rituale

Die Tage sind gepackt bis oben hin. Als ich meinen Pass suche, weil wir zum Jugendamt müssen und ihn nicht finde, muss ich fast heulen. Lotte muntert mich auf: „Erzähl mir nie wieder, ich sei unorganisiert!“ Der Stoff aus dem die Dramen sind. Und ich bereue alles was ich je gesagt habe.

Basso wurde geputzt, die neuen Ultremos aufgezogen. Kevin schaut vorbei. Ich pumpe einen Reifen auf, um zu sehen, ob alles okay ist, als der schöne Latexschlauch mit einem lauten Knall die Luft wieder raus lässt. Scheiße! Wahrscheinlich habe ich den beim aufziehen des Reifens eingeklemmt. Anders kann ich mir den zehn Zentimeter langen Riss nicht erklären. Mit fiepen im Ohr (es ist ein hohes E) geht es zum Italiener um die Ecke. Schmeckt super, das Zeug. Ganz wohl ist mir danach aber nicht. Ich ziehe auch neue Reifen auf das Kinesis auf und telefoniere mit Suna. Kurz vor acht vor dem Nachtleben. Warten auf Suna und Chris, den sie, warum auch immer, Maus nennen. Da steht eine Frau mit roter Jacke und wartet, dass es grün wird, ich lehne an einem Stromkasten gleich neben der Ampel. Sie winkt jemandem auf der anderen Straßenseite. Ich schau rüber.  Es ist Tom. Er schaut mich an, schaut ernst. Ich vergesse die Frau in der roten Jacke, hab sie aber gerade noch in meinem Notizblock notiert. Auch der Gedanke, woher Tom die Frau kennt ist schon wieder verflogen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie später die Ampel überquert hat und wen sie gegrüßt hat. Vielleicht hat sie auch gar nicht existiert? Dann erkennt mich Tom und fängt an zu lächeln. Wir warten ein paar Minuten gemeinsam auf die Anderen, dann macht er sich auf den Weg und wir uns ins Nachtleben. Es ist die Präsentation des Buches „Madonna und wir“, spärlich besucht, mit witzigen Beiträgen. Klaus Walter ist dabei und Detlef Diederichsen und Lotte, die den Meinecke spricht und sich bestens in die Rolle ‚eingepasst‘ hat. Ich mache Fotos. Gregor sagt: Videofunktion anschalten, aufnehmen auf YouTube und im Komalaeufer posten. Versprochen, aber so schnell bekomme ich es nicht hin. Es muss erst in die Post-Production bevor ich es posten kann. 

Flo steht am Sonntag Morgen um acht vor der Haustür. Ich hab mich warm eingepackt zum Saisonabschluss bei der RTF in Niederdorfelden. Wir fahren über Vilbel, um Stefan abzuholen. Flo aber ist verletzt und kehrt um. Stefan und ich fahren allein nach Niederdorfelden, wo wir zum Glück noch die anderen erwischen. Gemächlich geht es los, aber nach der Streckenteilung zwischen der 79 km und der 119 km Strecke wird ordentlich Tempo gemacht. Fast alle sind am Ende restlos ausgelaugt und zufrieden. Ich weiß nicht wie ich die Probe überstehen soll. Um kurz nach drei bin ich zuhause, dusche so warm es geht. Ich sitze, esse und versuche mich ruhig zu halten. Dann räume ich noch ein bisschen auf, bring den Müll runter  und da sind schon Ben und Tom. Am Kiosk holen wir uns was zum Knabbern, dann proben wir. Und unentdeckt liegt mein Pass im Sideboard, wo ich ihn rein geräumt habe, damit er nicht so rumfliegt und leichter wieder zu finden ist.

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