Monats-Archive: März 2008

der wärmste tag des jahres – bisher

Am wärmsten Tag des Jahres mit Matthi auf dem Fahrrad. Wir nehmen uns vor es nicht zu übertreiben und müssen doch fast brechen, nachdem wir zum Depot hochgefahren sind. Auf dem Feld zwischen Niedererlenbach und Petterweil ein uralter Baum mit drei Stämmen. Weiter unten, wo die Stämme zu einem verwachsen sind, ist der Baum ausgehöhlt. Man hat Stahlseile und -rohre durch den Stamm getrieben, um den Baum vor dem Auseinanderfallen zu schützen. Matthi sagt, dass sicher ein Blitz eingeschlagen sei, der den Baum ausgehöhlt und den Stamm in der Mitte geteilt habe. Überall hoppeln die Hasen durchs Feld.

Wieder zuhause. Auf dem Balkonboden in der Sonne sitzen. Gaffen, aufwärmen lassen. Ganz schön windig. Ein Segeltuch muss her, den Wind abhalten. Tja, das Tuch dann durch das Gitter flechten oder mit Kabelbindern befestigen? Da gehen die Meinungen durchaus auseinander. Werden wir jetzt spießig? Keine Ahnung. Was hat das damit zu tun?

Abends nochmal zum Keller ausräumen an den Alfred-Brehm-Platz. Reicht jetzt.

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halbzeit

bramin sideboard

Endlich mal ein bisschen Ordnung. Nicht zu verwechseln mit Sauberkeit und nicht zu verwechseln mit fertig. Nur so weit, dass wir das Gefühl haben: so wird’s was. Und schon wage ich mich wieder an die Songs, spiel sie und höre mir die CD an, die ich seit sieben Wochen nicht mehr gehört habe. Viel zu dick, zu verhallt. Aber ich habe auch noch Freverts Aufnahme im Ohr. Und die ist so schön trocken und direkt. Will sehen, dass ich den Hall ein bisschen rausnehme.
Zwischendurch zwei halb voyeuristische Links.
Nr. 1: Bei Zeit-Online gibt es immer so schöne Fotostrecken. Die hier zum Beispiel.
Nr. 2: Online-Mixtapes hören und erstellen auf http://www.muxtape.com.

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achtung

Die Fensterscheiben nass, als führen wir mit dem Haus durch eine Waschanlage. Und wieder mal sind wahnsinnig viele Irre auf der Straße, Selbstgespräche führend, die Welt geraderückend. Ich schlängel mich so durch, zwischen Sonnenschein und Hagel, Getränke holend. Die Niedergeschlagenheit verliert etwas an Bedeutung, nur noch müde.
In Bad Homburg an der Kasse, eine Frau von Mitte vierzig, vielleicht. Schwungvoll geschwollene Lippen, hängende, schwarz nachgezeichnete Augenlider, übernatürlich straffe Gesichtshaut. Man will wegschauen, stiert aber hin und bezahlt peinlich berührt. Aber ist doch alles in Ordnung, ist doch nichts Neues, nichts noch nie Dagewesenes. Als ich auf den Parkplatz komme, fährt sie gerade mit ihrem achtziger Jahre Mercedes Cabrio fort und das schaut irgendwie noch trauriger aus.
Und sonst: Gestern war Karfreitag.

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randgasthof

Zurück in der Tretmühle. Müsste aber heißen: Zurück auf die Tretmühle!

Vor einiger Zeit schon, auf Zeit Online ein Videointerview mit Feridun Zaimoglu. Sieht gut aus mit kurzen Haaren und ohne Bart. Der war mir früher nie vollends geheuer. Nicht wegen der Frisur. Einfach so. Wahrscheinlich so ein türk-türkisches irgendwas. Weiß nicht. In dem Video aber, war er mir sehr sympathisch. Ständig ‘ne Kippe im Mund, dicke Klunker an der Hand und der Versuch irgendwas zu sagen, was nicht doof und schon garnicht angestrengt klingt. Was ihm durchaus gelingt.

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schritt für schritt ins neue glück

Kartons sind leer. Basislager steht. Akklimatisierung.
Tagein tagaus die gleichen, selben und andere Gedanken. Macht Lust auf Neues.

Adam Greens neues Album beim Abendessen. Kommt gekünstelt daher. Kopfgeburt mit betonter Lässigkeit. Meine irgendeine Unsicherheit durchzuhören. Oder es ist Arroganz? Schließt sich ja nicht gegenseitig aus. Rufus Wainwright löst bei mir ein ähnliches Gefühl aus. Also keins.
“can’t sing but I got soul”, sagt Bono. Das finde ich lässig. Meine Mitbewohnerin muss fast kotzen. Tut mir leid.

Das Master ist offenbar fertig. Es geht voran.

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unterschrank

Nach dem Wochenende sollte das Allermeiste an seinem Platz stehen. Aber in der Woche, mit dem ganzen Berufsalltag und der Abendruhe und so weiter; viel mehr als Küchenschrankschrauberei ist da nicht. Das alles ein Versuch mehr zu tun als möglich ist, aber die Tage gehen.

schmerzzonen
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licht

ZDF: Drama über die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten.

Erste Nacht, erster Traum. Alle sind da, ein ganzes Stadion voller Menschen. Mein Cousin Nedret mit mir zusammen in Gönnern. Wir gehen Arm in Arm, am Spielplatz vorbei. So wie wir es als Teenager in Manisa gemacht haben. Plötzlich sind wir in einem Stadion. Meine Eltern mit Lotte und ihren Eltern. Die Wäsch-Brombachs. Janis. Nihat aus Istanbul mit seiner Frau. Ich habe sie in Wirklichkeit noch nie gesehen. Matthi und Jürgen. Matthi winkt, Jürgen redet mit Erkan. Irrwitz, denke ich. Auf den Rängen im Stadion lauter Bekannte. Alle. Wirklich Alle. Und ich. Ich weiß nicht was ich fühle. Dann ein diffuser Szenenwechsel. Ich bin schon wieder vergiftet worden, wie neulich in einem Traum, nur diesesmal laufe ich nicht hinterher, bleibe ich einfach in einer Höhle sitzen, und alles um mich herum ist braun und sumpfig.

Geh mir selbst mit Frankfurterisch auf den Sender. Weil ich ständig “Scheizzze” sage. Aufhören mit dem Kack!

Heute Morgen: Lotte zieht um. Ich hole einen Sprinter. Hole Peter und Matthi ab. IKEA. Küche. Hornbach. 24 Latten eine Tür. Matthi und Peter blicken verwundert. Sechzehn Rigips Platten. Zum Glück sagen sie nicht was sie mit ihren Gesichtern ausdrücken. Schrecken und Hohn. Wir müssen es hochtragen. Es tut mir leid. Geschafft bevor die Umzugsleute den Lift aufstellen. Tausend Dank! Große Arbeitsplatte mit Peter. Danach essen im Wanners. Danach Peter nach Hause. Danach Auto zurück. Als ich danach zuhause ankomme, steht alles voll. Bewegen ist nur bedingt möglich. Die letzten Kisten werden hochgefahren. Die kleine Arbeitsplatte nehme ich selbst. Danach Billies und Bennos. Platz gemacht. Besser. Jetzt im Bett. Komalaufen. Gut müde.

An der Stelle wo
die Sonne eben war
ist ein Punkt
ein heller
türkisfarbener

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