Tages-Archive: Oktober 10, 2008

problemtuerken

Jam Session im Bett. Ben und ich machen uns auf den Weg. Fängt gut an mit fünf sechs Stücken der Band Gastone. Schön. Der Sänger hat was von Charles Bukowski, nur jung. Danach wird gejammt. Bestimmt nicht ganz schlecht, aber schon auch langweilig. Wie manche Musiker schauen, sich ungelenk auf Skalen austurnen. Und warum alle immer versuchen sich besonders locker im Funk zu geben, das kapier ich nicht. Genauso wenig wie ich Basssoli kapiere. Wer braucht die nochmal?
Ich gebe eine CD ab. “Jürgen?” “Frank!” “Oh! Tschuldigung!” “Macht nix!” “Ich hab’ dir mal eine CD mitgebracht mit ein paar von meinen Stücken. Es gibt jetzt eine Band, mit der ich die Stücke Live spielen möchte.” “Ah, schön. Schreib mir eine Email dazu, sonst vergesse ich das.” “Okay, mach ich. Danke.”
Wie sehr Zeitgeist abhängig das doch ist, oder? Vor zehn Jahren hat es niemanden interessiert, wenn man mit einer fertig produzierten CD ankam, Live-Musik war sowas von öde und out. Jetzt eine Home-Recording-CD, selbstgebrannt und handschriftlich beschrieben: “Ja klar, schreib mir eine Mail.” Vielleicht ist der Typ einfach nur ein netter Typ.
Ganz am Ende spielt so ein junger Gitarrist – der Erste, der ziemlich rockig spielt und die richtige Reaktion auf das Sologefummel des Bassisten zeigt: Achselzucken.

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