Tages-Archive: August 23, 2007

der junge und das komma

Das “Journal Frankfurt” ist ein Stadtmagazin für (man ahnt es bereits) Frankfurt. In der aktuellen Ausgabe werden fünf Läden vorgestellt, die das allerneuste und allertollste sein sollen. Ich schau rein und denke: “Was zum Teufel ist das ‘Mantis Roofgarden’?”. Ich lese also den Artikel über den Laden und stelle fest: es handelt sich um die Studiobar. Wusste gar nicht, dass der Saftladen geschlossen wurde.
Nachdem das geklärt ist, geht es in dem Artikel nur noch um den Besitzer, Pächter, was auch immer der Typ sein mag. Der Bericht handelt davon, wie nervös der Typ ist. Er hat zweikommazweimillionen € in den Schuppen gesteckt und hat jetzt Panik das Geld nicht mehr reinzukriegen. Das wird zumindest suggeriert. Ob das reicht den Laden auf die Liste der Topadressen zu nehmen, seine unfassbare Coolness zu erwähnen und einen Happyhour-Coupon ins Heft zu legen? Ich weiß nicht.

komma

Ein kleiner Junge war mal für eine Weile krank. Da war er im zweiten Schuljahr. Während dieser Zeit wurde in der Schule beim Diktat das Komma als Satzzeichen eingeführt. Als der Junge wieder gesund war und danach zum ersten Mal wieder in die Schule ging, wurde gerade an diesem Tag ein Diktat geschrieben. Der Diktator las etwas in der Art: “Blablablabla blablabla KOMMA irgendwasirgendwasirgendwasPUNKT” Der Junge schrieb: “Bllablahblaabla blaplabla koma irgentwasirgendwaßürgendwas.” Dann wunderte er sich über das Wort in der Mitte und fragte das Mädchen, das ihm am Gruppentisch gegenüber saß, was es wohl bedeutete. Die sah was der Junge gemacht hatte und rief: “Haaaaa ha! Der schreibt ja KOMMA! Haaaaaa ha!” Und die ganze Klasse lachte. Aber der Junge verstand nichts. Die anderen lachten, während der Diktator – er hatte übrigens Eier unter den Augen – sich entsetzt zeigte. “Das haben wir doch letzte Woche gelernt! Du musst ein Komma machen wenn ich Komma sage, nicht ‘Komma’ schreiben.”, sagte er streng. Der Junge wusste nicht wer genau ihn da gerade verarschen wollte, aber irgendetwas stimmte nicht. “Wie jetzt?”, fragte er. “Na, ein Komma eben!”, sagte jemand und schon wieder lachten alle. Dann erbarmte sich jemand und sagte: “O Mann, ein Komma eben. Wie ein Würstchen.” “Soll ich Würstchen schreiben?” Wer jetzt noch einigermaßen unbeschwert Atmen konnte, war gut dran. “Nein, schau.”, sagte der Diktator und ging zur Tafel um ein Komma zu malen. Sowas blödes hatte der Junge natürlich noch nie gesehen.

Also gut, es dauerte noch eine Weile bis er begriffen hatte, dass es sich beim Komma um ein Satzzeichen handelt. Aber lange vorher schon war dem Jungen klar, dass das nix werden würde mit ihm und dem Komma. Ganz ohne Eitelkeit kann ich behaupten, dass ich das nachvollziehen kann und der Junge mir in diesem Punkt/Komma sympathisch ist.

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