Monats-Archive: August 2008
schieberegler hifi
Möchten sie sich dauerhaft anmelden? Ja, verflucht!
Auf Zeit Online gibt es eine Kolumne, die nenne sich: Kultur für Angeber. Die gibt einem sowas wie einen Gesprächsleitfaden an die Hand, mit dem man bei jeder Gelegeheit glänzen kann. Sowas dämlich lässiges würde Spiegel Online in zehn Jahren nicht einfallen. Zu loben auch – oder habe ich das schonmal gemacht? – die zehnteilige Kolumne über den fiktiven Volker Matzke. Wie er sich vom Marktforscher zum Musikkritiker verwandelt und ihm dabei zehn unterschiedliche Musiker die zehn Gebote der Musikkritik beibringen. Wurde auch Zeit, dass die mal gesammelt werden.
schummelbeine
Probenaufnahme vom Samstag. Klingt besser, als erwartet. Im Proberaum, hörte sich alles dumpf an. Schöne Hi Hat Figur bei wir teilen aus. Und tolle Snare bei “die Wiese”, noch cooler die Bassdrum. Und der Twin hört sich auch Sahne an. Ein Bandname muss her und ein größerer Proberaum. Die Leute vom Bunker angeschrieben, bisher keine Antwort. Scheinbar sind alle Räume seit zwanzig Jahren besetzt, was auch auf der Seite verkündet wird. Noch nie sei ein Vertrag zwischen dem vermietenden Verein und einer mietenden Band gekündigt worden. Man darf also bloß nicht auf die Idee kommen eine neue Band sein zu wollen. Ich wollte ja nur wissen, ob sie alternativen kennen, Telefonnummern haben. Abwarten.
Sonst kaputt: der Schlaf, er funktioniert nicht richtig.

frankruft:”ammain”
Schkeuditz. The Westin Leipzig. Ein Typ mit einem T-Shirt auf dem steht “ich bin stolz ein Ossi zu sein”, an seinem linken Handgelenk ein Schweißband in scharzrotgold. Straßenname des Tages: Auf der Querbreite. Platz zwei: Eutritzscher Straße. Wie sehr ich diese “tzsch”-Wörter liebe. Über dem Eingang der kleinen Friedhofskapelle steht: “Stärker als der Tod is die Liebe” Hm, da sag ich: Wiederitsch-Mitte.
GAME CONVENTION DEVELOPERS CONFERENCE. GCDC. Hört sich an wie ACDC und alles was einem da in den Sinn kommt. Spieleentwickler sind freundlich, wie die meisten Entwickler, es sei denn, man will ihnen erzählen, wie es um die Entwicklung von Spielen bestellt ist. Naja, reden wir doch einfach über Schriften, oder? Raum B siebzehn Uhr. Neunzehnuhrsechszehn, ICE fünfzehnzweiundfünfzig nach Frankfurt. Schön aufgeräumter Bahnhof.
Ischwüllnbröetschnmiddgäseoderschingenoderwoss. Zweeochzsch. Donnge.
baff

Vor ein paar Wochen sagte sie, ihr sei doch noch ein Name eingefallen, der ganz schön und vielleicht sogar eine Alternative sei. Welcher denn, fragte ich. Lino, sagte sie.
Seitdem bin ich paranoid und mein Auge zuckt dann und wann.
Es gibt Grund zur Freude, es ist ein Zwilling von Fender.
So, die Links auf der rechten Seite müssen mal wieder hergestellt werden.
umrisslinienblues
Wie das so vor sich hinregnete, eine Stunde bevor es richtig anfing zu regnen. Ganz warm waren die Tropfen und fast schon verdunstet, bevor sie auf dem Boden aufschlugen. Ich stand dann in Unterhose auf dem Balkon und hab mir bisschen die Stadt angeschaut und so in die Nachbarsfenster gelunst. War aber alles öde. Also bin ich wieder rein, hab dann vorsichtshalber die Tür in der Küche geschlossen, wieder leicht gekippt und daran gedacht, dass Suna bereits davor gewarnt hatte, dass es anfangen könnte zu regnen. Und heute Morgen ziehen die Wolken wie wilde Pferde über die Landschaft. Frei nach Bukowski. Würde man heute nicht ohne Referenz schreiben, wenn ich mal literaturell anmerken darf. Es keimt die Erkenntnis, die immer gleiche, dass all das reden nichts bringt. Sie werden einfach weitermachen mit ihrem kram und sich nicht drum scheren was da links und rechts passiert. Das geht so lange, bis sie auf etwas stoßen, das nicht funktioniert. Dann kann man ja immer noch was anderes machen. Vielleicht ist das ja nicht verkehrt, vielleicht doch. Aber anzunehmen, man müsse nur die richtigen Worte finden… wie lang weiß ich eigentlich schon, dass das Humbug ist und mache mir immer noch Gedanken darum? Also immer locker bleiben, sag ich. Frei nach Smudo.
webseitenhieb
Freitag Abend. Charlotte, Matthi und Jürgen abholen. Jörgs Konzert auf der Burg Reihnfels. Dieser Flachköpper ist uns nicht in den Sinn gekommen: “Pass auf, dass du nich’ reinfälls’!” Ein weiteres Mal die Welt vor einem tödlichen Witz bewahrt. Auf dem Rasthof: der Typ der den Boden wischt, er hat keinen Arsch.
Sechs Uhr aufstehen. Runde mit Jörg und Matthi. Trete wie bekloppt, aber Matthi ist schon nicht mehr zu sehen. So stark war er seit Jahren nicht. Mir ist übel. Trinke Cola. Duschen. Einkaufen. Ab nach Gießen, Ausstellungseröffnung in einer 5qm großen Galerie. Licher Straße Ecke Nahrungsberg. Nahrungsberg? Wer vergibt denn solche Straßennamen? Auf dem Rückweg sitzen wir schweigend im Auto. Thomas will nachhause. Charlotte und ich fahren noch zu Ines und Ben, die feiern den Geburtstag von Ines nach. Um kurz vor zwölf zuhause. Nichts in meinem Kopf ist geordnet, ich werde es überleben. Gut ist das nicht.
Der Sonntag bricht an. Lange bleiben wir liegen. Meine Mutter am Telefon. Wir sollen mal in Gönnern vorbeischauen, heute. Das geht wirklich nicht. Dann rufen Julia und Thomas an, lasst uns Minigolfen im Palmengarten. Hört sich schön doof an, machen wir. Danach rudern wir über den See, werden nass, trinken Kaffee im Café und laufen heim. Abends noch ein bisschen mit Herrn Bezier beschäftigt. Spät ins Bett. Herzrasen, kein Schlaf in Sicht. Döse mich durch die Nacht. Jetzt habe ich einen Platten in der Großhirnrinde. Das hab ich davon.




