Tages-Archive: Mai 12, 2007

halber schädel

Acht Uhr. Ich wache auf, weil ein Drücken im Nacken, im Hinterkopf, und ein Schmerz in meinen Schläfen ist. Fühlt sich an, als müsse ich nur mal ordentlich mit den Nackenwirbeln knacken, damit ich weiter schlafen kann. Geht aber nicht. Das nennt sich Aura. Und meint die Vorzeichen, die der kommende Migräneanfall vor sich herschiebt. Jetzt schnell eine Tablette. Ibu, Parazetamol, irgendwas… Nichts mehr da. Suna ist auch weg. Langsam wird mir übel. Aber jetzt bin ich aufgestanden und das bedeutet, der Anfall kommt immer schneller. Schnell wieder hinlegen. Aber wie? Das Licht tut weh. Mir ist warm. Mir ist kalt. Der Wind ist unerträglich laut. Und mein Kissen mieft, stinkt geradezu. Ich drehe mich hin und her. Nochmal aufstehen, vielleicht finde ich doch noch irgendwo Medikamente. Nichts. Suna anrufen. Sie geht nicht dran. Dann ruft sie zurück. “Da sind Ibus in meinem Zimmer, im Regal!” Ich nehme schnell eine 600er, wirkt todsicher, falls es nicht zu spät ist. Hinlegen und eine halbe Stunde warten, bis sie wirkt. Kalter Schweiß, aber unter der Decke ist es zu heiß. Mein Kopf ruht, aber mein restlicher Körper zuckt. Ich schlage die Füße gegeneinander. Mir wird jetzt richtig schlecht. Und alle drei Minuten kommt ein Schmerz, als sägte jemand von innen meinen Kopf auf. Ich winde mich und suche eine neue Position für meinen Kopf. Kurzer Blick auf die Uhr. Zwanzig Minuten sind schon durchgestanden. Hoffentlich bald. Doch da kommt ein ganz fieser Anfall. Übelkeit, alles stinkt. Ich drehe mich ein paar Minuten hin und her. Aber es wird nicht besser. Er hört nicht auf. Ich muss irgendwas machen, vielleicht mal aufs Klo. Aber alles stinkt fürchterlich. Ich halte es nicht mehr aus. Schnell renne ich in die Küche, hole einen Eimer. Noch bevor ich aus der Küche bin knie ich drüber. Beim Kotzen ist es, als würden mir die Augen gleich raus ploppen. Es kommt nichts außer Galle. Ich schiebe den Eimer vor mir her. Schmerz und Würgreiz haben mich durch die halbe Wohnung krabbeln lassen. Als ich fertig bin bin ich vollkommen durchgeschwitzt. Ein Handtuch, eine frische Ibuprofen und wieder hinlegen. Mein Kopf schmerzt noch immer wie verrückt, aber die Überlkeit ist erstmal weg, meine Geruchsnerven funktionieren normal und mir ist einfach nur kalt – klare Empfindungen. Das ist gut. Zwei Schmerzattacken kommen noch und von einer wird mir ein wenig übel. Aber ich schlafe ein und um halb drei am Nachmittag werde ich wieder wach. Immer noch Schmerzen. Ich nehme noch eine Ibu. Jetzt arbeitet der Schmerz mit in Watte gewickeltem Werkzeug in meinem Kopf, und ich spüre ihn noch sanft wummern…

Veröffentlicht unter Blog | 3 Kommentare