Monats-Archive: Juli 2008

heiliger…

Neinneinnein. Die Stadt ist schon schwer in Ordnung. Ich war nur überwältigt.

Für HSV Fans gibt es bald die Möglichkeit sich auf dem Altonaer Hauptfriedhof ein Grab in einem stadionähnlichen Gebilde – “nur für HSV Fans” – einzukaufen. Man möchten dem Kunden, so der Anbieter, die Möglichkeit geben sich mit dem HSV zu identifizieren. Dem Kunden, sowie seinen Angehörigen wird dann bei der Trauerfeier das Gefühl vermittelt, es handle sich um eine Trauerfeier des HSV. Särge und sonstige Todesutensilien in den Vereinsfarben oder mit dem Rautensymbol gibt es bereits eine ganze Weile. Will man aber ein HSV-Grab, muss man sich wohl noch gedulden. Aber dann macht auch das Sterben Spaß!

Was im Badezimmer echt gut funktioniert ist Abbey Road: Mean Mr. Mustard, Polythene Pam und dann “She came in through the bathroom window…”.
Von den Red Hot Chili Peppers gibt es eine Abbey Road EP auf deren Cover die Vier Bandmitglieder das Abbey-Road-Cover der Beatles nachahmen, bekleidet nur mit einer Socke über dem Penis. Darauf ist eine unglaublich freche, druckvolle, schnelle Version von Fire. Ursprünglich von Jimi Hendrix.


Well you should see Polythene Pam
She’s so good-looking but she looks like a man

She’s the kind of a girl that makes the “News of the World”
Yes you could say she was attractively built
Yeah yeah yeah

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im strand

21. Juli 2008 – New York City – Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika
Wir sind in einem Hotel “Red Carpet Inn”, in Jersey City. Ausstieg am WTC. Riesen Baustelle. Quietschen der U-Bahn. Jeff Koons. Tribeca. Das Filmfest. Rober DeNiro. Über den Broadway, rüber zu Lafayette, erstmal Kaffee im Starbucks. Zurück zum Broadway. Talking Heads dröhnen aus einem Lautsprecher über einem Laden. Das Büro von Hoefler & Frere-Jones, die ich gern mal besucht hätte. Manchmal Wind, dann Strand – Bookstore.
4946. Weiß nicht mehr. Papous Pizza, 23rd. Rüber, quer, rüber. Ah! Empire State 5th Avenue. New York Public Library. Internetzugang. Macy’s. Über den Times Square Roman – Times New York – hört das denn nie auf? Doch:Central Park – Pizza MOMA Trump. Schon wieder Pizza? Oder sind meine Notizen falsch?
Radio City Music Hall. Ich erinnere mich an das Cover von “Live after Death”. Steve Harris steht da vor der Radio City Music Hall. Seitdem wollte ich immer mal die Radio City Music Hall sehen.
Beim NBC – MSNBC – Gebäude. Fenster, Laufschrift, Fernsehkameras stehen da verlassen rum. U-Bahn, nicht weniger heiß als eine Sauna. Keine Gadgets! Es geht über den Grand Central: Vitamin Water, “Cuffee wi’ shooga ‘n’ creeem”. Statue der Freiheit de Kalb Avenue, Brooklynbitch. Zurück, zu weit. Bleeckerstreet V,F.
Lower East Side – Must Go There – There we go. Ein riesen Kisslogo ziert eine Wand und daneben die überlebensgroßen Abbilder der vier Bandmitglieder. Neulich hatte ich so einen Kiss-Flash, wollte unbedingt “Detroit Rock City” hören. Hab ich auch gemacht. Cool.
New York I love you, but you’re bringing me down
New York you’re safer, but you’re wasting my time
Kates’s Joints vegetarische Speisekarte mit den Schriften der Ed Serie von House Industries. Die Interlock wird auch in der Überschrift dieser Seite verwendet. Easy 50/50 Eistee/Limonade. Sie spielen Elvis Presley: Jailhouse Rock. McKates Big Mac. Vegetarische Parents. Afrohaare, Beautiful.
Parliament – Fonk da Fonk. Von wem ist Rise ‘n Shine? Erste Single von den Cardigans? Googlen. Charlie Parker Place. Und die Mercury Lounge – Hip, oder was?
Times Square – Times Round – Times Hell. Mitten auf dem Platz: U.S. Armed Forces Recruting Station, Tankstelle für den Seelennachschub der Army. Rector Street. Rectum Street, sagt Rob. Zurück geht es nur über das WTC – Journal Squad – Tonelle Avenue – Red Carpet Inn.

Intermezzo
Raus damit: Singapour – Singalong – Quick – Quock
NYC Rain Xperience, LCD Soundsytem
“this ain’t trouble, it’s just rain”
Morgens & Abends – La Guardia


22. Juli 2008 New York City – Paul Auster

Einsteig zu dieser Stadt nur über das WTC. Wir laufen zum ersten Elektronikshop: J&R. Ich kaufe, was mir augetragen wurde: Mickey Maus Recorder, iPods. Mitten im Bankenviertel die Trinity Church und ein Friedhof. Wall Street. Eine Bullenbronzeskulptur. Die Hoden der Bronze sind heller als der Rest, weil viele Männer sich dabei fotografieren lassen, wie sie die Eier halten. Ein Typ mit einem Zoo York T-Shirt. Zur Abwechslung ein Salat. Der Apple Store in der Nähe vom Central Park, eitel. Im Moment diskutiert ganz Amerika darüber, dass Steven Jobs krank aussieht, Apple sich aber angeblich nicht dazu äußert, weil mein sonst einen Kurseinbruch befürchtet. Aber, bei den iPods läuft Cake: I want a girl with short skirt and a long jacket. Bento ist eine Software. Gegenüber vom Apple Store ist F.A.O. Schwarz, ein Spielwarenladen von abartiger Dimension. Da sind Russen. Sie reden.
Ab nach Soho. Alphaville. Ein kleiner Laden mit fünfziger Jahre Gegenständen. Unglaublich liebevoll eingerichtet. Wir laufen Zickzack. Plattenläden, lassen wir aus oder sie sind geschlossen. Dann kommt der Hunger und das Tribeca Filmfestival. Beides initiiert von Robert DeNiro. Ich weiß es. Wir kreuzen Broadway und Lafayette. Don’t Honk! Soho Art Materials. Little Italy. Oh Gott, was ein Touristenrotz. Chinatown, Little Italy, Soho, Tribeca. Sind jetzt ziemlich verloren. Jetzt was essen, dann nur noch Ruhe. Vielleicht ins Kino gehen?
Union Square – Regal Cinema – ausverkauft. Loews Cinema – wirklich WallE? Linie R. Cortland Street ist geschlossen, also wieder Rector. Rob trifft seine Eltern, ich fahre nach Jersey City, mir reicht es vorerst im Manasquan Borough.

Post Scriptum – Aufgeschnappt
I’m a beer snob. 495 – La Guardia. SUV sell out. “Buy one house, get a car for free.” Terminal C – US Airways. Hersheys Peanut stuff. Dasina – a brand of the Coca Cola Company. Dash 8 ˜ 100/200. Ein Herr im Flugzeug trägt eine Sonnebrille im dunkeln. Steckdosensuche am Flughafen. “Welcome aboard!” Fünf Stunden im Flugzeug. Eine dumme Düsseldorfer Nuss und ihr Enkel/Sohn sitzen gegenüber. Douchebag.

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bilderbuch

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schadensbegrenzung

Baseballhandschuhe sind fest zusammengenähte Lederfetzen. sie haben eine Tasche für den Daumen, eine für Zeige- und Mittelfinger, eine für den Ringfinger und eine für den kleinen Finger. Vielleicht ist die Aufteilung aber auch ganz anders. Was interessiert es mich, wie man so einen blöden Baseballhandschuh anzieht. Amerika, du kriegst mich nicht zum Baseball. Und dein Wasser ist total chlorhaltig. So wird das echt nichts. Ihr habt hier auch ganz schön viele stumpfe Meschen, die so vor sich nuscheln:howareyouwhatcanidoforyoutoday. Keine Ahnung: hitlerfickendreibrötchen.

Gestern war der Herr Stefan Sagmeister da, hat eine Rede gehalten. Komischer Typ, irgendwas zwischen Selbstdarsteller und guter Typ. Oder ein guter Typ, der den guten Typen raushängen lässt. Ach, aber eigentlich ganz cool und ganz gewiss kein Tschienieäs, wie man mir danach versichert hat. Östereicher: “Sings Ei häff lööant in mei laif. sou fah.” Lang, etwas schlacksig. Vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit mit Ruud van Nistelrooy. Guter Typ eben.

Dann die Reise hierhin. War doch anstrengender als zuvor gedacht. Letztlich ist sie doch irgendwann vorbei, und wenn man sich nicht die ganze Zeit selbst bemitleidet, dann geht sie einfach vorbei und man erinnert sich nicht mehr daran.

Was ist anders, als bei den letzten Besuchen? Es ist alles ein bisschen abgefuckter. Amerika du bist ein bisschen abgefuckt. Das Hotel hier ist auch ein bisschen abgefuckt. Abgefuckter war nur das Hotel in Amsterdam. Obwohl, es war wohl eher ähnlich abgefuckt und nicht abgefuckter. Aber Amsterdam ist halt nicht so schäbig abgefuckt. Nicht so im Inneren, sondern eher mal hier, mal da. So wie überall eigentlich. Aber hier quillt es so raus aus allem. Yo! Abgefuckt.  Auch die Leute sind abgefuckter. Die Kassierer in den Markets und die Bedienung im Spot Café. Abgefuckt und scheinen so unendlich verloren in sich selbst. Interessieren sich gar nicht für die fremden Leute, die da kommen und so komisch reden. Hören einen kaum, kann man noch so abgefuckt laut reden. Und haben so ein abgefucktes Nuscheln parat: howareyouwhatcanidoforyoutoday.

Trotzdem. Rob gibt sich hier viel entspannter, ist witziger, wortgewandter. Bisschen nerviger. Muss sich nicht mit Germans auf Germish abgeben. Das ist schon beachtlich, was Sprachkenntnis bedeuten kann. Kann ich gut verstehen. Ist mein Horrortraum und ein Grund warum ich nicht so gerne in die Türkei reise. Weil ich die Sprache nicht zu genüge beherrsche, um irgendetwas flüssig erzählen zu können, wenn es sein muss. Während man nach den Worten sucht, kommt einem die Geschichte abhanden.

Philadelphia. Flughafen. An den Wänden hängen die Filmplakate der Filme, die hier gedreht wurden oder von der Stadt handeln. Rocky. Dann eine Wand mit den berühmtesten Musikern der Stadt. Alle schon tot. Außer Stanley Clarke. Oder ist der auch schon tot?

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wachsamkeit deluxø

Grau war es, als ich eben aufstand. Dann kam ein heftiger Schauer, und der Boden war in Sekunden nass. Um wieviel trister die Welt gleich aussieht, wenn es regnet.
Das Wochenende war vor allem aufräumen auf dem Dachboden, ritzeln im Taunus und Unterarmtraining im Kart in Enkheim. Die Radtour war krass. Ich hatte das Gefühl auf jedem Meter darum zu kämpfen, den Anschluss an meine drei Freunde nicht zu verlieren. Nicht zu trainieren zeigt sich also doch irgendwann. Ralf, Holger und der andere – dessen Namen ich gar nicht kenne – haben freundlicherweise an jedem Hügel gewartet.

hoehensonnenbrille

Drei Tage wach ist ein Kacksong.

Huch, jetzt prasselt es nochmal richtig. Der Regen ist kraftvoll, aber nicht gut, irgendwie bedrohlich.

Nächste Woche: Buffalo. Vortrag halten. Dann TypeCon. Dann drei Tage New York City. Ich hoffe ich bin da nicht so aufgepeitscht wie beim letzten Mal. Danach ist es mir nämlich immer peinlich.

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one blue eye

everywhere you go, always take the weather with you
Bei den momentanen Temperaturschwankungen wäre ich froh wenn ich das könnte.

Gestern Fußball im Grüneburgpark. Wir verlieren gegen so ein paar Weißshirt-Kicker.
U. sagt sie wird nur im Krankenhaus Ohnmächtig, traumatisiert von einem Ohnmachtsanfall, den sie hatte, als sie jemanden im Krankenhaus besuchte. Wir unterhalten uns darüber, dass die Ohnmacht, auch wenn sie nur ein paar Sekunden dauert, so unglaublich erholsam ist, weil man ins Nichts verschwindet. Kein Gedanke, keine Regung. Verückt eigentlich. Und man fragt sich, ob es so sein wird wenn man tot ist.

Zufällig ein Titelblatt von “The Economist” aus dem Dezember 2007 gefunden. Eine “SPECIAL CHRISTMAS DOUBLE ISSUE”! Mao mit Weihnachtsmannmütze, auf dem Weißen Rand ein kleiner roter Stern und dann folgende Titelgeschichten:

Mao and the art of management
Climate change in the 18th century
The best charts ever
Bible vs Koran
Life is a game of Poker
When Japan was a secret
The best jobs in physics
History’s greatest swindler
Why the beautiful succeed

Keine halben Sachen… dann aber:

The sex lives of panda
Christmas in Iowa
Rise and fall of the mall
Living in a Mumbai slum

Ja, ja. Keine halben Sachen. Das blaue Auge ist jetzt eine Mischung aus gelb.

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schattenmann

Aus einer Werbemail eines Fahrradzubehörversenders:wäre bestimmt auch ein guter bassist
“Der VELENO D ist mehr als nur ein Helm, er ist schon fast eine Lebenseinstellung. Von vielen Profis gefahren und mit mehreren Weltmeistertiteln versehen ist dieser Helm der Ausdruck für Leidenschaft und ein riesiger Schritt Richtung Podium.”

Immer noch keine Nachricht von T.. Was ist denn jetzt? Ist er dabei, ist er nicht dabei? Oh Mann ein bisschen Klarkheit wäre prima. Aber eine Band zusammenzustellen ist immer der gleiche Krampf. Wie gut, dass Ben so geduldig ist.

Well she’s walking through the clouds…

keinen schimmer

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dem boden die sohle

Draußen: Vögel und Teenager. Womöglich Berufsschüler, die sind so lebensecht. Beim Spiel Türkei gegen Deutschland haben die uns fast zu Tode erschreckt mit ihrem Jubel beim Einszueins. Wo kamen die bloß alle her und warum waren sie bis dahin so still? So war’s gewesen. Und wer hätte gedacht, dass sich “diese Deutschen” mal mit DER Türkischen Tugend schmücken würden alles in der letzten Minute zu erledigen. Kommt Charlotte bekannt vor, sagt sie, dieses auf die letzte Minute und so weiter, und legt dabei das T-Shirt zusammen.

Drei Dinge hielten in den letzten beiden Wochen zusammen: die Fäden. Dann ließen sie los. Das Auge aber, ist immer noch ein bisschen blau. Wahrscheinlich eher gelb. Wollte ausgeschaltet sein, der ich. Wollte nichts hören, nichts sehen, nur hier sein, bei niemandem sonst und nirgendwo hin. Aber meine Mutter! Die rief jeden Tag an. Was soll man gegen soviel Fürsorge tun. Zurückfreundlichsein. Was echt die Energie für einen ganzen Tag kosten kann. Es tut mir leid, ich wär gern ein viel netterer Sohn.

Krank macht mich die Hitze. Eigentlich nur auf dem Fahrrad wirklich zu ertragen. Aber da muss man auch erstmal hinkommen. Und mal weg von diesen Doktoren.

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