nicht zu fassen wie warm es ist

Am Sonntag in Richtung Weilburg fahrend. Eine Achterbahn. Als das Tacho sechzig Kilometer anzeigt kehre ich mitten auf der Landstraße um. Das Höhenprofil ist spiegelverkehrt und die Distanz exakt hundertzwanzig Kilometer, erstaunlich.
Doch ich hab überzogen. Mir ist übel. Erst dusch ich, dann leg ich mich für eineinhalb Stunden hin. Danach besorg ich mir einen Döner und einen Lahmacun. Hab keine Probleme beides runterzuschlingen. Und auch die in Salzwasser gekochten Kartoffeln mit grüner Soße, die ich bei V. esse bereiten mir keine Probleme. Ganz im Gegenteil, sie sind köstlich. Die Computerreperatur ist witzig – ich kann kein französisch. Ordinateur de Otomobil – Laboratoir Garnier!

Charlo kommt am Montag zurück. Ich muss ja arbeiten und treffe sie erst danach. Glücklich. Salat essen auf der Berger. Auf dem Rückweg machen wir einen Streifzug durch den hochsommerlichen Sandweg. Überall Menschen, halbnackt, verletzt, gesund. Alles dabei. Wir untersuchen was sechs x s ist, finden es nicht raus. Stattdessen steht auf einer Hauswand: halm. Na dann. Durch ein Fenster sehen wir in ein Wohnzimmer im dritten Stock. Aber eigentlich sehen wir nur einen Teil des Fernsehers, der so groß wie die Wand zu sein scheint. „Die Leute nehmen Kredite auf, für sowas!“, sagt Betty ein paar Tage später. Das langsame Durch-Bornheim-tropfen öffnet uns die Augen für schöne Häuser. Und da stehen wirklich schöne. In welcher Himmelsrichtung müsste der Balkon liegen. Süden. Nein da verbrennt man sich ja die Eingeweide. Dann Norden. Ja, eigentlich besser, oder? Ein Laden in einer Querstraße heißt Bongolei und verkauft Perkussionsinstrumente. Nie zuvor gehört!

Gerate in Konflikt mit meinen Texten. Irgendwas stimmt nicht mit ihnen. Erst geht es. Man findet irgendwas in Ordnung und dann singt man sie ein oder stellt sie jemandem vor und plötzlich stürzt die eigene Einfältigkeit über einem zusammen. Was tun? Alles klingt gewollt oder gewollt ungewollt. Meist hängt es nur an einem Satz, manchmal an mehreren. Krieg den Kopf nicht frei von der Arbeit. Alles Talent wird verschleudert für den acht-Stunden-Job. Na klar, ich gehöre zur Generation-Ullrich, der Talentverschwendungsgeneration.
Eine Dokumentation über eine Schrift. Helvetica. Ein Film, der die Schrift auf der Schwelle zwischen Schriftgestalter zu Gestalter zeigt. Also die, die sie machen und die, die sie benutzen. Was ist besonders an der Schrift? Warum setzt man sie so häufig ein?
Beim durchackern der Historie taucht auch Linotype auf. Das Bürogebäude wird eingeblendet, die Verantwortlichen tragen Anzug und Krawatte. Dass das Unternehmen gerade mal an die fünfzig Mitarbeiter beschäftigt wird nicht erwähnt. So gewinnt man den Eindruck es sei ein Moloch! Ein Schriftgestaltungsmoloch!

Heute wird auch Bjarne Riis eine Pressekonferenz geben.

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