ruhe vor dem alltag

Morgens, immer ein bisschen spät. Froh, wenn die Scheiben nicht gekratzt werden müssen. Froh, wenn der Wagen gleich anspringt. Die Taschen auf dem Beifahrersitz, oft zwei oder drei. Die Fahrt länger, wenn vom Zoo – fünf Minuten etwa. Manchmal iPöttle, Kopfhörer, verbotenerweise. Dann Spoon oder LCD Soundsystem. „Jede Woche eine neue Band“-Wahn, ohne mich. Musik ist etwas anderes, in mir. Die tingelnden Autos, kein Weg vorbei, eine Aufregung, ein Brüllen. Lustige Plakate. Schönes, altes Zoo-Schild bei der Tanke. Ein Straußenvogel, ein Schriftzug. Autobahn sechshunderteinundsechszig, wie immer. Parken – noch nicht seit langem – vor dem Gebäude, nicht auf dem geschlossenen Parkplatz dahinter. Ausstieg links. Taschen schultern. Abkürzung, das Gras im Schatten gefroren, in der Sonne nass. Karte noch im Auto. Zurück und loop das. Unter einer der Überwachungskameras mit Wärmesensoren. Große Wagen vor dem Gebäude. Nicht viel mit Sternbildern am Hut, diese hier. Was S. über Soli sagte. Melodien mehrfach wiederholen, loopen. Eine Regel. Und musikalisches Gespür? Wiederholen ist hilfreich, aber Quatsch. Eine kleine Reise veranstalten. Landschaften ausmalen. Nicht jeder Hügel gleich oder wiederholt, eher ähnlich. Das, die Regel. Sie zu brechen wichtig, aber nicht alles. Fiepen des Kartenlesers: durch die Tür. Bankbüro rechts. Bankfrau nicht da. Ein Angebertyp. Fiepen des Kartenlesers: eine Schleuse. Vorhalle. Die Barsche und DJ Bobo an der Rezeption. Am Treppenaufgang vorbei. An den Geländern, bis vor Kurzem, mit Stricken unansehnlich aufgehängte kleine Weihnachtsmannpuppen mit Gartenzwerggesichtern. Wie hingerichtet. Angewinkelte Knie, linke Hand am Strick, rechte Hand mit Sack, baumelnd. Raucher, vor dem Hinterausgang, im Windgeschützten Bereich. Sonderlinge unter sich. Langen Gang entlang. Büros links und rechts. Ignoranz, Konzentration, Lächeln, Gruß. Fiepen des Kartenlesers: durch die Tür. U links, K rechts. A und M links, L rechts. Js Tür geschlossen. Rechts rein. Mein eigener und Teegeruch. Taschen in die Ecke. Schranktür. Andere Karte. Schnell. Im Vorbeigehen in As Büro. A vor dem Bildschirm stehend. Stehtisch. Blick auf die Uhr über dem Bildschirm. Knapp. Langen Gang entlang. Fiepen des Kartenlesers: Arbeitsbeginn. Rechtzeitig. Büro. Mantel aus, Mütze ab, Notebook raus, Kabel dran, Geräte an. Fiepen der Rechner: Bootvorgang. Zwei Gedanken. Einer vorbei. Redeschwall nebenan. Watte quillt. Haut tauber. Tastatur. Maus. Linke Taste total glatt, von den Klicks, die hier verübt wurden.

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Ein Kommentar zu ruhe vor dem alltag

  1. Anonymous sagt:

    Lecker Text das, Ati. So mag ichs. Als Registriermaschine durch die Welt. Und ab damit!

    Salut
    Mati