Die Wiesbande

Freitags mit Casi und Lebermichel in Wiesbaden.
Zuerst eine Kneipe namens Herzblut in der Dotzheimerstraße. An der Wand hängt ovale Kunst. Nein, es sind die Wandleuchten. Sieht ja aus wie Vaginas, sagt Casi. Oh. Das stimmt allerdings. Wer hat denn die dahin gehangen?
Kleine rote Herzen auf den Tischen in denen Teelichter stehen. Am Ende des Raumes ist ein Art Kuschelecke, mit einer breiten, gepolsterten Bank. Sieht aus wie bei „die neuen Pforten“ mit Johnny Depp, der Raum in dem die Orgie sattfindet, sagt michileber. Ich schau besser nochmal nach, um nix zu verpassen. Aber es ist alles gediegen. Er erklärt: nur der Anblick, das Licht. So ist es doch immer, leere Versprechungen. Und zu essen kriegen wir auch nix mehr. Aber der Laden ist trotzdem nett. Nette Leute, ein bisschen alternativ, nicht so Schickimicki.
Dann geht es weiter. Ziel: Gestüt Renz – ein Club. Vorher steigen wir allerdings in einer Bar ab. Hab schon wieder vergessen wie sie hieß. Nicht so wichtig. Der Chic nimmt zu, immer mehr verstellte Gesichter. Bei mir nimmt die Müdigkeit zu, war das ein Lallen? Habe ich gerade ge… Da schon wieder!
Nach einem Gintonic geht es wieder weiter ins Gestüt Renz. Da ist’s ganz nett. Gute Musik. Wir tanzen, ich schwitze. Ich übertreibe natürlich auch beim Tanz. Auf der Toilette ein netter junger Mann. Hi, ich bin der Lars, wie heißt’n du. Hä? Achso, ich in der Atilla. (ich lalle bei der Aussprache meines Namens) Was? Atilla! Schöner Name. Ein weiterer Netter betritt den Waschraum. Das ist Jörg, sagt Lars. Oh prima, sage ich, hi Jörg. Hey Atilla, alles klar? Klarklar. Lars übernimmt wieder. Dann wünsch ich dir noch’n schönen Abend Atilla. Den wünsche ich euch auch. Ja, wirklich von ganzem Herzen, ich bin ja gar nicht so fies wie alle immer behaupten. Und außerdem hatte ich eine schwierige Kindheit und so. Versteht ihr? Und ich find’s echt riesig, euch mal über den Weg gelaufen zu sein. Lasst uns Kontakt halten, ich möchte ein Kind mit euch. Atilla, jetzt träumst du aber, sagt Lars und er hat recht. Ich stehe schon längst wieder auf der Tanzfläche und versuche meine Bewegungen im Zaum zu halten, damit ich nicht schon wieder schwitze. Die große Brunette, die wir drei zur Königin des Abend gekürt haben dreht ihre Runde. Jaja, die posiert. Klar!
An dieser Stelle ein kleiner P.M. Logiktrainer:
Mindestens zweien von uns dreien hängt der Sabber ausm Maul. Mir nicht.
Frage: Wem hängt der Sabber ausm Maul?

Nich, dass mich jemand falsch versteht. Wo sonst als im Gestüt sollte das Sabbern erlaubt sein. Kann man sich das vorstellen: Hengste ohne Sabber?
Als die Brunette geht will Casi auch nicht mehr. Wir beschließen zu fahren und lassen die Leberzirrhose im Gestüt, der hat noch nicht genug. Ein, zwei Klopfer auf die Schulter, einmal umarmt und ich freu mich, dass das alles so ist wie es ist. Auf dem Rückweg, werden die Ringe um die Hüfte mit einer türkischen Pizza nachgefüllt. Weißt du wie lange ich nicht mehr Rad gefahren bin? frage ich Casi. Doch das interessiert ihn gar nicht und ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich gefragt habe. Allein, der verdammte Lahmacun schmeckt verdammt gut und ich denke an warme Frühlingsnächte, an coole Drumbreaks und an so Sachen, die man im Frühling eben denkt. Und dann denke ich: Mist, es ist Winter. Aber geil!

Antwort: Mir nicht!

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