Becquerel

Wär doch mal eine Maxime für Unternehmen: Nicht nur danach handeln was einem nutzt, sondern danach was sich gehört. Aber wenn man behauptet so überhaupt gar nicht wahrhaben zu wollen was da draußen, außerhalb der eigenen vier Wände, vor sich geht und außen und innen alles davon unabhängig macht, sozusagen entpolitisiert, dann kann man eben tun und lassen was man will und das eigene Handeln nur nach dem eigenen Nutzen ausrichten. Und dabei auch noch behaupten man könne jetzt überhaupt nicht nachvollziehen wieso man auf irgendeinen moralischen Quatsch Rücksicht nehmen sollte. Das habe doch miteinander nix zu tun! Und das ist vielleicht die größte Leistung dieses Apparats, dass man es geschafft hat, die Gesellschaft dies glauben zu machen.
Es ist ein asoziales Verhalten, das da gerechtfertigt wird. Die Frage ist aber: darf man sich so asozial verhalten? Oder ist es nicht vielleicht sogar richtig, die Dinge zu trennen und gesondert zu betrachten? Eigentlich doch nur, wenn man versucht das System zu Begreifen, seine Funktion zu verstehen. Mal ehrlich, das ist doch schon seit hundertfuffzich Jahren abgehakt! Ist doch alles durchschaut worden und festgestellt worden, wie es ist. Und mit der Erkenntnis ist die Rolle dieser Beobachter-Position doch aufgehoben. Seit dem dreht es sich doch immer nur darum wie es auf die Welt eindrischt und sie ausbeutet und in welchen Formen. Interessanterweise, macht man sich dabei die Erkenntnisse über dieses „System“ zu Nutze. Heute, blinder als vor sagen wir mal 90 Jahren, wird felsenfest behauptet, dass der Depp am Schreibtisch (also WIR) doch nur seinen Job macht. Und derjenige der auf der Leiter weiter oben steht auch nur ein Sklave seines eigenen Erfolgs ist und nicht anders kann, als im Sinne der Unternehmung zu handeln, sonst wird er ABGESÄGT. Also geht er her und tut schweren Herzens und gut bezahlt, was er tun muss. Sonst, ist doch klar, tut es ein anderer. Dafür wird er dann gesellschaftlich, obwohl es für die Gesellschaft null Bedeutung hat, außer, dass sie die Folgen zu tragen hat, bewundert als Macher oder knallharter Hund oder Superarschloch. Und die Gesellschaft, unsichtbares Wesen, das auch schon seit etwa 200-300 Jahren einen Namen hat, hechelt also jemanden an, der ihr ins Gesicht spuckt. Aber warum? Und das ist doch der Witz, weil es sich so gehört.

Ist so rausgerutscht.

Mit sich selber und den anderen und sich selber und den anderen sich selber überlassen.

Was ist eigentlich los? So Mitteilungsbedürftig war ich sein hundert Jahren nicht mehr. Aber echt, auf allen Kanälen!

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