drei bands im hafen zwei

Am Sonntag Abend, drei Bands im Hafen 2:
uzi & ari

califone
sport

In dem kleinen, dunklen Raum stehen hundert, vielleicht zweihundert leute. uzi & ari spielen bereits, als wir reinkommen. Sie erinnern mich ein bisschen an Radiohead oder noch mehr an das Soloalbum des Sängers Thom Yorke, nur sieht der Sänger von Uzi & Ari besser aus. Er hat auch eine schöne Mütze. Zum Glück habe ich meine im Auto gelassen. Gut anzuhören ist das Ganze, schönes Gejammer. Nach dem sehr kurzen Set wollen die Zuschauer mehr, doch der Mann an den Reglern dreht bereits die Pausenmusik auf. Der Sänger fragt nach, ob sie noch eins spielen dürfen. Der Mischer seinerseits fragt einen scheinbar „Wischtischen“, der grübelt. Als er sich entschließt eine Zugabe zuzulassen, deuten Uzi & Ari das lange Schweigen als Nein und räumen bereits ab. So wissen alle Beteiligten und alle Zeugen nicht so Recht was zu tun ist und die Band verlässt die Bühne. Warum nicht einer von uns einfach zwischen Mischpult und Bühne vermittelt hat, das kann keiner sagen. Und so ist das erste Drama des Abends geschaffen, derer sich insgesamt zwei abspielen sollten.

„Wenn Califone nicht cool sind, fahren wir nach Hause“, sagt C. Okay. S erzählt von den Problemen, die sich bereits vor dem Konzert ereignet haben, dass eine der Bands zu spät kam und dadurch das Set verkürzt worden sei. Wir trinken Africola.

Califone ist manchmal selbstvergessen, experimentell würde man wahrscheinlich sagen. Wenn sie sich aus ihrem Krachkram raustrauen schaffen sie es sehr schöne Songs zu spielen. Der Schlagzeuger spielt unglaublich musikalisch, schön zurückhaltend und trotzdem vielseitig. Banjo, Geige, Synthisizer, Sampler, Glocken, all das kommt zum Einsatz. Der Sänger hat O-Beine und nach dem Auftritt trägt jeder Califonier eine Brille.

„Wenn Sport zu pathetisch werden, fahren wir nach Hause.“, sagt C. „Sind doch überhaupt nicht pathetisch!“, sage ich. Das ist doch Sport, das ist doch der Felix, das sind doch lustige Jungs. Ich ahne nicht, das sich das zweite Drama des Abends bereits ankündigt.

Sport kommen auf die Bühne und wundern sich, dass noch Menschen da sind. Tatsächlich fallen sie mit ihrem Sound etwas aus dem Rahmen. Im Gegensatz zu den anderen Bands kommen sie scheinbar mit Bass-Gitarre-Schlagzeug aus. Aber Bevor sie das zweite Stück spielen sagt Felix: „Wir spielen jetzt ein neues Stück und das heißt ‚Der Schmerz‘.“ C lacht mich aus. Ich fasse mir an den Kopf. Der mühsam erlernte besserwisserische Blick, die Mühen und der Einsatz für die Gruppe Sport und dieses großkotzige ‚Sind doch überhaupt nicht pathetisch!‘, alles umsonst. „Seid ihr bescheuert?“, will ich rufen, aber ich kann nicht mehr und außerdem ist der Sound nicht mehr ganz so gut, weil Sport ja viel lauter sind als die anderen. Mir reicht’s für Sonntag Abend, wir fahren heim.

Erkenntnis: Es geht ja gar nicht um Pathos oder nicht. Es geht doch um die Musik…

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3 Kommentare zu drei bands im hafen zwei

  1. rascel sagt:

    ja voll, haste was dagegen, hä?

    wir brauchen mal wieder gemeinsame rampen ati !

    und ich bräuchte meine csc scheibe mal wieder … so an dieser stelle.

  2. ati sagt:

    schön. albern ganz schön rum die beiden.
    aber so schrecklich finde ich das original gar nicht.
    du also schon, hä?

  3. rascel sagt:

    Atipati … geiler Stoff !

    schreckliches Lied + Gitarre = pure Genialität !

    guckst du …

    http://www.youtube.com/watch?v=NvPq54IymMM

    viel grüße
    alexej