Schwarzwaldachingen

Um kurz nach drei auf der Autobahn. Fürchterlicher Regen. Kaum sieht man wo man hin fährt. Kurz vor Offenburg klart es ein wenig auf. Auf der Landstraße:

Nebelschwaden
in den dunklen Wäldern auf
den Hügeln des Schwarwalds.
Wie sich auflösendes
Klopapier
im grünen Salz der
Dardanellen.

dradaderdadur

Keine Sorge, es muss niemandem das Herz bluten, ist nicht wirklich Poesie. Stehe nur unter dem Eindruck des der Hausacher Leselenz‘!

Die Leute reden da so komisch. Schwäbisch, Badisch, irgendwas.
Ein sechzehnjähriger Junge an unserem Tisch. „Ich schreibe auch, wollen sie mal lesen?“ Drückt uns einen Prospekt in die Hand. „Meine beiden Brüder sind hochbegabt.“, sagt er. Auf seinem T-Shirt steht DRITTE WAHL. – Oh, das tut mir leid.

Kevin Vennemann liest. Besonders. Sein Text hat dadurch eine eigene Färbung. Ganz konzentriert und voll. Vielleicht satt, vielleicht auch nur für mich. Dann liest Alois Hotschnig eine wirklich schöne, unglaublich lustige und wahrscheinlich sogar traurige Geschichte. Und zum Schluss Peter Weber, bevor er die Maultrommel auspackt und… Das ist ja WAHNSINN! Beim Frühstück sagt er über Buckley: „Es brauchte zwei Sekunden, schon war er in die Mitte der Dinge vorgedrungen.“ Niemand außer vielleicht Jimi Hendrix habe das so gekonnt. Ja.
Wir spazieren über Hausach her, gehen essen. Kurzer Abschied. Auf nach Stuttgart zu Karo und Alex und Ferdi und Anton. Und die rocken! Da fällt es leicht sich wohl zu fühlen. Als wir nach hause fahren fühlt es sich an, als seien wir drei, vier Tage fort gewesen. Vielbeschäftigt, trotzdem ausgeruht.

Vormittags am Sonntag ist es etwas kühl bei der Abfahrt vom Feldberg. Kontrolliertes fahren mit Pulsmesser – nicht jede Steigung als sei es die Letzte. So geht sogar nochwas, als ich den Feldberg ein zweites mal von der Rückseite hochfahre.
Janis kommt vorbei: „Ich bin heute morgen in Fechenheim Fahrrad gefahren von halb zehn bis halb zwölf.“ Wir fahren zu den Alligatoren. Kaufen zwei Kilo Ockstäder Kirschen und essen bestimmt einen davon schon auf der Rückfahrt.

Später spät, liege ich im Bett und das Radio läuft. Beim Einschlafen, vor mich hindösend, höre ich ihn und denke, dass das wohl der beschissenste und einer meistegesungenen Sätze überhaupt ist. Eigentlich ein Garant, wenn nicht sogar das unfehlbare Merkmal schlechter Musik:
„Can’t you see“ (Käntschusi)

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