Monats-Archive: September 2010
kokker

“Was war denn los?”
“Nichts.”
“Warum so eine lange Pause?”
“War leer.”
“Ach so.”
Tagsüber spür ich nichts. Morgens wenn ich wach werde komm ich kaum aus dem Bett. Aber danach geht es, ist es kaum zu spüren. Kein gutes Gefühl, so angeschlagen zu sein und kein Fahrrad fahren zu können. Aber laufen geht. Laufen geht!
Im Juli in Lindau auf der Insel, Teilnahme an einem Seminar. ‘Teams erfolgreich führen’”.
“Wie sind sie hier!”
“Man hat mir dieses Seminar empfohlen, ich hätte aber besseres zu tun.”
“Sie sind skeptisch.”
“Ja, das kann man wohl sagen.”
Lindau. Kleiner Touristenpuff. Reiche Leute. Handy wechselt alle paar Meter den ‘Provider‘. Deutsch, österreichisch, schweizerische Anbieter biedern sich an, weil Lindau genau in der Ecke liegt, in der die drei Länder aneinander grenzen. ‘Willkommen!’
Ich hab nichts zu sagen, finde kaum Schlaf. Der Rücken schmerzt, und draußen auf dem Bahnhofsvorplatz schreien sich die Teenager die ganze Nacht lang an, brettern mit ihren Mofas über den Platz und sitzen an den Tischen der Eisdiele direkt unter meinem Fenster, um ihre Probleme zu bereden oder, um einfach nur Angeberquatsch zu reden.
Am Ende ist das Seminar viel besser als erwartet und überlässt mich euphorisiert meinem Leben. Ich finde einen Weg nach Konstanz und treffe Pit. Vor fünfzehn Jahren haben wir zusammen Abitur gemacht. Pit nahm mich manchmal in seinem alten Fiat 500 Cabrio mit. Das war das kleinste Auto der Welt, kaum größer als eine Streichholzschachtel. Höchstgeschwindigkeit 100 km/h, wenn du Glück hattest. Das Ding hatte nicht mal Türen. Man musste über den Rand springen, der vielleicht kniehoch war. Vielleicht hatte das Ding aber doch Türen. Falls das so war, haben wir sie jedenfalls nie benutzt. So tief wollte sich keiner runterbeugen. Wir fanden es irrsinnig lustig, mit dem Wagen in der Schule vorzufahren und die Coolen zu markieren. Jetzt hat er mich mit einem Lancia oder so am Hafen von Konstanz abgeholt. Das hat völlig gereicht.
Rudolf Koch:
Lebe mit deinem Jahrhundert
aber sei nicht sein Geschöpf
Leiste deinen Zeitgenossen
aber was sie bedürfen
nicht was sie loben.
Jimi Hendrix ist letzten Samstag vor 40 Jahren gestorben, Herr Seghers.
kamelkamellen und lamalamellen
Deutschland, da suppt was aus dir raus, und es ist weder schön noch besonders intelligent.
“Hugo, ich will deine Nase haben, haben, haben!”
“Die kamannich haben.”
“Warum denn nicht?”
“Is’ fest!”



