quasare und dioden

In Mainz werden gerade Werke von David Shrigley ausgestellt. Shrigley ist lustig. Christoph, Hugo und ich fahren hin. Es ist ein Herbsttag oder ein diesiger Spätsommertag. Hugo findet den on/off Film am besten. Minutenlang stehen wir davor. Er zeigt immer wieder auf die Leinwand und dann auf die fahlen Leuchstoffröhren, die von der Decke hängen.
Hier ist der der FILM von Shrigley zu sehen.

Und den Gitarrenfilm schau ich mir an. „It Might Get Loud“. Wer eine schöne Dokumentation sehen will, sollte sich den Minigolf Film von Gregor Maria Schubert anschauen. Wer sich für die drei Typen Jimmy Page, The Edge und Jack White interessiert, kann sich It Might Get Loud ruhig anschauen.
Toll vor allem Jimmy Page, neugierig und aufgeschlossen. Wollte wissen, wie der Klang des anderen zustande kommt. Lustig, dass sich seine Haltung beim spielen überhaupt nicht verändert hat. Er trägt die Gitarre noch immer sehr tief und wiegt sich vor und zurück.

Am 12ten hat Team Korap im Vorprogramm von Racoon gespielt. Das war interessant.

Und dann frage ich S., ob das schon immer so war, dass so viele Machotypen rumlaufen. Das war doch mal anders, sage ich. Es gab doch mal eine Zeit in der Mitte der Neunziger, da gab es viel mehr Schluffis.
Hmm, antwortet S.
Aber ich rede weiter, ich habe sowieso das Gefühl, dass sie uns in den letzten Zehn Jahren ganz schön verbogen, angepasst und zurechtgestutzt haben. Solange wir uns schön wie die Affen gegenseitig die Muckis zeigen und uns in unserer Männlichkeit gefallen, kommen wir nicht auf dumme Gedanken. Schön darauf dressiert, unsere Energie, Kreativität für das platte Wirtschaften herzugeben. Aber welche Kreativität eigentlich? Auf die Verkaufszahlen der letzten Jahre zu schauen und dann zu entscheiden: wir machen einfach weiterhin nur dass, was uns Geld bringt?
Jetzt biste aber ganz schön weit abgedriftet, meint S..
Ja, vielleicht. Was ich sagen will ist, dass Leute gibt in deren Interesse es liegt, dass alle hohl sind.
Hm, sagt S., was ich meine ist, dass es schon immer diese Sorte Männer gab.
Ich muss kurz nachdenken. Was habe ich gerade gesagt?

Beim tapferen Opa Lamme in Braunschweig. Es gibt Kuchen. Die Fichte habe er selbst gepflanzt. Wollte die Oma so. Die Holunderbüsche seien wild gewachsen. Einer links von der Fichte, einer rechts. Oder anders herum, wenn man auf der anderen Seite steht. Mehrere Gießkannen stehen um Omas Strandkorb, der auf der Terrasse steht. Damit die Katze aus der Nachbarschaft, ihn nicht weiter zerkratzt. Es habe ihr so gut im Urlaub auf Sylt gefallen in den Strandkörben zu sitzen, dass sie ihn beauftragte einen Korb für zu Hause zu besorgen. Die Oma habe immer auch ein paar Gummibärchen in einer kleinen Box auf ihrem Nachttischchen gehabt. Sie wurde Nachts wach und hatte dann einen trockenen Mund. Die Enkelin hat es irgendwann entdeckt und ist während ihrer Besuche immer wieder heimlich ins Schlafzimmer gerannt, um ein paar Gummibärchen zu naschen. Noch heute füllt er den kleinen Behälter mit Gummibärchen auf und stellt ihn auf das Nachttischchen, wenn seine Enkelin zu Besuch kommt. Früher mal war er in der Türkei und auf Teneriffa. Eine ganz tolle Insel sei das, aus Vulkangestein. Heute will er nicht mehr vereisen, nicht mal nach Frankfurt hat er Lust. Ich will nicht mehr, sagt er und lächelt Hugo traurig an. Hugo aber fasst ihm ungeniert ins alte Gesicht. Worauf er lachen muss.

In Ahrensburg, bei G. und C. und L. und E. und Sch.. Alles ist am besten bei denen. Drei glückliche Bromkos fahren am Sonntag zurück.

Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.