Tages-Archive: November 10, 2008
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Nochmal Türkisches Konsulat. Ich brauche Pass, Ausweis, Lohnzettel, als Beleg, dass ich berufstätig bin. Als ich anrücke erfahre ich, dass der Lohnzettel übersetzt, die Übersetzung beglaubigt sein muss. Mir geht die Lust flöten, mich länger mit eurem Murks auseinanderzusetzen, habe echt Besseres zu tun. Gern schicke ich euch eine beglaubigte Übersetzung der Beschimpfungen, die mir so durch den Kopf gehen.
Dann ist der 2. November. Der Termin. Aber nix da. Suna kommt vorbei, Lotte ist entspannt. Ich schau mir das Rennen an. Das wird heute nix mehr, für Massa nicht und für uns nicht. Lass uns was Doofes tun, sage ich. Wir schauen Oceans Twelve. Lotte versteht den Film nicht, ist ein bisschen unleidlich. Gerade folgt die Auflösung, als sie sagt, dass der Schmerz sich plötzlich anders anfühlt. Werden ein bisschen nervös. Schauen auf die Uhr, Abstände messen. Tut es sehr weh? Es geht. Gut, lass uns Zähne putzen, frisch machen und dann machen wir uns auf den Weg. Frau P. und E. helfen uns. Frau P. ist aufgelöst, ein Wasserschaden in ihrer Wohnung. Das ist ja verrückt, sage ich. Ja, sagt sie. Dann ruft sie ach Herrje, es geht los! Sie hält Lotte den Arm hin, ich hole das Auto. E. bringt uns zum Bürger. Ich hole einen Rollstuhl. Oben angekommen, stellt sich heraus, dass die Hebamme ein Knochen ist. Unbeweglich, ohne Mitleid. Zwischendurch sagt Lotte, entspann dich, die weicht auch noch auf. Untersuchung. Abstände sind bei zwei bis drei Minuten. Morgen früh um acht, um neun vielleicht, denke ich. Lotte will zurück auf den Rollstuhl. Wir sind allein. Sitze da, weiß nicht was tun. Kann nix tun. Massage, ja, nein. Geh weg, komm her. Mache ich, mache ich alles. Die Hebamme kommt, untersucht. Es ist so weit.
Und dann ist er da, gibt ein Murren von sich, hustet ein bisschen, bewegt die Arme. Wir leben wieder, und das hier ist gerade ziemlich weit weg von allem, was man sich vorstellen kann. Es ist zwanzig vor vier.
Um sechs steige ich ins Auto, fahre zur Tanke, kaufe ein Brötchen, ein Bier und Zigaretten. E. schiebe ich eine Nachricht unter der Tür durch, komme nach Hause, esse das Brötchen, stelle mich auf den Balkon. Die Stadt erwacht. Ich öffne das Bier und die Schachtel Kippen. Trinke einen Schluck, nehme einen Zug, und der Rest ist mir allein…



