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Sehe ich eben erst: Verkehrsdezernent Sikorski sagt, die Stadt Frankfurt müsse sich für die Zeil zwischen einem „Rummel“ und einem „qualitätsvollen Stadtzentrum“ entscheiden. Deshalb hat er alle Sondernutzungserlaubnisse für die Zeil zum Ende diesen Jahres gekündigt. Treffen soll das die Stände, die auf der Zeil kampieren, und passieren als Teil der Umgestaltung der Zeil zwischen Frühjahr und Herbst nächsten Jahres. Auch Petra Roth faselt von einer „qualitätvollen Fußgängerzone“. Zucht & Ordnung heißt jetzt Sicherheit & Qualität. Anders gesagt Qualitätskontrolle. Das neue Kaufhaus oder die Galerie oder welcher größenwahnsinnige Rotz auch immer das werden mag wird „Frankfurt hoch vier“ heißen.
Was sagen wir da? Na klar: RUMMEL HOCH VIER!

In der Braubachstraße sind die Fugen zwischen den Pflastersteinen so sauber gepustet, dass sie ein bis zwei Zentimeter tief sind. Für Straßenschlachten ganz praktisch, dachte ich, so muss man nicht lange rumeiern, bis man die Steine rauskriegt. Dann stellte ich fest, dass der Kram in den Fugen wahrscheinlich Beton ist. Da wusste ich, das ist eine qualitätvolle Pflasterstein Passage. Und sauber! Aber sauber sagt man heute wahrscheinlich nicht mehr, sondern clean. Ja, clean! Das hört sich wie klinisch, was auch positiv ist. Oder zumindest qualitätvoll.

Im Metropol ist man immer ein bisschen genervt, weil die Bedienungen alle derart verpeilt sind, dass man locker zwei bis drei Stunden dort sitzen könnte, ohne überhaupt wahrgenommen zu werden. Da müsst ihr aber nochmal was machen. Bei dem Kuchen und dem Hinterhof wäre es eine Schande, den Schuppen zu meiden.

Murat will nicht mehr Arslan genannt werden. Was okay ist. Immerhin war Arslan sein richtiger Name. Mich nannten sie immer Schnordel oder Schnori und Christian hieß Ruffi, Puffi oder Robert oder Roberta.

Was ich zu Musik und Typografie sage? Nichts. Aber Goetz schrieb in seinem Roman:
Musik füllt den Raum, SCHRIFT nicht.
Wie sehr mich manche Sätze anmachen. Unfassbar!
Neulich in seinem Blog die Beobachtungen im Bundestag über Machtverhältnisse usw… Da will man nur noch schreien vor Freude oder in Tränen ausbrechen oder so.
Und auch neulich, zeigt mir C auf Youtube die Lesung beim Bachmann-Preis vor vierundzwanzig Jahren. Abartig und verrückt und noch immer frisch und unverbraucht. Wie körperlich das ganze wird. Wie nah an seinen Zuckungen der Text ist. Ich konnte es kaum glauben, dass ich es nicht mal sonderlich aufgesetzt fand. Obwohl natürlich klar ist, dass es inszeniert war. Schräg.

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