Monats-Archive: Mai 2008

geschmack und frieden

Gibt so Ausdrücke, die kommen, werden eine Zeit lang von allem und jedem benutzt und gehen dann wieder. Durchaus auch schwachsinnige Formulierungen, wie das derzeit häufig auftretende: “diametral entgegengesetzt”. Das klingt verdächtig.

sachen gibt's???

Christians Besuch. Schrauben an seiner Webseite. Natürlich haben wir die Schrauben entfernt und alles verleimt. Kommen garnicht zur Musik. Ui.
Oben warten noch die Zinken, die ich für das Regal machen muss. Eine Raspel wär gut oder eine Feile.

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

sowjetunion

Die Bretter sind da. Christoph hilft mir sie einzuladen und wir fahren erst zu seinem Atelier beim alten Polzeipräsidium. Die Bretter sind lang, so dass sie links und rechts am Beifahrersitz vorbeiführen. Christoph sitzt dazwischen. Ich rede mit ihm, aber sehe sein Gesicht nicht. Etwa ab Sachsenhausen beugen wir uns vor und können so unsere Gesichter sehen, während wir reden. Motorräder interessieren mich nicht, sag ich. Bist du überhaupt schonmal gefahren, also eine Fuffziger oder Achtziger? Nee. Na, bitte!
Wir fahren irgendwo in eine Einfahrt und tuckern durch die Hinterhöfe des Atelier Frankfurt. Unbeschreiblich schön: runtergekommen, vollgestellt mit Pflanzen, mit winzigen, verwinkelten Gässchen. Genauso das Gebäude in dem das Atelier ist. Vollgestellt mit Krimkrams. So unglaublich viel, so unglaublich groß das Ganze. Und dann gibt er mir drei Japansägen für die Zinken mit. Wir fahren zu uns, tragen das Holz hoch und dann fahre ich ihn heim.
Zweite Halbzeit Championsleaguefinale Chelsea gegen Manchaster United. Nach einer Weile wird einem klar, Chelsea sollte gewinnen, aber Manchester wird es machen. Weder juckt mich dieser Championsleaguequatsch, noch hege ich Sympathien für Chelsea oder Manchester. Trotzdem schlägt mein Herz dauerhaft schneller und stärker vor Aufregung. Wenn das schon notwendig ist, dachte ich, dann halte ich eben zu Chelsea. Und das hat es auch nicht besser gemacht.

party

Spät eingeschlafen, Radtour verpennt. Zinken gesägt und hier und da geschaut. Abends im Elfer. B. spielt mit einer Ganovenband, wie er sie nennt. Wenig Zuschauer, skurrile Atmosphäre, ein wenig als sei man in einen Kusturica Film geraten. Der Sänger singt Russische Lieder mit deutschen Texten. “Er ist ein Polyp, ich weiß es!”
Dann kommt eine Band aus Moskau. Ska, Reaggea, russische Folklore, Funk. Derbe Mischung. Wär doch was für Stefan, sagen wir einhellig. Kurze Zeit später taucht er samt Freundin auf.
Wie könnt ihr da sitzen bleiben? Das hat er uns schon beim Dubstep gefragt. Ging aber einfach so, kein Problem.

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

nummernschildbürger

Neulich also mein Nummernschild verloren. Vorher aber den Antrag auf einen Bewohnerparkausweis gestellt. In der Zwischenzeit zwei Strafzettel kassiert. Dann kam der Ausweis und war auf das alte Nummernschild ausgestellt. Anrufversuche scheiterten, also Emailversuch. Siehe da, nach einer Woche kommt die Antwort:
“Sehr geehrter Bewohner,…” Geil! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich “Mein Lieber Beamter,…” geschrieben statt “Sehr geehrte Damen und Herren,…”.

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

reicht jetzt

“Der Afro-Pop der siebziger Jahre wird von Rockstars und Plattenfirmen wieder entdeckt. Zum Glück.” – Spiegel Online
Endlich mal was wieder entdecken, das es noch nicht gab – das wär’ auch mal’n Glück.

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

astrophysik

Ja, Hans Nee.

Cs Mutter vergisst ihre EC-Karte an einer Kasse. Noch bevor sie aus der Tür ist, macht man sie darauf aufmerksam und überreicht sie ihr. Wir gehen zum Parkhaus. “Mensch, das passiert mir immer öfter in letzter Zeit. Ich glaube, ich verkalke.” C:”Oje, dann verkalke ich aber auch!” “Dummkopf, dazu braucht man überhaupt erstmal ein Gehirn.”

Bad Vilbel “Jazztival”. Es ist Sonntag. B. und ich sind mit den Rädern hingefahren. Familienpublikum. Das Monkprojekt, dann Juliano Rossi. Wie kommt man eigentlich dazu sich den Künstlernamen Juliano Rossi zu verpassen? Wir reden und ich krieg immer mehr Lust auf die Band. Bassist in Sicht! Wie zur Hölle sehen Lead-Sheets aus?

Erster Feldberg des Jahres. ERSTER FELDBERG DES JAHRES.

wie ihn ein untrainierter sieht
Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

michel hauptplatini

Jajaja, und das war auch immer so gut, wenn wir mit den Ritzeln über die Hügel gepeest sind. Und dann neulich, also letzten Sonntag, endlich wieder. Und alle waren dabei. Naja, fast alle. Schon einigermaßen viele eben. Und dann flackerte das wieder auf, das Gefühl Rennrad zu fahren. Sich die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen ohne was zu merken, Bergankünfte zu imitieren, zu quasseln und sich zu freuen und all das. Und das tat so gut.
Und dann, auf der anderen Seite, der Rechner, der immer stockte beim abmischen, wenn ich zu viele Effekte reinmischte, zu heiß wurde, zu laut war und all das. Also, neuer Prozessor, neue Hauptplatine, neuer Arbeitsspeicher. Eingesteckt, Startknopf gedrückt, nix. Lüfter laufen – schön leise – sonst nix. Rumprobiert gemacht, getan. Im Netz gesucht und fündig geworden, in einem Forum. Die Hauptplatine hat dieses Problem, bekanntermaßen. Und man fragt, sich, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Die sagen, dass es geht und dann geht es nicht und alle sagen: ja, war doch klar. Nee, ey! Horst Nee sogar!
Jetzt, andere Hauptplatine und das Ding geht sofort, ohne Drama, ohne Akt.
Fußball. Der Schiedrichter – sechszehn vielleicht: Willsu misch schlagen Alter?
Witzig, echt witzig.

Veröffentlicht unter Blog | 1 Kommentar

tagelang

Endlich mal wieder am Rad durch die Wetterau, hoch zum Depot und wieder runter. Saalburg ausgelassen, weil es dort nach Regen aussah. In Bad Vilbel ein Lieferwagen mit der Aufschrift “Professionelle Dienstleistungen für Unfälle jeder Art”. Der Wind, meist von vorne.
Am Mittwoch die Probe mit B. (Schlagzeug) in Heddernheim. Freude. Wir spielen ein paar Stücke, es fehlt ein Bassist und leider noch ein zweiter Gitarrist. Und mein Sound klingt wie einmal durch die Nase gezwirbelt. Ich bin mir sicher, dann wird alles gut. B. ist Optimist, sagt: “Es gibt eigentlich immer Möglichkeiten.” BASS!
Am Montag auf der Zulassungsstelle. Es ist acht Uhr oder so. Am Wochenende habe ich mein hinteres Nummernschild verloren. Es muss einfach abgefallen sein. Ich muss warten, etwa eineinhalb Stunden, dann bekomme ich neue Nummernschilder. Kennzeichen F-Q 2800. Das Amt ist voller Türken. Männer, die zu zweit da sind. Ich fühle mich gleich wie im Türkischen Konsulat. Das ist nicht ungewöhnlich, dass sie gleich zu zweit kommen. Türken sind unglaublich unselbstständig und nehmen am liebsten jemanden mit, wenn sie etwas zu erledigen haben. Meist ist es so, dass sie ihren besten Freund fragen mitzugehen, weil sie Angst vor jeglichen Amtsgängen haben und nicht wissen wie sie sich verhalten sollen. Der Freund übernimmt dann alle wichtigen Schritte. Der andere nickt nur, lächelt und unterschreibt. Bei der Ausfahrt vom Gelände fährt ein Auto vor mir. Auf dem Plastikding, das das Nummernschild hält steht: Autohaus HANS NEE. Nee oder?

N.: Die Leute haben nicht den entsprechenden Respekt vor dir, weil du die falschen Klamotten an hast. Würdest du im Anzug hier aufkreuzen, würde man dich ganz anders behandeln. Man würde zu dir hochschauen. Warum machst du es nicht einfach?
F.: Du siehst so gut aus, im Anzug. Aber du kommst immer so ein bisschen verzockt daher. Das verstehe ich nicht.
Vermutlich, weil es sich ganz okay anfühlt in der Haut zu stecken in der man am liebsten steckt.

  • Jörgs Termine bestätigen (jetzt gleich bitte)
  • Lüfterloser Rechner
  • Klamotten
Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar