Tages-Archive: Juni 16, 2008
schwarmverhalten
Zwanzig Tafeln Schokolade, Toffifee, Käse, Bälle, Geschenke für die nähere Verwandtschaft. Am Flughafen das Empfangskomitee. Schnell sind es dreimal soviel als wir in Manisa ankommen. Spiele den Dolmetscher. Lotte verwirrt oder belustigt. Wir lachen; debil und etwas weniger laut als alle anderen. Distanzlosigkeit. Der Fernsehen läuft immer. Wir schauen Fußball, gehen in die Stadt, fahren auf den Spil, verbringen einen Tag in Izmir. Essen, essen, essen. Manisa Kebap. Ein Cousin behauptet, er müsse garnicht wissen wie es mir geht, er sehe mich regelmäßig in seinen Träumen. Er hat seherische Kräfte. Ist eine Art Heiliger oder Wächter der islamischen Mythen. Als ich frage, was er sieht, sagt er, dass er es wohl besser für sich behalte. Gut, von mir aus, was juckt’s mich. So geht das vier Tage lang. Schaffe es gerade noch ins Flugzeug ohne etwas zu sagen, das ich später bereuen würde. “Man kann ruhig von ihr erwarten, dass sie Türkisch redet.” Ich liebe Frankfurt, als wir den Flughafen anfliegen, die Stadt durch das Fenster sichtbar wird. Ich meine, ich sehe da ein paar Radfahrer in der Wetterau.

Am nächsten Tag, gleich wieder Arbeit. Es ist anstrengend. Es gibt Probleme. Ein großer, großer Kunde hat ein Problem mit einem Font. Das kann doch nicht sein. Am zweiten Tag finden wir heraus es ist nicht die Font, es ist ein Problem des Programms, das sie verwenden. Darüber ist keiner erfreut. Nur ich freu mich, dass wir herausfinden konnten woran es liegt.
Die Holländer.
Der Samstag. Trauung und Hochzeit von A. und M. in Köln. Vierzehn Uhr in der Kirche. Psalme und Schachtelhalme, Singasang und Brautfang, Gästegemäste. Müde. Hotel. Langer Schlaf. Acht Stunden. Aufstehen, weg. Nach Hause. Soviel Christus und Mohammed in einer Woche. Weiß man nicht so recht. Deren Anwesenheit gespürt, habe ich nicht. Eher Unbeholfenheit und schlechtes Gewissen, oder aber meine Unbeholfenheit.



