher um die Wahl der Qual. Auch neblig auf eine Weise.

 

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schnabeltassen

Montag, 5. März, 19.30 Uhr, Literaturhaus Frankfurt, Vorstellung der Buchausgabe von “Geisterbahn”. Moderation: Annette Reschke.

Jan Seghers’ Geisterbahn, heute offizieller Erscheinungstermin. Kaufen!

Und plötzlich so weit weg vom Bloggen. Wenn ich das Wort schon lese! Fehlen die Themen. Bisschen stöbern in den alten Einträgen. Puh! Aber, “Schummelbeine” ist immer noch eine nette Überschrift.

Das Wetter. Es geht mal hoch, mal runter. Heute grau, morgen blau, übermorgen kalt und danach feucht, süffig. Und dazwischen, was anderes. War in England in Berlin, hab nix gesehen. Nächste Woche in Den Haag, will auch da nix sehen. Nur das Wetter.

Und Komaläufer nimmt mal weiter auf. Verletzungen und Krankheiten halten auf, aber wir nehmen weiter auf. Kann man nix machen: den Kommunismus in vollem Lauf hält auch der kleinste Virus und der größte Quatsch nicht auf. Ein paar Wochen jeden Tag aufnehmen? Das wäre ja was! Ach ja? Was denn? Viel zu konkret, wahrscheinlich auch aufwändig! Lieber mal so, mal so. Marcel Marceau. Zu viel Commitment ist auch nicht gut für den Outpuutputputput.


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Planwirtschaft

Erstmal einen Plan machen. Aufnehmen, mal wieder, diesmal aber wirklicher und richtiger – den Plan umsetzen.

Das ist immer das Ding mit solchen Plänen…

Grüße aus den Komastudios!

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Standrad

Das wichtigste heute Morgen: Der Name der Dose.
Ein äußerst praktisches Ding, mit interessantem Schließmechanismus.
Klick-Klack Dose ist der Name und ich bin beruhigt. Perfekt für Krimskrams.
Tja, so ist das. Begraben unter Nichtigkeiten.

Schönes Buch, Bicycle Diaries von David Byrne. Interessanter Typ.  Empfehlenswert. Vielleicht ein bisschen harmlos. Finde ich eher unwichtig. Ich finde es okay.

Jetzt erst mal Disziplin, aber vielleicht passt die bald mal in so eine Klick-Klack Dose.
Es gibt wichtigeres.

Mehr lesen, hören, sehen. Andere Sichten, andere Wörter, andere Geräusche, andere Rhythmen, andere Farben, andere Formen.

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Holzhafen

Wechselgedanken. Papiere. Absagen. Gespräche. Fragen. Schweigen.
Ihre Anteilnahme ist äußerst rührend, ihre Sorge sehr ansprechend, ich verstehe auch das Bestreben eine Überreaktion zu verhindern, aber glauben Sie mir, nichts liegt mir ferner. Es spielt keine Rolle mehr, ob wir die zwei, drei Dinge klarstellen. Ich wäre froh, würden wir einfach ungerührt weitermachen. Das war jetzt ziemlich viel Staub, finden Sie nicht auch? Wir werden später sehen, wie sich das Ganze auswirkt. Damit habe ich Erfahrung, erstmal müssen die Schwellungen abklingen. Gegen guten Rat bin ich in solchen Fällen meist immun, aber ich bin ganz Ohr, lassen Sie mal hören.

Geisterbahn von 6.1. lesen, ungläubig den Kopf schütteln. Simons Begründung lesen. Ja! Nein! Weißt nicht. Wahrscheinlich. Jörgs Beobachtung, dass da nur Rollen eingenommen werden. Verflucht!

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asozialismus

Neulich im Bunker! (Link anklicken oder runter scrollen)

Sitzt ‘n Fisch auf’m Baum, fliegt ein Hund vorbei. Sagt der Fisch: “Sachen gibt’s!”

 

 

 

Kann man sich mal anhören, diese Bunkersession.

 

 

 

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duschvorgang

A661. Kein richtig gutes Zeichen. Stau. Dann ein Polizeiauto, ein Kleintransporter und eine ausgebeulte Decke, aus der ein schwarzer Herrenschuh rausschaut. “Oh, Mist!”, sagt Flo. Und das denke ich auch.

Tage vergehen und kein Komalauf. Ich denke, ich sollte mal wieder schreiben, aber dann fehlt auch die Zeit, manchmal. Ab und zu mal was in Twitter eingestellt. Aber man landet bei Twitter eigentlich immer wieder bei einer Verknappung, die das Kryptische befeuert. Wenn man sich sowieso im Verdacht hat zu kryptisch zu sein, ist das nicht gerade ein Weg sich das abzugewöhnen. Und dann realisiert man, worüber man sich da gerade Gedanken macht und man fragt sich, ob man noch alle Tassen im Schrank hat.

Daniel Kahn ist klasse und Niels Frevert auch. Und manchmal denke ich, sie könnten gar nicht weiter voneinander entfernt sein, mit ihren Texten.

Es wird langsam kalt, was auch angemessen ist für einen Winter!

Und das alles sind Aussagen. Es sind auch immer ordnende Aussagen. Als würde, nur weil man es aufschreibt, irgendwas klarer werden. Aber es wird nicht klarer, es wird nur aufgeschrieben. Klar ist es entweder die ganze Zeit oder nie.

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Der Arsch hält sich wacker

 „Ich hab Hass auf die Banken und manchmal Angst im Dunkeln“ (Niels Frevert)

Es ist ein eher diffuses Gefühl, das sich derzeit vielerorts artikuliert. Vielleicht auch ein bisschen irrational, so wie man eigentlich ja weiß, dass einen im Dunkeln in der Regel nichts böses erwartet.

Was genau die Forderungen seien, wie genau es „besser“ wäre, diese Fragen müssen erst noch geklärt werden. Trotz aller Vorbehalte – gegen den Anspruch man könne „die 99%“ repräsentieren, gegen den Vorwurf des unmoralischen Handelns des einen Prozents bzw. der „Bankster“, gegen die Hoffnung man könne den Staat plötzlich dazu bewegen in „unserem“ Interesse zu handeln, anstatt seine gesellschaftliche Funktion zu erfüllen – lohnt es sich, wenn Menschen darüber nachdenken, wie sie die „ihre“ Gesellschaft einrichten wollen, und dies im kleinen auch tun. Dass Basisdemokratie langwierig und anstrengend ist, erst recht im grauen November unter freiem Himmel, ist bekannt. Um so mehr zeigt sich, dass es vielen offensichtlich stinkt, auch wenn es bis jetzt nur ein diffuses Gefühl sein mag und das Wohin noch geklärt werden muss.

Zumindest die Musik für jene bessere Zeit steht Gitarren bei Fuß bereit. Wie diese bessere Zeit dann aussieht, wird sich zeigen, oder auch nicht. Bis dahin bleibt zumindest, die graue Zeit den Möglichkeiten entsprechend zu gestalten, im Kleinen vielleicht schon einmal auszuprobieren, wovon keiner sagen kann ob es die Gelegenheit zur Probe aufs Exempel im Großen geben wird, oder wie dieses Probe dann aussieht – und sei es nur „auf dem Wasser [zu] liegen und friedlich in den Himmel [zu] schauen”.

Bis dahin gebührt mein Dank Matthias, Atilla und Adrian für den schönen Abend, den sie uns letzten Freitag gemacht haben.

 

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schaltkrise

Eine einsame Haltestelle in Salfords. Morgens steigen ein Dutzend Leute aus, klettern über die Brücke, schleichen am alten, zugewucherten “Monotype Works” Schild vorbei auf den schlammigen Schleichweg. Ein Paar kürzen über einen Bolzplatz ab, zwängen sich am anderen Ende durch eine schmale Öffnung im Zaun. Niemand redet, jeder geht auf ein anderes Bürogebäude zu. Im Büro, angenehme Ruhe. Nur ab und zu ein englischsprachiges Gemurmel. Wie eintönig dagegen der amerikanische Akzent klingt. Nach einer Weile finden die deutschen Kollegen die Nummer von dem Telefon heraus das auf dem Tisch steht, an dem ich sitze. Die Briten machen sich lustig als es wieder und wieder klingelt. Man versteht und bewundert ihren Humor, aber nicht, warum es zwei Wasserhähne für kalt und heiß gibt.

 

Abends zurück ins Hotel nach Croydon – bisschen was arbeiten, bisschen was essen, bisschen üben. Müde. Früh ins Bett.

Wieder zurück. Die Pläne laufen aus dem Ruder und trotz der Tatsache, dass ich Urlaub habe, erwartet man, dass ich meine Emails lese und ruft mich an. “Aber jetzt genieße du mal deinen Urlaub.” “Klar, mach ich!” Ich brauche jetzt eine Überweisung, also gehe ich zu Dr. H., meinen Hausarzt. Das letzte Mal als ich krank war konnte er mich nicht behandeln, weil seine Praxis auf Grund von Krankheit geschlossen war. Ich stehe also vor der Praxis, klingele. Ein Mal, zwei Mal, Schritt zurück, in die Fenster schauen, nichts zu sehen, die Öffnungszeiten auf dem Schild am Haus zeigen aber an, dass die Praxis geöffnet sein sollte. Ich will gehen, da hält ein Auto vor mir und die Fahrerin ruft: “Entschuldigung!” durch das geöffnete Beifahrerfenster. “Ja, bitte”, sage ich und beuge mich runter, damit ich sie sehen kann. Eine mittelalte Frau mit freundlichem Gesicht und großen Zähnen lächelt mich an. Auf dem Rücksitz zwei kleine Kinder in ihren Kindersitzen. “Die Praxis ist geschlossen.” lächelt sie, “Mein Mann ist verstorben.” Ich habe Mühe zu folgen, frage mich, sind das ihre, also auch seine Kinder? Dafür ist sie aber zu alt. Dann war es wohl eine üble Krankheit, weshalb er vor fast zwei Jahren nicht konnte. Und warum ist das Auto lila? Dann stammelt es aus mir raus: “Ou! Das tut mir sehr leid.” “Machen Sie sich keine Sorgen”, sagt sie, “es ist alles okay.” und fährt weiter. Ich hätte ihr gern gesagt, dass ich ihrem Mann immer gern begegnet bin und mich sehr gut behandelt gefühlt habe. Aber womöglich hatte sie nicht gerade große Lust von einem Fremden zu hören wie ihr Mann so war. Was weiß ich schon?!

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