große schritte

frühe achtziger jahre

Eine Sache ist erledigt. Jetzt heißt es abwarten. Wobei mir die Abwarterei ziemlich auf den Sender geht.

Die Aufnahmen mit dem Mikro und dem Vorverstärker und dem Kompressor klangen zuletzt nicht so wie ich dachte, dass sie klingen sollten. Dann fiel mir auf, dass ich überhaupt nicht weiß was all die Knöpfe und Regler an den Geräten bedeuten. Gestern also, lesen der Benutzerhandbücher und Notizen zu den Knöpfen. Heute noch das Handbuch für das Mikro ausdrucken und die beiden Knöpfe dort verstehen. Ganz zu schweigen von den dreiunddreisig Knöpfen an dem POD. Für Burga und Naxos war ich zu unentspannt.

Der mieseste Download bei iTunes ist ja wohl Mulatu Astatke. Äthiopische Musik ist wohl nicht so angesagt bei Apple…
Außerdem gekauft: „Mirrored“ von „Battles“. Ich fahre ja auf Progrock ab, da kann ich mich nicht gegen wehren. Virtuosität – obwohl ich weiß, dass sie zweitrangig ist – haut mich manchmal vom Hocker. Manchmal funktioniert die Musik ja auch, obwohl sie sehr komplexe Strukturen hat und aus ziemlich viel genudel besteht (für mich sowieso) auch für normale Musikliebhaber. Überhaupt wundert mich, dass BATTLES als so hip gelten. Rush z. B. findet kein Mensch beachtenswert. Aber Rush sind natürlich ein wichtiger und unüberhörbarer Einfluss von Battles. Naja, mir ist das nicht egal.

Bei Amazon bestellt:
Broken Flowers Soundtrack – dadurch komme ich erst auf Mulatu Astatke. Und auf den Soundtrack komme ich erst wieder, nachdem DJ Gregoire vorletzten Mittwoch ein Stück von Mulatu auf Naxos aufgelegt hat. Weil ich es wiedererkannte obwohl ich den Film nur ein mal gesehen habe, dachte ich, kann es ja so schlecht nicht sein. Bin gespannt.
Helge Schneiders „Guten Tach!“ – ein frühes Werk aus einundneunzig oder noch früher. Alles was Schneider danach produzierte interessierte mich nicht sonderlich. Aber als Ralph Christian und mir in seinem Zimmer unterm Dach nach einer Olafguntherracatype (auch sone alte Band) Probe „Guten Tach!“ vorspielte, da bin ich fast verreckt vor Lachen. Muss jetzt mal überprüfen, ob es unsere Euphorie war oder wirklich Schneiders Humor.
De La Soul „De La Soul is dead“ – eins der besten HipHop-Alben. Entspannt und voller Selbstironie. Kommt ohne „digge Ärsch‘ un‘ digge Tidde“ aus. Schade, dass man das automatisch hinzufügt, wenn man von HipHop redet.
Ralf Herrmann „Zeichen setzen“ – Ein Buch. Satzwissen und Typoregeln für Textgestalter. Dankeschön.

In Gönnern gab es mal einen Ralf Herrmann. Anfang der Achtziger war Ralle der Anführer einer Mofabande. Einmal hat mich die Bande auf dem Spielplatz gestellt. Ich war damals höchstens sieben und hatte eine orangenes Kinderrad. Sie wollten, dass ich ihnen meinen Penis zeige: „Los, zeig uns deinen Pimmel!“ Sie wussten, dass ich Türke war und wollten sehen wie ein beschnittener Penis aussieht. Ich weigerte mich. Außerdem war ich gar nicht beschnitten.
Ralf war nicht dabei, aber HB, und der redete auf mich ein. HB war – im Rückblick – so ein hagerer, Gönnerscher Guido-Buchwald-Verschnitt der auf seinem Zündapp-Mofa saß. Er war cool, ein Bein auf dem Steg zwischen den Pedalen und eins ausgestreckt auf dem Boden, eine schmale Selbgedrehte nach der anderen rauchend. Zum Glück lief just in dem Moment, als die Bande immer zurdinglicher wurde meine Mutter am Spielplatz vorbei ohne Notiz von mir zu nehmen, aber ich rief nach ihr, nahm mein Fahrrad und eilte ihr entgegen. „Spiel doch weiter.“ „Nö, ich komm mit!“
Zu HB muss man sagen, dass sein Bruder eine gewisse Berühmtheit im Dorf erlangte, weil er einen Riesendödel hatte. Das konnte jeder sehen, der sich nach den Spielen der Fußballmannschaft in der Umkleidekabine aufhielt. HB hat soweit ich weiß weder Fußball gespielt noch war er berühmt für sein Geschlechtsteil.
O Mann, diese Flashbacks…

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Ein Kommentar zu große schritte

  1. Lebourgh sagt:

    Kaum zu glauben… ich sehe mein Mofa auf deiner Seite. Zündapp ZR20 mit poliertem Ansaugstutzen und dem größeren Ritzel vorne… ich war Sauschnell damals… Super Duper Oyo