Tages-Archive: August 25, 2009
quetschkommode
Die Strat ist da und klingt so wie sie soll. Ganz eingenommen bin ich von dem Klang. Der hat wirklich gefehlt. Das “aged”-Aussehen ist ein bisschen peinlich, auch wenn sie trotzdem sehr schön ist. Eierschalweiß. (Was ich nicht weiß, ist mir gelb.)
In den letzten Wochen bin ich auf Miles Davis’ Bitches Brew hängen geblieben. Musikforschung. Diese Platte ist in etwa so, als würde man einem philosophischen Dialog horchen. Eitelkeiten gehen den Musikern komplett ab. Kein aufplustern der einzelnen Instrumente, alles ist ein Ausprobieren und Beitragen. Sehr konstruktiv. In einer solchen Dichte habe ich das noch nie gehört. Und eine Lehre, die man gar nicht oft genug ziehen kann. Man kann sich fast jeden Quatsch erlauben, wenn Tempo und Groove oder Beat stimmen.
Anders hingegen Prince. Ben gibt mir Musicology, ein relativ aktuelles Album von ihm, mit dem Hinweis, dass er nur das erste Stück toll findet. Ich auch. Es soll alles fürchterlich grooven, es soll alles nach Prince klingen. Er ist ein irrer Instrumentalist und wahnsinnig… irgendwie. Aber es klingt auch alles vorhersehbar und uninspiriert. Die Gitarren klingen nicht sehr toll. Hat er denn garnicht wahrgenommen, wie der Sound sich in den letzten acht Jahren entwickelt hat? Es klingt nach R & B, wenn es modern klingen soll und nach altem Prince Kram, wenn er rockig oder druckvoll klingen soll. Und es klingt klebrig. Soll nach Sex klingen, vermutlich. Damit hat er sich auch nicht unbedingt neu erfunden. Es will nicht so richtig losgehen. Arma Prinz!



