Monats-Archive: August 2007

hamburger spacken

A661. Das Spiel des Sonnenlichts mit den Bäumen, in der Morgenluft, auf dem Asphalt, in meinem Auto. Sogar auf meiner Gangschaltung, der Handbremse und der Notebooktasche, die neben mir auf dem Beifahrersitz liegt. Darin mein Rechner, wie eine Nixe im Goldfischglas. Ich könnte ewig auf der Straße fahren, unter all den Brücken durch. Vorbei an all den dunkelgrünen Bäumen, die aussehen als hätte sich der Ruß der Autos direkt auf den Blättern niedergelassen. Hat er sicher auch.
Wenn man zur richtigen Zeit fährt, kommt man der Ewigkeit recht nah, im Stau. Ich hör jetzt mal wieder Kante.

Gestern mal wieder Fußball in einer miefigen Turnhalle in Bad Nauheim. So was Schweißtreibendes. Und die immense Belastung der Gelenke und Knochen. Rattenscharf! Radfahren dagegen: frische Luft, die ganze Zeit. Keine unnötig, schwachsinnigen Belastungen. Danach total entspannt, ein bisschen high von dem ganzen Sauerstoff vielleicht. Aber ganz egal was man tut, eins ist gleich: schlafen wie ein Baby.
Heute Abend wird der Christian angerufen.

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

der tee oder ozean

Einer der tollsten Filme der letzten Jahre war “The Life Aquatic with Steve Zissou” von Wes Anderson. Ich freu mich schon auf seine nächste Produktion The Darjeeling Limited, die am 3. Januar in die deutschen Kinos kommen soll. Viele Schauspieler mit denen Wes Anderson schon in seinen älteren Filmen gearbeitet hat, spielen auch hier wieder mit. Unter anderem Owen Wilson, der bisher bei jeder Wes Anderson Produktion entweder als Schauspieler oder als Co-Autor mitgewirkt hat. Offenbar hat er an einem der vergangenen Tage versucht sich umzubringen, es aber nicht geschafft.

wes anderson im u-boot von life aquatic
Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

wer liest mit?

So, das war’s! Ich bin dabei.
Pri Lindsey schrieb nämlich gestern:

Hi atilla

To everyones surprise, these cock enlargement pills work.

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

zeit zu nerven

Montag Morgen. Sonne. Auf der Friedberger von der Ecke Rat-Beil-Straße bis Atterbury regennasse Straße. Schnell das Bundeswetteramt anrufen: Euch ist da ein Fehler unterlaufen. Wollte ich nur mal sagen. Nichts zu danken. Tschüss.

Neuerdings bekomme ich so neuartige Spammails. Die sind so anders. Fast schon freundlich und persönlich. Ich denke mittlerweile ernsthaft über eine Penisverlängerung nach.

Fahim Pvlina schreibt
Hello atilla
You MUST enlarge ur penis!

Jaromir DeVos kommt medizinisch daher
Hello atilla
Doctor Approved and Recommended penIsenlargement.

Colette Coscia kennt sich aus
Hello atilla
How big is your penis? these pills will make it bigger! and bigger!

Danke, Saronn Raggett, aber findest du wirklich?
Hello atilla
Insane big dick in ur pants!TODAY!

Yolanda Goran, bei einem Schlong kann wirklich keiner widerstehen.
Hello atilla
Get a bigger schlong this month

Negovan Skillen ist Hobbypsychologe.
Mail to atilla
Tired of being just average?

Veröffentlicht unter Blog | 1 Kommentar

der junge und das komma

Das “Journal Frankfurt” ist ein Stadtmagazin für (man ahnt es bereits) Frankfurt. In der aktuellen Ausgabe werden fünf Läden vorgestellt, die das allerneuste und allertollste sein sollen. Ich schau rein und denke: “Was zum Teufel ist das ‘Mantis Roofgarden’?”. Ich lese also den Artikel über den Laden und stelle fest: es handelt sich um die Studiobar. Wusste gar nicht, dass der Saftladen geschlossen wurde.
Nachdem das geklärt ist, geht es in dem Artikel nur noch um den Besitzer, Pächter, was auch immer der Typ sein mag. Der Bericht handelt davon, wie nervös der Typ ist. Er hat zweikommazweimillionen € in den Schuppen gesteckt und hat jetzt Panik das Geld nicht mehr reinzukriegen. Das wird zumindest suggeriert. Ob das reicht den Laden auf die Liste der Topadressen zu nehmen, seine unfassbare Coolness zu erwähnen und einen Happyhour-Coupon ins Heft zu legen? Ich weiß nicht.

komma

Ein kleiner Junge war mal für eine Weile krank. Da war er im zweiten Schuljahr. Während dieser Zeit wurde in der Schule beim Diktat das Komma als Satzzeichen eingeführt. Als der Junge wieder gesund war und danach zum ersten Mal wieder in die Schule ging, wurde gerade an diesem Tag ein Diktat geschrieben. Der Diktator las etwas in der Art: “Blablablabla blablabla KOMMA irgendwasirgendwasirgendwasPUNKT” Der Junge schrieb: “Bllablahblaabla blaplabla koma irgentwasirgendwaßürgendwas.” Dann wunderte er sich über das Wort in der Mitte und fragte das Mädchen, das ihm am Gruppentisch gegenüber saß, was es wohl bedeutete. Die sah was der Junge gemacht hatte und rief: “Haaaaa ha! Der schreibt ja KOMMA! Haaaaaa ha!” Und die ganze Klasse lachte. Aber der Junge verstand nichts. Die anderen lachten, während der Diktator – er hatte übrigens Eier unter den Augen – sich entsetzt zeigte. “Das haben wir doch letzte Woche gelernt! Du musst ein Komma machen wenn ich Komma sage, nicht ‘Komma’ schreiben.”, sagte er streng. Der Junge wusste nicht wer genau ihn da gerade verarschen wollte, aber irgendetwas stimmte nicht. “Wie jetzt?”, fragte er. “Na, ein Komma eben!”, sagte jemand und schon wieder lachten alle. Dann erbarmte sich jemand und sagte: “O Mann, ein Komma eben. Wie ein Würstchen.” “Soll ich Würstchen schreiben?” Wer jetzt noch einigermaßen unbeschwert Atmen konnte, war gut dran. “Nein, schau.”, sagte der Diktator und ging zur Tafel um ein Komma zu malen. Sowas blödes hatte der Junge natürlich noch nie gesehen.

Also gut, es dauerte noch eine Weile bis er begriffen hatte, dass es sich beim Komma um ein Satzzeichen handelt. Aber lange vorher schon war dem Jungen klar, dass das nix werden würde mit ihm und dem Komma. Ganz ohne Eitelkeit kann ich behaupten, dass ich das nachvollziehen kann und der Junge mir in diesem Punkt/Komma sympathisch ist.

Veröffentlicht unter Blog | 1 Kommentar

kuru fasulye ve pilav

Übermorgen Abend um acht gibt es in der Freitagsküche “kuru fasulye ve pilav”. “Pilav” ist das türkische Wort für Reis. Die wörtliche Übersetzung von “kuru fasulye” ist “trockene Bohne”. Als Kind war ich immer irritiert, schließlich schwammen die ganzen Bohnen ja in dem Eintopf und waren alles andere als trocken. Gemeint ist aber eher, dass die Bohnen vor dem Kochen trocken und hart sind. Frisch gekochter Bohneneintopf schmeckt tatsächlich am besten auf Reis. Also nicht verpassen und hingehen!
Ein Tag nach dem Kochen, und kalt passt ganz frisches weiches Weißbrot allerdings besser. Meine Mutter hat das Brot dazu immer selbst gemacht. Und ich war ein dickes, glückliches Kind.

 türkenkram: trockener bohneneintopf

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

El Wiz

Überall diese Elvis-Hysterie. Meine Güte, warum fahren immer alle auf diese Mafia-FBI-Spitzel-Pupser ab? Jaja, schon gut, ich hab keine Ahnung wovon ich rede… Aber das da ist eindeutig ein kleines Bäuchlein.

den hängt de' pelvis über der unnerhos'

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

reste von seattle und gitarren

Drei Meister der Schrittgestaltung lassen sich am letzten Tag der Konferenz über zehn in den Anfängen befindliche Schriften aus. Das war interessant. Diese geschulten Augen, dieser riesen Fundus an Buchstabenformen im Kopf, wenn das so aufblitzt.
Zack! Der Vergleich: “ein bisschen wie dies und das und auch was von dem.”
Zack! Die Designfehler: “da ist die Kurve zu flach, da sehen die Kleinbuchstaben zu schwächlich aus, die Großbuchstaben zu wuchtig. Musst du mal ausprobieren welches von beidem zutrifft, das kann dir nur das Ausprobieren zeigen.”
Ich freu mich ja immer, wenn jemand so großzügig ist und auch die Arbeitsweise in seine Kritik mit einbezieht. Wenn jemand weiß, das geht nur über Probieren und kann man jetzt auch mit dem größten Wissenshintergrund nicht einfach schlecht reden. Den Respekt muss man auch aufbringen, der gehört dazu. Schließlich hat sich jemand Arbeit gemacht, beschlossen was vorzulegen, was zu erfinden. Irrtümer inklusive.

Flache Phrasen, Irrsinnige Wörter, Müll, Trash, Garbage:
Weight Management, Body Sculpting, Heyhowareyoudoing, Folks, yougottawashyourhandsbuddy, i’msofuckingnotlyingsir.

Im EMP (Experience Music Project) am letzten Tag. Eine Art Rockmuseum. Kurt-Cobain-Schlüsselanhänger, Jimi-Hendrix-Tassen, Pearl-Jam-Konzertposter. Interessant ist es trotzdem. In der Gitarrengalerie sehe ich die Flying V und mir wird bewusst, wie alt dieses Modell eigentlich schon ist. Mitte der Fünfziger Jahre wurden die ersten Gitarren in V-Form ausgeliefert. Und seit Ende der siebziger Jahre dient die Flying V Musikern sich maskulin und pathetisch zu geben. Allen voran Rudolf Schenker von den Scorpions.

viele helden

Es hat nicht immer mit der Gitarre zu tun, wie man wirkt. Aber sie kann einen Eindruck sicher verstärken.

kaum peinlich

Einer der die Flying V von Anfang an benutzte, war Albert King. Und ich finde, sie passt wunderbar zu ihm.

das original

Früher sollte das EMP ein Jimi Hendrix Museum sein, doch man fand nicht genug Kram von ihm oder über ihn, um ein so großes Museum zu füllen. Deshalb gibt es jetzt verschiedenen Sektionen. Rap und Hip Hop inklusive Grafitty, Grunge, andere Seattle Bands wie Queensryche und Heart, ein Zimmer mit Interviewbeiträgen auf Bildschirmen, die in einer Endlosschleife laufen.
Entdeckungen: der grüne Pulli von Cobain, den er im “come as you are”-Video getragen hat. Kim Thyils größter Einfluss sind die Beatles, Mike McCreadys größter Einfluss ist Hendrix. Hört man ohnehin am Spiel, klar. Trotzdem schön die Bestätigung zu hören. In der Gitarrensektion sind alle bekannten Gitarrenmodelle seit den dreißiger Jahren ausgestellt. Die Dobro und die Lap Steel Gitarren. Auf einem Bildschirm laufen Videos der großen Gitarristen. Immer nur kurze Soli. In den fünf Minuten die ich davor stehe sehe ich unter anderem Rory Gallagher, Jeff Beck, Les Paul, Mary ? Osbourne und Son House. Einige waghalsige Gitarrelicks von Countrygitarristen aus den Fünfzigern, deren Namen ich noch nie gehört habe und deren Darbietung alles Gefasel von den schnellsten Gitarristen komplett ad Absurdum führt.

Gestern endlich die Bob Dylan Doku von Scorsese geschaut. Dylan ist ein ganz schön Guter, das kann ich ja erkennen. Aber ich kann mich nur langsam mit ihm anfreunden. Davon ungetrübt: die Interviews aus den sechzigern sind absolut sehenswert.

Paar Bluesvideos für die, die druchgehalten haben:
Nicht erschrecken! Odette
Son Houses einzigartiger Gitarrenstil. Würde heute komplett verlacht werden. Mir ist ein Rätsel wann er welche Saite anschlägt und wie das Ganze die Geräusche erzeugt, die es erzeugt…
Nochmal ein Video von Son House aus 1967. Die Gitarre klingt hier interessanter, finde ich.

Veröffentlicht unter Blog | 2 Kommentare

unter den blinden

Ich hab Hunger, muss hier aufräumen, muss Dinge wegräumen, muss Dinge auf dem Dachboden deponieren, muss einkaufen, muss das Essen vorbereiten, muss mich duschen, mich rasieren, muss warten, muss noch von dem Museum berichten und von den Leuten dort, vom Flug und den Kontrollen. Aber nicht jetzt. Echt nicht. Sorry, aber das geht zu weit. Morgen vielleicht? Oder übermorgen? Kommt ihr heute Abend eigentlich vorbei? Und warum nicht?

Kleine Zwischeninfo: Aronsirup schmeckt super!

Motto des Tages von LCD Soundsystem – movement:
It’s like a culture without the culture of another culture
It’s like a discipline without the discipline of all other disciplines
It’s like a movement from this whole place to a bigger city
It’s like a fat guy in a t-shirt doing all the saying

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

endlich regen

Vergessen wir nicht unserem heimlichen Bruder Christoph an diesem Tag zu seinem Geburtstag zu gratulieren. Heiliger Christoph, alles Gute!

Zeitverschiebung = Hirnverschiebung. Schlafverschiebung. Schiebung. Heftige, kurze Anfälle von Müdigkeit. Totenähnlich, dann sofort wieder hellwach. Aufgekratzt.

Treffen, Workshop. Interessante Neuigkeiten auf der Konferenz. Nachmittags ein ausgedehnter Spaziergang Richtung Norden. Vorbei am Space Needle, rechts am Lake Union entlang. Über ein Brücke, die ordentlich vibriert hinein ins University District. MacBook kaufen. Unsympathischer, humorloser Verkäufer. Einzig einer seiner Kollgen sagt etwas nettes: “Enjoy the sun out there!” Und es klingt wirklich sehnsüchtig, so dass ich ein bisschen Mitleid kriege und fast fragen will, ob sie denn keinen Hafturlaub beantragen können.

Abends die Eröffnungsfeier der eigentlichen Konferenz (vorgelagert sind Workshops, bei denen die Teilnahme extra kostet). Ein lustiger Designer und seine lustige Designpartnerin halten die Eröffnungsrede. Sie sind Gründer der Designagentur modern dog und präsentieren sich mit einem Plakat auf dem eine stolze Katze vor pinkem Hintergrund zu sehen ist. Nach der Rede bin ich so müde, dass ich es vorziehe im Hotelzimmer zu poofen.

Heute Morgen dafür seit vier Uhr wach. Es hat geregnet. Die Straßen sind nass. Der Ausblick trotzdem schön. Ich liebe Städte am Morgen. Die Ruhe und das langsame Erwachen. Und wenn dann noch die Straßen langsam abtrocknen, dann kann nichts mehr schief gehen.

Veröffentlicht unter Blog | 2 Kommentare