risikointernat

Bei Apple in der Freßgass-nee-Große-Bockenheimer-Straße. Schöner Raum, klare Aufteilung, alle Angestellten haben die gleichen T-Shirts an, ein iPhone oder iPod oder iArbeitsgerät in der Hand und duzen mich. Ich soll mich setzen und warten, man wird mich aufrufen. Mein Name erscheint auf einem Bildschirm, ich will los, aber der Concierge hält mich zurück. „Entweder, du wirst aufgerufen“, sagt er, „oder ich bringe dich persönlich an die Genius Bar.“ Er lächelt milde und vielleicht auch ein bisschen mitleidig. Dann ruft jemand meinen Namen. Ich übergebe den Rechner. Das Genie an der „Genius Bar“ weiß bereits alles: meine Adresse, meine Telefonnummer, meine Blutgruppe und, dass ich vier mal Viagra bei unterschiedlichen, halbseidenen Internetanbietern bestellt habe. Vier mal bezahlt und nie eine Lieferung erhalten. Außerdem alles aus Versehen. „Jaja…“, sagt er. „Dein Rechner, Atilla, ist in 7 Tagen fertig. Die Reparatur kostet nichts, denn Nvidia hat Apple einen Kackchip zur Verfügung gestellt, bei dem absehbar war, dass er innerhalb von drei Jahren kaputt gehen würde.“, sagt er. „Super!“, sag ich. So ein friedlicher Faschismus. Ich will noch rasch zum Karstadt einen billigen Fön kaufen, im Kaufhof, sind sie mir zu teuer. Aber die Zeil ist zum kotzen voll. Was ist denn das, denke ich. Ah, isländische Flugabwehr, die funktioniert super, jetzt hängen alle in Frankfurt fest. Ist doch spitze. Karstadt und Kaufhof sollten den Fluggesellschaften helfen oder besser noch, „my Zeil“ und „iApple“ in der Freßgass und nicht schon wieder der arme Staat. Ach was, ich geh lieber doch nicht zu Karstadt und laufe hoch zum Eschenheimer Tor. Aufm Oeder Weg gibt es keinen Fön. Nicht um die Uhrzeit und nicht so schlimm. „Jaja“, denke ich, „wieder was gelernt.“ Tataaa! Da ist eine Eisdiele!

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