es ist das Tempo

AC sagt:
Äußere Ordnung ist oft nur der verzweifelte Versuch, mit einer großen inneren Unordnung fertig zu werden.
…und der Mond ist metrisch.

Bei der neuen Scheibe von LCD Soundsystem sollte man darauf hinweisen, dass die Musik an den Discosound aus den späten Siebzigern erinnert. Soweit ist sich die Kritik einig. Der Herr Murphy (LCD Soundsystem) hat allerdings im Vergleich das Tempo ein bisschen erhöht. Das halte ich für das wesentliche und moderne auf „Sound of Silver“. Hört man nämlich die alten Funk-Disco-Songs von Stevie Wonder oder die P-Funk-Sachen von Clintons Funkadalic und Parliament, dann fällt das behäbige Tempo auf. Und das würde heute überhaupt nicht mehr funktionieren. Erhöht man aber das Tempo dieser Stücke um fünf bis zehn Schläge pro Minute, dann kommt man bei LCD Soundsystem heraus. Ein anderes gutes Beispiel sind die Red Hot Chili Peppers. Die haben sich Ende der achtziger Jahre mit „Mothers Milk“ vor allem durch ein rotzigeres, rockigeres, punkigeres Tempo von ihren Funk-Wurzeln gelöst. „Blood Sugar Sex Magic“ war dann die ausgefeilte Variante.
Zurück zu LCD Soundsystem: In diesem FR-Artikel wird behauptet, dass der Herr Murphy zurückgeht zum diesem behäbigen Tempo und das ist ein grandioser Irrtum. Er nimmt sich nur die Klänge, der Instrumente und leiht sich die Harmonien, bleibt aber mit einem Fuß im Heute.
Aber ja, das kann man nicht so verallgemeinern. Es gibt ja noch genug Klangelemente, die an Kraftwerk oder ähnliche in der Elektronik beheimatete Gruppen erinnern. Trotzdem bleibt bestehen, dass er auch hier das Tempo leicht erhöht.

Übrigens, ist das nebenbei gesagt, einfach ein sehr hörenswertes Album… das neue von LCD Soundsystem meine ich…

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