Monats-Archive: Mai 2007
weiter weg gehen um näher dran zu sein
Rund um den Henninger Turm. Da gibt es Straßen und Häuser und eine kleine Stadt mit einem Fluss, der von Ost nach West fließt. Es gibt ein Fußballstadtion, dessen Namen jemand für eine Menge Geld gekauft hat. Aber Namen sind Schall und Rauch
und damit vor Gebrauch
gut zu schütteln
und das ist jetzt mal egal…
Die Stadt hat einen Flughafen und wenn man genau hinschaut, sieht man wie sie an Wolken kratzt, die Stadt. Aber da macht sie sich größer, als sie eigentlich ist. In der Nähe gibt es ein paar Hügel. Und die sind auch gut, um Rennrad zu fahren. Großmäulige Gebirgseuropäer würden sich darüber lustig machen, bezeichnete man die Hügel als Berge. Aber wir sind zufrieden, uns reicht das.
Wir unterhielten uns über diesen Typen, den wir beide für nett hielten. Dann sagte sie, dass er schwul sei. “Okay.”, erwiderte ich. Mir war nicht ganz klar worauf sie hinaus wollte, also fragte ich worauf sie hinaus wolle. “Nur so”, sagte sie, “einfach nur so.” “Okay!”, sagte ich. “Er ist cool!”, sagte sie, “Und schwul, wenn du so willst. Das wollte ich nur mal so sagen.” Ich wollte es jetzt auch nicht zu peinlich werden lassen, also erklärte ich: “Ich dachte nur… Mir ist es eigentlich ziemlich egal, ob er schwul ist oder nicht, weißt du.” “Schon klar!”, sagte sie, “Ich wollte es nur mal sagen, damit du Bescheid weißt. Ich komme mit Schwulen ganz gut aus, sie sind so… Ich mag Schwule gern.” So wie Katzen.
Traurig:
Golden rod and the 4-H stone
The things I brought you
When I found out you had cancer of the bone
…
Tuesday night at the bible study
We lift our hands and pray over your body
But nothing ever happens
…
On the floor at the great divide
With my shirt tucked in and my shoes untied
I am crying in the bathroom
In the morning when you finally go
And the nurse runs in with her head hung low
And the cardinal hits the window
In the morning in the winter shade
On the first of March on the holiday
I thought I saw you breathing
…
singapur ist wärmer nur
Es ist Freitag Morgen. Die Konferenz. Wie anstrengend. Ausgelaugt. Über hundert Menschen.
“Akira, ich bin nervös!”
“Ich aaauuuuch!”
Da bin ich beruhigt und tatsächlich wird auch alles gut. Ich interpolier einer Schrift die Fresse. Aber das sieht absolut beschissen aus. Egal, das ist ja der Witz. Bad Type! Erik van Blokland rules! Danach auf die nächste Präsentation vorbereiten. Dave. Mein Gott Dave. Unglaublich wie gut der ist. Fertig. Auch überlebt. Roberts hat seinen Flug verpasst und kommt am Abend des ersten Tages. We have to talk. Ja klar, machen wir. Talken. I, I, I sagt die Frau beim presentieren und sie geht mir auf’n Sender, weil ich gleich ein Videointerview mit Leuten vom Mond machen soll. Aber die Tussy überzieht mit ihrem ständigen: I did this, I did that. That’s what I did. Dann klappt es doch. Dreiviertelstunde Interview. Meine Kollegen lassen mich im Stich. Meine Kollegen lassen mich im Stich. Meine Kollegen lassen mich im Stich. Abendessen (wir sagen: Gala Dinner!) im Ratskeller. Am Tisch mit den Kollegen einer anderen deutschen Schriftfirma. Ick saach ma’ Berlina! Monica geht saufen, Ati pennt. Fuck, ich träume sogar in Englisch.
Tag zwei. Jürgen sagt: “Hallo. Ich hab jetzt Unterricht!” Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Aber der Kragen an meinem Hemd steht auf einer Seite unnatürlich weit ab. Warum? Meine einzige Aufgabe besteht darin die Sprecher in einem der Vertragsräume anzusagen. Eine kurze Beschreibung reicht. Irgendwie geht der Tag vorbei. Abendessen in der Alten Oper (wir sagen: Speakers Dinner!) Danach gegen meinen Vorschlag ein Besuch in einem Scheißhaufen. Man hat Tonnen von Sand an den Main geschafft um dort einen Strandklub zu eröffnen. Manche Leute spielten Volleyball, manche tanzten, außer die Gruppe mit der ich da war. Wer kommt auf die beknackte Idee in einen solchen Laden zu gehen und dann nicht zu tanzen. Es ist vier Uhr und ich krieche ins Bett um in Englisch zu träumen.
Sunday. Free. Sunis Rechner. Sonst leer. Montag, leer. Morgen Henninger, aber wie? Alles ist leer.



