zorn

Es ist sieben Uhr an einem Samstag. Es ist alles gepackt, nur noch ein paar kosmetische Dinge im Bad. Dann die Gitarren und Taschen in zwei Gängen nach unten bringen, Auto holen, einladen, losfahren, Thomas anrufen, vor seiner Haustür warten, Ben anrufen, ihn abholen und zum Proberaum fahren. Schlagzeug, Kabelkoffer, wasauchimmer. Ben fährt. Kurzer Zwischenstop in Hofheim. Oder war’s Hattersheim?
Hinter Wiesbaden geht es auf die Bäderstraße. Bilder im Kopf, wie man sich hier mit dem Fahrrad quälen könnte. Erinnerungen an unsere Fahrt nach Weisel und ein Zucken, weil das alles so fern scheint und im Rückblick so befremdlich wirkt. Bandgequatsche, was man wie machen muss. Gut, zu wissen, dass es für den Rest der Menschheit völlig bedeutungslos ist, was wir da sagen. Babbeln dahin. Und ich wundere mich weiter und weiter. Seit immer eigentlich. Über die Ortsnamen zum Beispiel. Schlangenbad und Zorn. In Zorn nehmen die Heavies auf, sagt Tom.
Das Haus ist halb bewohnt, halb Baustelle. Draußen steht ein alter, grauer Opel Lieferwagen. Es begrüßen uns zwei Mädchen zwischen fünf und zehn, dann Hs Frau. H. ist schon im Proberaum. Wir werden hingelotst. Das Evangelische Gemeindehaus. Unten ist ein schalldichter Proberaum. Grüßen. Einräumen. Mikrophonie. Gegen Mittag die ersten Aufnahmen. Zwei bis drei Takes pro Stück. Ab und an geht es vor die Tür, blicken ins Wispertal. Dann geht es weiter. Montag Nacht um halb zwei ist alles wieder im Auto und bereit für den Transport nach Frankfurt. Es wird drei, dann halb vier. Mein linkes Ohr hört nicht mehr so gut, alles ist dumpf. Erst am nächsten Abend hat es sich etwas erholt. Die Gesänge fehlen noch und die akkustische Gitarre. Mehr braucht es nicht.

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