Monats-Archive: August 2009

quetschkommode

Die Strat ist da und klingt so wie sie soll. Ganz eingenommen bin ich von dem Klang. Der hat wirklich gefehlt. Das “aged”-Aussehen ist ein bisschen peinlich, auch wenn sie trotzdem sehr schön ist. Eierschalweiß. (Was ich nicht weiß, ist mir gelb.)
In den letzten Wochen bin ich auf Miles Davis’ Bitches Brew hängen geblieben. Musikforschung. Diese Platte ist in etwa so, als würde man einem philosophischen Dialog horchen. Eitelkeiten gehen den Musikern komplett ab. Kein aufplustern der einzelnen Instrumente, alles ist ein Ausprobieren und Beitragen. Sehr konstruktiv. In einer solchen Dichte habe ich das noch nie gehört. Und eine Lehre, die man gar nicht oft genug ziehen kann. Man kann sich fast jeden Quatsch erlauben, wenn Tempo und Groove oder Beat stimmen.
Anders hingegen Prince. Ben gibt mir Musicology, ein relativ aktuelles Album von ihm, mit dem Hinweis, dass er nur das erste Stück toll findet. Ich auch. Es soll alles fürchterlich grooven, es soll alles nach Prince klingen. Er ist ein irrer Instrumentalist und wahnsinnig… irgendwie. Aber es klingt auch alles vorhersehbar und uninspiriert. Die Gitarren klingen nicht sehr toll. Hat er denn garnicht wahrgenommen, wie der Sound sich in den letzten acht Jahren entwickelt hat? Es klingt nach R & B, wenn es modern klingen soll und nach altem Prince Kram, wenn er rockig oder druckvoll klingen soll. Und es klingt klebrig. Soll nach Sex klingen, vermutlich. Damit hat er sich auch nicht unbedingt neu erfunden. Es will nicht so richtig losgehen. Arma Prinz!

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sehkraft

Heute nur 2 Filme:

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uhr nachts! bist du verrückt?

Samstag wieder am Rad. Kurz hinter der Friedberger Warte knallt es laut und mein Hinterrad ist geplatzt. Mist, die Reifenflanke ist aufgerissen. Ich wechsle den Schlauch. E. ruft an. “Das trifft sich gut, lass uns fahren. Ich treffe dich and der Friedberger Warte.” Ich rolle zu Bike-X-Dream und kaufe einen neuen Mantel. Ziehe den neuen Reifen auf und rolle zurück zur Friedberger Warte, komme zeitgleich mit E. an. Wir kullern hoch zum Depot und dann zum Sandplacken. Reden über das Sohn-sein in einer türkischen Familie mit aggressivem Vater. Was da hochkommt und hochkocht. Frei nach MA: Abgründe!
Wir reden über das Radfahren in verschiedenen Ländern und die Aggressionen auf deutschen Straßen. “Die Deutschen sind so rechthaberisch, die fahren dich um, weil du bei völlig leeren Straßen bei rot über die Kreuzung gefahren bist.” Finde ich gut. Rechthaberisch. Echt gut.

Ich denke über Chrissis Kommentar nach, der mit dem Abstrakt und denke: ja. Kann man nicht erklären. Genau wie Musik, kann man auch nicht erklären. Man muss es leben und erleben. Darüber reden ist echt nicht relevant. Kann man mit Worten nicht vollends beschreiben. Aber man kann natürlich auch das sinnlose daherreden so verstehen. Man redet einfach sinnlos daher. Hat zwar keinen Sinn, erzeugt aber ein bestimmtes Gefühl. Wenn man zufällig über das selbe redet, kann es ein besonderes Gefühl erzeugen. Nur so, beispielsweise. Zum Beispiel. Das ist dann wie eine Jam Session oder eine besonders tolles Fußballspiel. Macht manchen einfach Spaß. Warum also nicht? Natürlich ist immer die Frage: Kann man eigentlich über das Selbe reden oder ist es immer nur das Gleiche, über das man redet?
Uff! Kompliziert! Sollte man doch den klugen Köpfen überlassen. Denen fällt auch nichts besseres ein, als sich die Zeit mit denken zu vertreiben. Aber was zur Hölle ist schon Denken?

And you know that I love you
Here and now, not forever
I can give you the present
I don’t know about the future
that’s all stuff and nonsense

Von?

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märkwürdigkeiten

Ich komme nach Hause, es klingelt an der Tür. Es ist E., er braucht meinen Rat. Das Stevens SCF2 sei ihm beim Böttgen empfohlen worden. Ja, mach das!
Am nächsten Abend, auf dem Weg zur Zeil. Jemand ruft nach mir, ich drehe mich um und da kommt er schon angeradelt mit seinem Stevens. “Und biste zufrieden?” “Ja, toll! Und hat einen ganz schönen Zug!” “Das kannste wissen!”

Anstrengende Woche. Ausufernde Arbeit. Einmal am Rad. Mühe. Aber bei Obererlenbach denke ich: “Junge, was regste dich so auf und quälst dich. Schau dich doch mal um? Links die Stadt, vor dir der Taunus bis runter nach Usingen und dann die weite Wetterau.” Und dann habe ich mir einfach mal Recht gegeben und bin weitergefahren.

Sonst, das Übliche. Netzwelt, Echtwelt und wundern. Über alles. Manchmal befremdet, manchmal glückselig, manchmal erstaunt, manchmal überrumpelt, manchmal belustigt. Wie irre alles ist?

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