Monats-Archive: Mai 2009

zorn

Es ist sieben Uhr an einem Samstag. Es ist alles gepackt, nur noch ein paar kosmetische Dinge im Bad. Dann die Gitarren und Taschen in zwei Gängen nach unten bringen, Auto holen, einladen, losfahren, Thomas anrufen, vor seiner Haustür warten, Ben anrufen, ihn abholen und zum Proberaum fahren. Schlagzeug, Kabelkoffer, wasauchimmer. Ben fährt. Kurzer Zwischenstop in Hofheim. Oder war’s Hattersheim?
Hinter Wiesbaden geht es auf die Bäderstraße. Bilder im Kopf, wie man sich hier mit dem Fahrrad quälen könnte. Erinnerungen an unsere Fahrt nach Weisel und ein Zucken, weil das alles so fern scheint und im Rückblick so befremdlich wirkt. Bandgequatsche, was man wie machen muss. Gut, zu wissen, dass es für den Rest der Menschheit völlig bedeutungslos ist, was wir da sagen. Babbeln dahin. Und ich wundere mich weiter und weiter. Seit immer eigentlich. Über die Ortsnamen zum Beispiel. Schlangenbad und Zorn. In Zorn nehmen die Heavies auf, sagt Tom.
Das Haus ist halb bewohnt, halb Baustelle. Draußen steht ein alter, grauer Opel Lieferwagen. Es begrüßen uns zwei Mädchen zwischen fünf und zehn, dann Hs Frau. H. ist schon im Proberaum. Wir werden hingelotst. Das Evangelische Gemeindehaus. Unten ist ein schalldichter Proberaum. Grüßen. Einräumen. Mikrophonie. Gegen Mittag die ersten Aufnahmen. Zwei bis drei Takes pro Stück. Ab und an geht es vor die Tür, blicken ins Wispertal. Dann geht es weiter. Montag Nacht um halb zwei ist alles wieder im Auto und bereit für den Transport nach Frankfurt. Es wird drei, dann halb vier. Mein linkes Ohr hört nicht mehr so gut, alles ist dumpf. Erst am nächsten Abend hat es sich etwas erholt. Die Gesänge fehlen noch und die akkustische Gitarre. Mehr braucht es nicht.

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abschirm

Die Röhre 12AT7 ist im Fender “The Twin” eingebaut als Vorverstärkeröhre und als Hall-Röhre. Dass es sich bei diesen elektronischen Bauteilen um Röhren handelt ist für den Laien nicht gleich erkennbar, da die kleineren Röhren – wie die 12AT7, die im Twin verbaut sind durch Aluminiumkapseln geschützt sind, die sich Abschirmhüllen nennen. Nach dem abnehmen der Abschirmhülle entdeckt man diese total ineffizienten Bauteile, die Unmengen Energie scheinbar stumpf als Wärme abgeben, und kann sie austauschen, fall mal eine kaputt geht. Das war bei mir der Fall. Und zwar ging der Hall nicht mehr. Aber eins muss man diesen 12AT7ern lassen: sie klingen fett-o-fett!

Gestern vor einer Woche, also am letzten Mittwoch im April, spielte ich mal wieder beim Suhrkamp Team mit. Und da spielte ich mit einem, den ich flüchtig kannte. Nur war er mir diesmal viel sympathischer. Und so spielten wir und ich rief die Ganze Zeit: J. mach dies. J. mach das. J. lauf da rein. J. spiel mir den Ball zu. J. super gemacht! Alles war gut. Zuhause sagte ich zu Charlotte: “Meine Güte, der J. war mir das erste Mal richtig sympathisch”. Sie daraufhin: “Echt? Wie kommt das denn?” “Keine Ahnung der wirkte viel offener, freundlicher, nicht so verkniffen, einfach sympathisch. Und besser gespielt als beim letzten Mal hat er auch.” “Echt?” “Doch, doch!”
Gestern, also am ersten Mittwoch im Mai, steht wieder ein Spiel für die Mannschaft von Suhrkamp an. Als ich in Fechenheim ankomme, steht J. bereits da und wartet, als einziger. Wir grüßen einander und ich frage wo die anderen seien. “Keine Ahnung, ich bin mit dem Rad da.” “Ach, du bist den ganzen Weg vom Verlag hierher gefahren.” “Ne, ich arbeite doch gar nicht beim Verlag.” Hm. Und da ging mir ein kleines Licht auf. “Und wie heißt du richtig, wenn du schon nicht beim Verlag arbeitest?” “A.” “A.?” “Ja, A.!” “Ich habe dich letzte Woche anders genannt.” “Ich weiß.” “Weißt du wie ich dich genannt habe?” “L. hat es mir gesagt, aber ich habe es wieder vergessen.” “Haben die anderen das auch alle gehört.” “Ja, klar, war ja nicht zu überhören.” “Ich habe dich J. genannt, weißt du wer J. ist?” “Ne!” “Ist auch nicht so wichtig.” Und dann haben wir die Fechenheimer auseinander genommen. Zweimal hat A. getroffen und dann hat auch A. ein Tor geschossen und alles war wieder gut.

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plantage

“Es ist soweit, ich habe einen Plan.”
“Ati? Bist du’s?”

Es gibt so Menschen, die sich bei allem, was so anfällt einmischen und so tun als wären sie voll im Bilde. Man tritt zur Seite und lässt sie vor. Dann kommt heraus, dass sie doch nicht im Bilde waren. Natürlich sind sie dann beleidigt, weil man sie nicht mit den notwendigen Informationen versorgt hat. Aber zuhören?

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hurtig

Den Eschborn Frankfurt City-Loop ausgelassen. Wegen des Namens. Nächstes Jahr vielleicht. Stattdessen den Bimbach-Marathon fahren? Heftig.

Hm… das Musikkassetten Projekt wird zäh, ich spule ja die ganze Zeit nur vor.

Am Samstag nach Röhren gesucht und dabei auf einen winzigen Musikladen in Seulberg in einem Hinterhof gestoßen, inklusive freundlichem Verkäufer/Besitzer. Edgar Werners Musik-Express. Machen auch Reparaturen. Als ich dem mein Problem mit dem Lautstärkeregler am Twin erzähle, weiß er schon bescheid. Können wir machen, kein Problem. Das wird eine Freude!
Danach in  den Proberaum und die Röhre rasch ausgetauscht. Der Hall geht wieder. Natürlich viel besser als früher.

Sonntag früh raus. Das erste Mal in diesem Jahr auf den Feldberg. Gemächlich, ohne größere Anstrengungen. Dann auf der Abfahrt total verausgabt. Dem Klein kann man dabei trauen. Obwohl ich alles raushole aus mir, scheint das Rad noch einige Reserven zu haben. Kein Flattern, keine Wackeln. Das Basso war allerdings deutlich wendiger. Und der Himmel sieht heute Morgen auch wunderschön aus.

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Musikkassette

Start eines langen Projekts: Projekt:MC

Alte Musikkassetten aufstöbern, anhören, aufschreiben, bloggen.

Arbeitsgeräte:

  • Meine Musikkassetten aus der Zeit zwischen 1985 und 1999.
  • Walkman: Sony WM- EX 610
  • Tapedeck: Sony TC-K561S

Auf Amazon sind die zwei CDs von “ein kleiner Abend Glück” gekauft worden, die dort angeboten wurden. Auch eine erste Bewertung wurde bereits abgegeben. 5 Sterne. Darin heißt es:

Einfach schön. Nicht aufdringlich und wirklich gut zu hören. Ganz unterschiedliche Facetten über das Leben und die Liebe. Man hört rein, fängt an zu träumen…

Mir kommen die Tränen!

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