Monats-Archive: Januar 2008

gegen rechts

Dienstag, Typostammtisch. Die sind so unverstellt freundlich, dass es einfach immer schön ist sie zu treffen – die Tanja und der Peter von Typosition.
Wir sehen uns ein Buch mit alten Filmplakaten an, das parallel zur Austellung im Filmmuseum herausgebracht wird, die zur Zeit läuft. Ich schau mir eins der abgebildeten Plakat an, bei dem die Liste der Schauspieler durch unterschiedliche Schriftgrößen den Rumpf – Hüfte, Taille und Achseln – einer Frau abbilden. Die beiden Os aus dem Namen Sopia Lorens sind etwas größer und stellen die Brüste dar. Der Name des Films ist etwas umständlich, gefällt mir aber gut. Das möchte ich gern als Anmerkung in die Runde werfen und sage: “Die hatten aber auch so geile Titten, früher!”
Man lacht, ich werde rot und muss selber lachen, denke kurz daran, dass Frauen am Tisch sitzen, die ich in meinem ganzen Leben vorher nicht gesehen habe, die jetzt einen Eindruck von mir kriegen… Naja, tröstlich, dass das nicht der einzige Versprecher an diesem Abend war. Es geht voran.

Zum Typostammtisch kann jeder kommen, der sich für Schrift und Typografie interessiert. Wer will kann gerne eigene Projekte aus Arbeit, Studium oder Beruf mitbringen, vorstellen und darüber reden und diskutieren. Der Stammtisch findet immer am letzten Dienstag des Monats im “Försters” in Offenbach (Ludwigsstraße/Ecke Goethestraße, Nähe-S-Bahn-Haltestelle Ledermuseum) ab 20 Uhr statt.

Peter und Tanja organisieren gemeinsam mit ver.di auch jedes Jahr die Tage der Typographie.

Zum wachwerden läuft im Radio “Battery” von Metallica, was mich so sehr belustigt, dass ich gleich gut gelaunt aufstehe. Ich denke: Heiliger! Korap, was hast du da eigentlich gehört, mit fünfzehn?
Ich hab keinen Schimmer!

K – I – S – S – I – N – G, chicka chicka dee do me like a banshee
low brow is how swimming in the sound of bow wow wow
aw baby do me now do me here I do allow

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die stille nach dem mix

altans spam

Hihihi, das kleine Glück ist nah.

Die ganze Zeit meine Songs abgemischt. Der erste Mix ist ein wenig in die Hose gegangen. Dann, Neuausrichtung. Die grundsätzliche Frage klären: Was ist die Band? Bass, Gitarre und Schlagzeug? Also sollten diese Instrumente auch jederzeit dominieren. Ja, das ist es. Es geht. Die ganzen schönen Ideen wandern etwas mehr in den Hintergrund. Macht nix, sind ja nicht verloren, erledigen ihre Aufgabe nur angemessener. Ständig vorbeugen, zurücklehnen mit einem Schalter zwischen den Abhörmonitoren und der Anlage hin- und herschalten, die ich angeschlossen habe, um zu hören wenn ich zu viel Bass drin habe. Vier Stücke sind fertig abgemischt. Ich wundere mich etwas über die laut-leise Passagen, beschließe aber dass es auf Grund der Dynamik okay ist, dass es eben so ist und zähle auf den Limiter. Ich beschließe ein Minimalmastering, bestehend aus einem Limiter, der die Pegel etwas angleicht, auf den Mix anzuwenden. Das hört sich super an! Großer Test auf Lottes Anlage. Besser kriege ich es nicht hin. Könnte heulen vor Freude. Jetzt beim Finalen Mastering noch ein bisschen die Bässe runterregeln und ich bin fertig – mit vier Stücken. Fehlen noch acht oder so.

Ausstellungseröffnung im Gutleutviertel. Christoph hat an der Wand zwei Brettchen angebracht. Eins hängt etwa fünf cm über dem Boden. Von unten ist das untere Drittel einer Eifelturmminiatur angeklebt. Das zweite Brettchen hängt genau hundertzünfundachtzig cm über dem ersten Brettchen, von oben sind die oberen Zweidrittel der Eifelturmminiatur angebracht. Altan Eskin, der so heißt wie meine Mutter, hat einen Holzrahmen mit dutzenden kleiner Dübel versehen und dazwischen einen Baumwollfaden kreuz und quer gespannt. Er erzählt mir, dass er endlich mal was machen wollte, was er nicht gleich wieder abreißen muss. Aber ist niemand gekommen um die Kunst zu sehen, die hier ausgestellt wird? Ich glaube nicht. Ein albernes Gepose und viele wirklich verbraucht aussehende junge Menschen. Man sorgt sich fast ein bisschen. Christoph sagt, das sei inszeniert und gewollt. Nichts ernstes. Kann es kaum glauben.
Ich erzähle Altan, dass ich auf seiner Seite war und sehr über spam! gelacht habe. Er sagt, er habe noch welche von den Aufklebern, ich könne einen haben. Ja, vielleicht für den Briefkasten in der neuen Wohnung…

Esse einen Braeburn der so fest ist, dass er zu platzen droht. Schmeckt aber gut.

Sojamilch ist eine gute Alternative, wenn man gerade keine Milchprodukte zu sich nehmen darf. So klappt es auch mit dem Müsli, von dem ich mich ernähre.

Die neue FSK läuft im Hintergrund. Klingt extrem komponiert, lebt aber trotzdem. Wahrscheinlich von der Entspanntheit, die es transportiert. Manches klingt nach Stereolab?
“Bring mich nicht an den verdammten Ort, an dem es riecht nach Brot”

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auweia austria

im winter...

Tja. Erstklassige Retusche. Kann der Herr Koch noch was lernen. Und bei soviel Wortwitz, könnte man meinen der Name sei einfach nur ein weiterer.
Am liebsten würde man sich nicht mehr waschen. Wer heute schon wieder mit “Sauberkeit” um sich schmeißen darf.
Wenn ich genau hinhöre, höre ich Blasmusik. Stimmt das?

kehrblech
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moleskine

Um einen Maulwurf aus dem Garten seines Ferienhauses an der Ostsee in die ewigen Jagdgründe zu vertreiben, überlegte sich ein dreiundsechzigjähriger Berliner, würde es reichen zwei Metallpfosten in den Boden seines Gartens zu rammen und dreihundertachtzig Volt an Starkstrom durchzuschicken. Aber der Weg, den sich der Strom wählt ist gar nicht so leicht zu berechnen. Insbesondere, sollte man es vermeiden näher an der Stromquelle zu stehen, als der zweite Metallpfosten. Unser Berliner tat das nicht und beförderte sich selbst dahin wo er den Maulwurf gern gehabt hätte. In der Tat, das Problem hat er auch so gelöst.
Die Polizei, die den Herren fand, erlaubte sich den Strom vor der Bergung der Leiche abzustellen.

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situation normal

Wenn jemand mit seinem Gehabe immer nur suggeriert: “So bin ich. So muss man mich nehmen!” Dann ist das auch nur bis zu einem gewissen Grad zu ertragen. Irgendwann wird’s asozial.

Ironie, oder was? Der Mensch, der in den Achtzigern die Sterbehilfedebatte anheizte, hieß Hackethal. In einem Biografischen Artikel steht folgender, bitterer Satz: “Julius Hackethal wurde am 6. November 1921 in Göttingen geboren; er hatte geglaubt, den Krebs besiegen zu können, doch musste 1997 selber an Lungenkrebs sterben.” Fehlt nur noch das Ätsch-Bätsch.

Gestern der erste Arbeitstag seit drei Wochen. Das aufregendste Erlebnis war, der mehr als ein Mal getätigte Ausspruch: “Ah, ein neuer Kollege!” Oder für uns Frankophile: “Ah oui, un nouvelle Collage!”

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mehr rotes equipment

fatman 2 fatFreitag nochmal zu Stefan ins Studio, die restlichen Gitarren einspielen, den Mix absprechen. Bin neugierig, wie es sich anhören wird, am Dienstag.
Wieder zuhause, am eigenen Kram weitertüfteln. “Kann es sein” ist jetzt fertig abgemischt. “tanz mit mir bis morgen” und “es bleibt kein auge trocken” endlich mit richtigen Schlüssen versehen. “die wiese” kann abgemischt werden und auch “statistik fantastik”. Der könnte auch mal einen neuen Titel gebrauchen, der Titel.
Viel Kleinkram, der vor dem Abmischen anfällt. Zum Beispiel das Rauschen aus einem KungFu-Film-Sample rauszukriegen. Unglaublich aufwändig für fünf Sekunden Prügel, aber mit wirkt es einfach besser.
Als ich Gesang aufnehmen will geht mir der Mikrofonverstärker auf den Sender. Alles was rauskommt klingt nasal. Entweder ich kann mit diesen Dingern nicht umgehen, oder sie sind wirklich nicht so gut. Bin jetzt ja auch verwöhnt von den Geräten in Stefans Studio. Nachts noch die Bassspuren für Christian hochgeladen.
Samstag früh dann aber zu Musik-Schmidt:TL Audio Fatman 2 Fat. Kompletter Hirnriss eigentlich… Aber rattenscharfes Gerät! Klingt auch echt fett. Insbesondere wenn ich den Schack darüber spiele.
Mittags kommt Janis vorbei. Wir lachen. Wir verabreden, dass er über Ostern für ein paar Tage bleibt. Dann bringe ich ihn nach Sossenheim. So klein ist das Glück manchmal. Und so kurz.

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pairs de paris

apotheke

Der Louvre, Pont des Arts, Sacre Cœur, Montparnasse, Metropolitain und die Tickets auf dem Grab von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Im Vorbeigehen, Mere La Chaise, d’Orsay, Forum des Halles, Tati, Pigalle, Place Emile Goudeau und die Brasserien. Die Rue Fouburg Montmartre 35, Art Nouveau, Montmartre, Centre Pompidou und die Zigarettenstummel auf den Dächern der Stadt. Gambetta, Gare de l’Est und die Tasse, die mal auf dem Grab von Serge Gainsbourg stand. Der Blvd Barbes, Metro, Belle Epoque, Pere Lachaise, Cafe Martin und die unentwegt hupenden Autos vor dem Hotel.
Ich stelle fest: Bald kann ich die Marseillaise auswendig. Paula kann das bezeugen. Würde aber sicher behaupten, dass es nicht stimmt.
Vor uns sitzen der Ralf, der etwa fünfundvierzigjährige Herr und seine junge Freundin. Ich setze die Kopfhörer auf. Lotte nimmt mein Notizbuch, schreibt: “Ra-half, ich hab so Angst… Der Zug fährt so schnell. Wenn ich rede, habe ich keine Angst mehr.” und verdreht die Augen. Ich fürchte, dass sie gleich kotzen muss.

Gestern, der erste Tag der Aufnahmen zum kleinen Abend Glück. Alles wird glücker.

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urban turban

Sadi schreibt:
Hi my homies.
Happy new years!
Without any tears!
And enough beers!
And forget all your fears!
For ever yours!
Sadi

Was soll man dem hinzufügen?
Listen to your ears!
cheers

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knflikt ohne “o”

warum sieht dieses absolut futuristische auto so sehr nach 60er jahre aus?

Ein schönes Silvester mit allen Freunden. Schönes, sinnfreies Gelaber mit Kevin. Diametrale Stimmungstiefs und -hochs gestern Nachmittag. Diametral ist ein schönes Wort. Was bedeutet es? Morgens ist die Nase und der Hals zu, gegen Mittag wird es besser, spät Abends trocktnet der Hals-Rachenraum aus und es ist fast so schlimm wie Morgens. Ich spielte gestern Nacht noch bis halb vier unsere Stücke ohne Effekte (Hall und Echo) ein, was beschissen klingt. Und auch nicht ganz so einfach ist, weil ich glaube, dass man anders spielt, wenn es anders klingt. Außerdem verzeiht der trockene Sound einem keine Fehler. Aber so ist’s gewollt und hoffentlich halten die Effekte, die wir nachträglich zufügen wollen, was sie versprechen. Das lange spielen hat seinen Preis, heute sind die Finger meiner linken Hand etwas geschwollen.

sessel, auch 60er

Trotzdem der Film so stark beworben wird, trage ich seit Ende August eine ziemlich große Vorfreude auf “Darjeeling Limited” mit mir herum. Heute läuft er an und ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob ich nicht ein bisschen zu viel erwarte.

Gestern kurz in einem Buch über die Türkei geblättert. Ein kurzer historischer Abriss über das Osmanische Reich. Ich kapiere nicht, in welchem Licht die Türkei bei Udo Steinbach steht. Oder bin ich etwa genauso blöd patriotisch wie die meisten Türken? Bei der Lektüre denke ich ständig: Mit jedem dritten Satz wird der Einfluss der Osmanen relativiert. “Ja, ist ja gut, ich denke ja auch nicht, dass sie die Tollsten waren. Erzähl doch erstmal zu Ende.” Komisch, warum mich das so anspringt. Na, als Strafe vielleicht noch ein bisschen Anti-Nationalismus-Paste aufs Ohr schmieren und fünf mal die Internationale singen.

unterbelichtete tuerken

Zur Sicherheit habe ich gerade nochmal weitergelesen und feststellen können, dass es was bringt die Internationale zu singen.

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