Monats-Archive: Mai 2007

große schritte

frühe achtziger jahre

Eine Sache ist erledigt. Jetzt heißt es abwarten. Wobei mir die Abwarterei ziemlich auf den Sender geht.

Die Aufnahmen mit dem Mikro und dem Vorverstärker und dem Kompressor klangen zuletzt nicht so wie ich dachte, dass sie klingen sollten. Dann fiel mir auf, dass ich überhaupt nicht weiß was all die Knöpfe und Regler an den Geräten bedeuten. Gestern also, lesen der Benutzerhandbücher und Notizen zu den Knöpfen. Heute noch das Handbuch für das Mikro ausdrucken und die beiden Knöpfe dort verstehen. Ganz zu schweigen von den dreiunddreisig Knöpfen an dem POD. Für Burga und Naxos war ich zu unentspannt.

Der mieseste Download bei iTunes ist ja wohl Mulatu Astatke. Äthiopische Musik ist wohl nicht so angesagt bei Apple…
Außerdem gekauft: “Mirrored” von “Battles”. Ich fahre ja auf Progrock ab, da kann ich mich nicht gegen wehren. Virtuosität – obwohl ich weiß, dass sie zweitrangig ist – haut mich manchmal vom Hocker. Manchmal funktioniert die Musik ja auch, obwohl sie sehr komplexe Strukturen hat und aus ziemlich viel genudel besteht (für mich sowieso) auch für normale Musikliebhaber. Überhaupt wundert mich, dass BATTLES als so hip gelten. Rush z. B. findet kein Mensch beachtenswert. Aber Rush sind natürlich ein wichtiger und unüberhörbarer Einfluss von Battles. Naja, mir ist das nicht egal.

Bei Amazon bestellt:
Broken Flowers Soundtrack – dadurch komme ich erst auf Mulatu Astatke. Und auf den Soundtrack komme ich erst wieder, nachdem DJ Gregoire vorletzten Mittwoch ein Stück von Mulatu auf Naxos aufgelegt hat. Weil ich es wiedererkannte obwohl ich den Film nur ein mal gesehen habe, dachte ich, kann es ja so schlecht nicht sein. Bin gespannt.
Helge Schneiders “Guten Tach!” – ein frühes Werk aus einundneunzig oder noch früher. Alles was Schneider danach produzierte interessierte mich nicht sonderlich. Aber als Ralph Christian und mir in seinem Zimmer unterm Dach nach einer Olafguntherracatype (auch sone alte Band) Probe “Guten Tach!” vorspielte, da bin ich fast verreckt vor Lachen. Muss jetzt mal überprüfen, ob es unsere Euphorie war oder wirklich Schneiders Humor.
De La Soul “De La Soul is dead” – eins der besten HipHop-Alben. Entspannt und voller Selbstironie. Kommt ohne “digge Ärsch’ un’ digge Tidde” aus. Schade, dass man das automatisch hinzufügt, wenn man von HipHop redet.
Ralf Herrmann “Zeichen setzen” – Ein Buch. Satzwissen und Typoregeln für Textgestalter. Dankeschön.

In Gönnern gab es mal einen Ralf Herrmann. Anfang der Achtziger war Ralle der Anführer einer Mofabande. Einmal hat mich die Bande auf dem Spielplatz gestellt. Ich war damals höchstens sieben und hatte eine orangenes Kinderrad. Sie wollten, dass ich ihnen meinen Penis zeige: “Los, zeig uns deinen Pimmel!” Sie wussten, dass ich Türke war und wollten sehen wie ein beschnittener Penis aussieht. Ich weigerte mich. Außerdem war ich gar nicht beschnitten.
Ralf war nicht dabei, aber HB, und der redete auf mich ein. HB war – im Rückblick – so ein hagerer, Gönnerscher Guido-Buchwald-Verschnitt der auf seinem Zündapp-Mofa saß. Er war cool, ein Bein auf dem Steg zwischen den Pedalen und eins ausgestreckt auf dem Boden, eine schmale Selbgedrehte nach der anderen rauchend. Zum Glück lief just in dem Moment, als die Bande immer zurdinglicher wurde meine Mutter am Spielplatz vorbei ohne Notiz von mir zu nehmen, aber ich rief nach ihr, nahm mein Fahrrad und eilte ihr entgegen. “Spiel doch weiter.” “Nö, ich komm mit!”
Zu HB muss man sagen, dass sein Bruder eine gewisse Berühmtheit im Dorf erlangte, weil er einen Riesendödel hatte. Das konnte jeder sehen, der sich nach den Spielen der Fußballmannschaft in der Umkleidekabine aufhielt. HB hat soweit ich weiß weder Fußball gespielt noch war er berühmt für sein Geschlechtsteil.
O Mann, diese Flashbacks…

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heute vor zehn jahren

Am 3. oder 4. Juni 1997 lasen Christian und ich es auf irgendeiner Videotexttafel des HR. Sein Leichnam war, nachdem Jeff Buckley offenbar am 29. Mai ertrunken war, an einem dieser Tage, aufgedunsen im Hafen von New Orleans aufgetaucht. Was wir ursprünglich gesucht hatten weiß ich nicht mehr, es war keinesfalls so, dass wir täglich die Videotexttafeln des HR durchsuchten. Ich weiß aber noch, dass mich die Entfernung irritierte. Wie weit weg ein ertrunkener Jeff Buckley war, wie wenig es mit mir zu tun hatte. Troztdem war es irgendwie große Scheiße.

bugglche im feld
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nicht zu fassen wie warm es ist

Am Sonntag in Richtung Weilburg fahrend. Eine Achterbahn. Als das Tacho sechzig Kilometer anzeigt kehre ich mitten auf der Landstraße um. Das Höhenprofil ist spiegelverkehrt und die Distanz exakt hundertzwanzig Kilometer, erstaunlich.
Doch ich hab überzogen. Mir ist übel. Erst dusch ich, dann leg ich mich für eineinhalb Stunden hin. Danach besorg ich mir einen Döner und einen Lahmacun. Hab keine Probleme beides runterzuschlingen. Und auch die in Salzwasser gekochten Kartoffeln mit grüner Soße, die ich bei V. esse bereiten mir keine Probleme. Ganz im Gegenteil, sie sind köstlich. Die Computerreperatur ist witzig – ich kann kein französisch. Ordinateur de Otomobil – Laboratoir Garnier!

Charlo kommt am Montag zurück. Ich muss ja arbeiten und treffe sie erst danach. Glücklich. Salat essen auf der Berger. Auf dem Rückweg machen wir einen Streifzug durch den hochsommerlichen Sandweg. Überall Menschen, halbnackt, verletzt, gesund. Alles dabei. Wir untersuchen was sechs x s ist, finden es nicht raus. Stattdessen steht auf einer Hauswand: halm. Na dann. Durch ein Fenster sehen wir in ein Wohnzimmer im dritten Stock. Aber eigentlich sehen wir nur einen Teil des Fernsehers, der so groß wie die Wand zu sein scheint. “Die Leute nehmen Kredite auf, für sowas!”, sagt Betty ein paar Tage später. Das langsame Durch-Bornheim-tropfen öffnet uns die Augen für schöne Häuser. Und da stehen wirklich schöne. In welcher Himmelsrichtung müsste der Balkon liegen. Süden. Nein da verbrennt man sich ja die Eingeweide. Dann Norden. Ja, eigentlich besser, oder? Ein Laden in einer Querstraße heißt Bongolei und verkauft Perkussionsinstrumente. Nie zuvor gehört!

Gerate in Konflikt mit meinen Texten. Irgendwas stimmt nicht mit ihnen. Erst geht es. Man findet irgendwas in Ordnung und dann singt man sie ein oder stellt sie jemandem vor und plötzlich stürzt die eigene Einfältigkeit über einem zusammen. Was tun? Alles klingt gewollt oder gewollt ungewollt. Meist hängt es nur an einem Satz, manchmal an mehreren. Krieg den Kopf nicht frei von der Arbeit. Alles Talent wird verschleudert für den acht-Stunden-Job. Na klar, ich gehöre zur Generation-Ullrich, der Talentverschwendungsgeneration.
Eine Dokumentation über eine Schrift. Helvetica. Ein Film, der die Schrift auf der Schwelle zwischen Schriftgestalter zu Gestalter zeigt. Also die, die sie machen und die, die sie benutzen. Was ist besonders an der Schrift? Warum setzt man sie so häufig ein?
Beim durchackern der Historie taucht auch Linotype auf. Das Bürogebäude wird eingeblendet, die Verantwortlichen tragen Anzug und Krawatte. Dass das Unternehmen gerade mal an die fünfzig Mitarbeiter beschäftigt wird nicht erwähnt. So gewinnt man den Eindruck es sei ein Moloch! Ein Schriftgestaltungsmoloch!

Heute wird auch Bjarne Riis eine Pressekonferenz geben.

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eine rückkehr nach der anderen

Brother Asso is in da house!!!

[Rückkehr ins Burga] Schöne Runde im Burgas. Entspannte Atmosphäre. Jürgen hat ein Assos Trikot (nein hat nix mit Brother Asso zu tun, aber irgendwie eben doch!) von seiner Schule bekommen. Wow. Bin echt neidisch. [Rückkehr des Weizenbiers]

[Rückkehr auf Naxos] Immer gut: Naxos. Steven und Gregoire legen auf. Oriental Beats gezaubert aus Easties Handgelenk und den Funky Kram aus Gregoires Hüfte. Zugegeben – den Kram vom Gregoire finde ich klasse. Als er mittendrin ein Stück von Nina Simone spielt, kann ich es kaum glauben; das muss man sich erst mal trauen. [Die Rückkehr von Seele] Sie haben umgeräumt auf Naxos. Fühlt sich an wie bei einem guten Freund den man nach einem halben Jahr wieder besucht. Dann stellt man fest: Du hast umgeräumt, nicht? Besser so.

Mit der Zeit kommen immer mehr Leute. [Yeah, die Rückkehr der Leute] Auch Peter die Wand und Andrea. Später Mone, Hatti und Carsten. Ich geh mal Blumen gießen. Danach gieß ich mich selber. [Die Rückkehr eines angesäuselten Zustands]

[Rückkehr in die Taunushöhen]Für eine große Taunusrunde ist es genau die richtige Zeit: um elf Uhr stehen vier Deppen auf Rennrädern an der Deutschen “Nationalbibliothek”. Es regnet, ich verliere meine Lampe und die Nerven, als es mir auffällt. nach etwa zwölf Minuten tritt das erste Mal Wasser in meinen Schuh ein und bleibt da bis ich sie ausziehe und es abgieße. Unter Wassereinfluss radeln wir also über die Friedberger Landstraße zur Hohen Straße und fahren über das Depot bzw. die Panzerstraße (klingt Wehrmacht) nach Wehrheim (Wehrmacht was? Wehrheim geht, geht Heim.) Über die Saalburg nach Oberursel. Zwei sind vernünftiger und fahren total durchnässt nach Hause. Wir beiden: Über den Feldberg nach Schmitten. Über den Kühlschrank nach Seelenberg. Über Glashütten nach Schlossborn. Über den Ruppi nach Ruppertshain. [Rückkehr der Rampensäue] Dank fieser kleiner Schenkelkrämpfe schön flach zurück nach Frankfurt. [Rückkehr der menschlichen Belastungsgrenzen] Am Ende: 1702 Kilometer und 130 Höhenmeter. Außerdem von Interesse: [Die Rückkehr des Hoch- und Tiefdrucks] der Schmutz an Basso ließ mich einem Hochdruckreiniger an einer Tanke prima beseitigen. Danach nur ein bisschen abtrocknen, fertig. [Die Rückkehr des Baumwolllappens] [Die Rückkehr des Dreier-l]

[Rückkehr der freien Meinungsäußerung]Doku auf Arte: Taxifahrer in Istanbul. Die Fahrer erzählen, dass sie sich früher gegenseitig tolle Namen gaben, z. B.: Turbo Turan, Hurrikan Halid, usw… Zum schreien! Istanbul steht auf der Liste.
Interview mit Bono. Was für ein Geschleime ist das denn: “Wenn ich in Deutschland lebte, wäre ich stolz auf den Anteil, den Deutschland in die Entwicklungshilfe steckt. Und ich als Deutschland-Liebhaber bin auch stolz auf die Deutschen.” Im Gespräch vor der Kamera weiß Bono nicht zu überzeugen, er redet wie ein mittelmäßiger Politiker. Ich bin’s nur, einer von Zweifeln.

Freitag: [Rückkehr zum Geld verdienen]. Feindkontakt – Waffenstillstand. Emails: ihr könnt mich mal mit eurem “for akorap” Spam. Wursteln.

Karen und Carsten in Bockenheim. Michael. [Rückkehr in die Freitagsküche] Vivi strahlt, wie immer. Carsten: “Wenn ich im Urlaub bin, mache ich vor allem Weg.” Genau, und mehr muss man sich dafür auch nicht überlegen. Gregor übergibt mir den Buddha Mix. Höre sie gerade. Tolle Musik. Im Nebenraum ist Radio X mit seiner Zehn-Jahres-Party. Thomas Meinecke legt auf. Ich geh hin bestell Grüße von Ch.. Total nett, der Tomboy. [Rückkehr der Freundlichkeit] Stefan will nach hause. [Rückkehr nach hause] Ich nehme ihn mit.

Zuhause kurz noch Emails checken. Eine neue Anmeldung bei komalaeufer: DerArslan. [Rückkehr eines Verlorenen] Und sogar eine Emailadresse. Der kriegt morgen mal so richtig ein Email verbraten.
[Rückkehr des Internet] Was also will man mehr? Das Internet funktioniert doch.

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drahtseilakt im dreivierteltakt

So, bin also krank. Lese “Abfall für alle”. Endlich mal. Wahnsinn. KRANK.
Und dann fummle ich den ganzen Tag rum. Hab nichts zu tun. Hab mich da ganz schön verrannt. Schon das Öffnen des Email Programms bereitet mir Magenschmerzen. Durchatmen. Runter kommen. Ekliger Psychotrip.

Ein immer gleich verlaufendes Gespräch mit Arslan:
“Der Film heißt Spycho!”
“Nein Arslan, nicht Spycho, Psycho!”
“Sag ich doch: Spycho!”
“Bist du bescheuert?! Kannst du kein P-S sprechen?”
“Doch. Spycho. Ich hab’s gesagt!”

Arslan lebt wohl noch immer bei Gießen. In Langgöns wahrscheinlich. Internetrecherche. Der Computer sagt: “Arslan spielt Schach!” Ah ja. “In einem Verein in Langgöns.” Passt irgendwie. Da stand auch, dass er gewonnen hat und ein Bild. Was mich ein bisschen sentimental gemacht hat. Der ist noch immer dünn. Hatte zwischendurch mal abgenommen und scheint sich gehalten zu haben. Arslan, sach doch nochmal was!

Gestern Abend. Suna und Christoph bringen einen Film mit. Benigni, der Tiger und der Schnee. Lahm und aufgeplustert. Nach zehn Minuten geht Benigni einem dermaßen auf den Sack, dass man seine Visage nicht mehr sehen kann. Mit seiner blöden positiven Denke immer… Nach dem Film, kurze Ausschnitte auf Italienisch. Kaputt gelacht! Mimik, Gestik und Sprache passen so viel besser. Und wenigstens muss man nicht verstehen was er da sagt. Viel besser gefällt er mir in night on earth.

taxifahrer benigni

Ansonsten den ganzen Tag rumgekramt. Nichts gemacht und trotzdem ein sehr erfülltes Sein. Gekramt, gedacht, gemacht. Seltsam. Das hätte man auch beschissener haben können.

Zitat des Tages:
“Ich höre RadioX weil mir das übliche Formatradio sonst manchmal zu eng ist.”
- Zu eng????

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von stühlen, löchern und gedankenspielen – nix neues

Was ist das?
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25246/1.html
http://geldoderleben.blogsport.de/ 

Wer die Samenqualität in seinen Hoden nicht schädigen will, der sitzt auf Sitwell Bürostühlen. Ist das zu fassen?

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Freund darüber, dass diejenigen, die in einer Hierarchiestufe weiter oben stehen, ein viel stärkeres Klassenbewusstsein haben, als die, die weiter unten oder auf der untersten Stufe stehen. Er erzählte: Sein ehemaliger Boss achtete strikt darauf, dass für ihn nicht das gleiche galt, wie für die Angestellten. Auf der Ebene unter dem Boss, achteten die Bereichsleiter wieder mit der gleichen Sorgfalt darauf bestimmte Rechte zu haben, die den Sachbearbeitern nicht gegeben waren. Als ich sagte, das beweise ja nicht ihr Bewusstsein dafür. Meinte mein Freund, dass der Boss, wenn er seine Bereichsleiter demütigen und bestrafen wollte, er ihnen die gleichen Pflichten wie den Beschäftigten aufbrummte. Zum Beispiel mussten die Bereichsleiter Anfangs ihre Arbeitszeiten nicht erfassen. Man ging davon aus, dass jemand in einer Verantwortungsvollen Position schon lang genug arbeiten würde. Eines Tages aber fingen auch die Bereichsleiter jeden Tag mit einem Fluch und dem Gang zur Stechuhr an. Der Boss meinte wohl, sie hätten das jetzt zu tun. Der Belegschaft erklärte man, es gäbe die rechtliche Vorgabe, das sei der Grund. Komischerweise wurde nach dem Austritt des alten Boss’ die Reglung innerhalb von Monaten wieder aufgehoben. Dass sich die Gesetze geändert hatten, war nicht anzunehmen. Aber was sagten denn die anderen Angestellten dazu, fragte ich. Manchen sei es egal gewesen, andere hätten darauf verwiesen, dass es immerhin Bereichsleiter seien und sie natürlich andere Rechte hätten als man selbst.

das sogenannte celler loch

Naja, wo wir schon bei Macht sind. Was passiert, wenn sich Macht gefährlich lächerlich macht? Das Celler Loch!

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halber schädel

Acht Uhr. Ich wache auf, weil ein Drücken im Nacken, im Hinterkopf, und ein Schmerz in meinen Schläfen ist. Fühlt sich an, als müsse ich nur mal ordentlich mit den Nackenwirbeln knacken, damit ich weiter schlafen kann. Geht aber nicht. Das nennt sich Aura. Und meint die Vorzeichen, die der kommende Migräneanfall vor sich herschiebt. Jetzt schnell eine Tablette. Ibu, Parazetamol, irgendwas… Nichts mehr da. Suna ist auch weg. Langsam wird mir übel. Aber jetzt bin ich aufgestanden und das bedeutet, der Anfall kommt immer schneller. Schnell wieder hinlegen. Aber wie? Das Licht tut weh. Mir ist warm. Mir ist kalt. Der Wind ist unerträglich laut. Und mein Kissen mieft, stinkt geradezu. Ich drehe mich hin und her. Nochmal aufstehen, vielleicht finde ich doch noch irgendwo Medikamente. Nichts. Suna anrufen. Sie geht nicht dran. Dann ruft sie zurück. “Da sind Ibus in meinem Zimmer, im Regal!” Ich nehme schnell eine 600er, wirkt todsicher, falls es nicht zu spät ist. Hinlegen und eine halbe Stunde warten, bis sie wirkt. Kalter Schweiß, aber unter der Decke ist es zu heiß. Mein Kopf ruht, aber mein restlicher Körper zuckt. Ich schlage die Füße gegeneinander. Mir wird jetzt richtig schlecht. Und alle drei Minuten kommt ein Schmerz, als sägte jemand von innen meinen Kopf auf. Ich winde mich und suche eine neue Position für meinen Kopf. Kurzer Blick auf die Uhr. Zwanzig Minuten sind schon durchgestanden. Hoffentlich bald. Doch da kommt ein ganz fieser Anfall. Übelkeit, alles stinkt. Ich drehe mich ein paar Minuten hin und her. Aber es wird nicht besser. Er hört nicht auf. Ich muss irgendwas machen, vielleicht mal aufs Klo. Aber alles stinkt fürchterlich. Ich halte es nicht mehr aus. Schnell renne ich in die Küche, hole einen Eimer. Noch bevor ich aus der Küche bin knie ich drüber. Beim Kotzen ist es, als würden mir die Augen gleich raus ploppen. Es kommt nichts außer Galle. Ich schiebe den Eimer vor mir her. Schmerz und Würgreiz haben mich durch die halbe Wohnung krabbeln lassen. Als ich fertig bin bin ich vollkommen durchgeschwitzt. Ein Handtuch, eine frische Ibuprofen und wieder hinlegen. Mein Kopf schmerzt noch immer wie verrückt, aber die Überlkeit ist erstmal weg, meine Geruchsnerven funktionieren normal und mir ist einfach nur kalt – klare Empfindungen. Das ist gut. Zwei Schmerzattacken kommen noch und von einer wird mir ein wenig übel. Aber ich schlafe ein und um halb drei am Nachmittag werde ich wieder wach. Immer noch Schmerzen. Ich nehme noch eine Ibu. Jetzt arbeitet der Schmerz mit in Watte gewickeltem Werkzeug in meinem Kopf, und ich spüre ihn noch sanft wummern…

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urheber allen dübels

vieruhrzweiunddreißig. siebzehn Grad. Die Sonne scheint woanders. Vogelgezwitscher. Nein, ein Vogel zwitschert. Oder doch zwei? Halb dazu passend, hier ein Artikel über ein altes Statement zum Urheberrecht von Wolfgang Müller.

Gibt man Urheberrecht bei Google ein, erscheinen lauter Bilder von Menschen, die eher nach Anwälten als nach Erfindungsreichtum aussehen. Kann man sich denn als Anwalt z. B. eine bestimmte Verteidigungsstrategie urheberrechtlich schützen lassen? So daß die Anwälte sich untereinander verklagen könnten: “He, du hast meine Verteidigung benutzt.” Und würde dann einer gegen den anderen klagen, so wäre das Ergebnis, dass diese Klage wiederum urheberrechtlich geschützt werden würde und kein anderer sie ausführen dürfte ohne an den Uhrheber zu zahlen. Uiuiui!

Jede positive Aussage über das Rennradfahrermilieu, ist eine Aussage, die man innerhalb kürzester Zeit bereut. Jedes Bemühen noch etwas Gutes darin zu erkennen wird enttäuscht. Wenn man sich selbst als Marke versteht, nicht als Person, dann kann man sich offensichtlich soweit von seiner öffentlichen Rolle entfernen, dass man lügen kann ohne rot zu werden. Öffentliche Äußerungen können dann im Grunde nur als schauspielerische Leistung bewertet werden. Via Method-Acting versetzt sich der Radfahrer in die Position eines Menschen, der behauptet die Wahrheit zu sagen.
Spätestens wenn man anfängt solchen Überlegungen anzustellen, sollte man aufhören weiter darüber nachzudenken.

Die anstrengenden Wochen gehen nicht spurlos vorbei. Der Körper wehrt sich und übersäuert den Magen. Entspann dich jetzt mal…

Die Machtdose! berichtet vom Audio Bombing. Der Ausdruck ist ein bisschen martialisch für das was Audio Bombing letztendlich ist. Es handelt sich um eine Kassette, auf der man irgendwas aufnimmt. Z. B. das Wort “Komalaeufer”. Dann schneidet man mit einer Schere dieses Stück Band aus und klebt es an irgendein öffentliches Gebäude. Mit einem speziellen Lesegerät kann man nun das Bandstück abhören. Hier ist der Link.

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breitester südthailändischer akzent oder hangul

Heute gestand Basso, dass er gedopt habe. Kaum zu glauben, was der alles macht, wenn ich nicht zu Hause bin. Blödes Fahrrad!

stolze kommunisten

Freitagsküche. Zwölf Kilo Hühnchenbrustfilet. Badender Buddha. Charlottes charmante Chürzen. Atilla & Altenburg. Bestens aufgehoben bei Virginie, die schmeißt den Laden, schreit die Namen, sorgt für Getränke, für alles andere. Wie es geht? Es geht super! Und Getränke? Ja, her damit! Grappa und Thai-Basilikum. Literweise Kokosmilch. Starkstrom an die Bohnen, die tiefgefrorenen. Schachtel Kippen für Dani. Und Ati und Matthi. Rauchen olé! Eine Reismaschine, die nichts reißt. Der Tisch, durchgebogen. Der Vorhang springt aus seinem Dübel. Friemelt ihn einer wieder rein? Hält nicht und irgendwie doch. Es ist alles gut solang einer anruft!

mit der wundervollen virginie
spass

Samstag… Samstag… Leere… Alex und Tobi auf Taunustour. Ich? Verpasst! Leere… Stadtbesuch und Himbeerschorle. Ich häng an der Leine, muss ja auch mal Gassi geführt werden. Und ich starre. Soll ich jetzt mein Revier markieren? Muss aber garnicht. Leere… Conrad Elektronik. Warten. Kein Nerv auf nix, schon garnicht auf blöde Verkäuferberaterkumpelfuzzies, die nämlich garkeine sind, sonst würden die einen nicht warten lassen. Auch egal. Raus hier. Leere… “Mach dir keine Sorgen, ich bin nur leer.” Hertie, Horten, Karstadt, wie hieß der Kackladen doch gleich? Leere… Unterhemd, Unterhose, Leere… Reste vom badenden Buddha mit Anja. Leere… Ich geh dann mal nach hause Leere… Leere… Leere…

tour mit lukas

Zehn Uhr. Lukas vor der Tür. Hohe Straße nach Oberdingsbums. Rendel, Kleinkarben, Obererlenbach, Burgholzhausen, Depot, Wehrheim, Saalburg, Bad Homburg, Oberstedten, Oberursel, Bad Homburg, Massenheim, Bad Vilbel, Bergen, Lohrberg, Seckbach. Zu spät genullt. So sind’s neunundsiebzig Kilometer. Insgesamt werden es wohl achtundachtzig oder so sein. Siebenhundert Höhenmeter ohne die erste Steigung nach Bergen. Nicht so übel. Abends die Radio X Rabauken und die Lounge, aber ich: gepoooft wie ein Baby.

Modest Mouse:
Woke up this morning and it seemed to me, that every night turns out to be
A little more like Bukowski. And yeah, I know he’s a pretty good read.
But God who’d wanna be? God who’d wanna be such an asshole?
God who’d wanna be? God who’d wanna be such an asshole?

Well we sat on the edge of the river, the crowd screamed, “Sacrifice the liver!”
If God takes life, he’s an Indian giver. So tell me now why, you’ll tell me never.
Who would wanna be? Who would wanna be such a control freak?
Well who would wanna be? Who would wanna be such a control freak?

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aus langeweile

Im Vorbeifahren, eine Kneipe. Name: sun-ati. Wird aber weder von mir noch von Suna noch von uns beiden betrieben.
Das wär doch auch mal was, oder? ‘ne, Kneipe! Am besten mit Livemusik. Da würde ich natürlich immer selber spielen. Und den Rest würde ich mit der Zeit vor sich hin gammeln lassen. Bis Moos über den Boden wächst und die Kalkflecken auf den Wasser und Bierhähnen sich zu Stalaktiten formen. Aber mir wär das egal, ich würde immer nur auf meiner Gitarre spielen, mit total verfetteten Haaren und einem ellenlangen Bart. Der würde grau werden. Und ich würde dauernd sowas sagen wie: “Das ist mein neues Lied.” Und ständig würde ich mich verspielen, denn ich würde mir gar keine Mühe mehr machen, die Stücke vorher zu proben. Im Gegenteil, ich würde live komponieren und ständig “wie geht’n das?” fragen. Und niemand würde mir antworten, weil jeder von Anfang an sehen würde, dass ich wahnsinnig geworden bin.
Lustig wie Wörter in Wörtern stecken. Wie eben in sun-ati. Oder in “stinklangweilig”. STINK und LANG und KLANG und EILIG und INK und WEIL und natürlich WEILI. Hülsen voll Sinn. Wir brauchen mehr von diesen Wörtern. Ein guter Fundort dürfte das Zeit-Rätsel sein. Die langen Wörter in diesen Rätseln sind oft Sinnhülsenkracher.
Sinnhülsenkracher –> SINN, HÜLSEN, HÜLSE, KRACH, KRACHER, RACHE, SENK, IN.
Als nächstes führen wir eine streng (sic!) wissenschaftliche Notation ein, die solche Sinnhülsen auszeichnet. Die sieht so aus:
stinklangweilig[7]
Sinnhülsenkracher[8]
Die Zahl in der eckigen Klammer zeichnet die Anzahl der sinnhaften Wörter in dieser Hülse aus.
Bei genauerer Betrachtung müssen wir drei Parameter bestimmen, die Stärke und Wichtigkeit einer Sinnhülse wiederspiegeln. Als erstes, je länger eine Hülse (also ein solches Wort) desto schlechter. Als zweiten Parameter: je mehr sinnhafte Wörter die Hülse enthält, desto besser. Und als Drittes: je weniger Wörter, die sich direkt aus den Wortteilen ableiten, desto besser.
Also am Beispiel Sinnhülsenkracher:
1: siebzehn Buchstaben
2: acht sinnhafte Wörter
3: fünf direkt aus den Worten SINN, HÜLSE und KRACHER abgeleitete (SINN, HÜLSEN, HÜLSE, KRACH, KRACHER) und drei nicht direkt abgeleitete Wörter (RACHE, SENK, IN)
Wir können jetzt natürlich auch noch unterscheiden wie lang die Wörter sind, die unter 3 in der Liste der nicht-direkt-abgeleiteten Wörter sind, aber ich verlier jetzt schon wieder die Lust. Vielleicht lassen wir das mit den Hülsen einfach, ich hab besseres zu tun.

Heute abend kochen Atilla & Altenburg in der Freitagsküche den badenden Buddha. Ab 20 Uhr!

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