Monats-Archive: Januar 2007

Die Wiesbande

Freitags mit Casi und Lebermichel in Wiesbaden.
Zuerst eine Kneipe namens Herzblut in der Dotzheimerstraße. An der Wand hängt ovale Kunst. Nein, es sind die Wandleuchten. Sieht ja aus wie Vaginas, sagt Casi. Oh. Das stimmt allerdings. Wer hat denn die dahin gehangen?
Kleine rote Herzen auf den Tischen in denen Teelichter stehen. Am Ende des Raumes ist ein Art Kuschelecke, mit einer breiten, gepolsterten Bank. Sieht aus wie bei “die neuen Pforten” mit Johnny Depp, der Raum in dem die Orgie sattfindet, sagt michileber. Ich schau besser nochmal nach, um nix zu verpassen. Aber es ist alles gediegen. Er erklärt: nur der Anblick, das Licht. So ist es doch immer, leere Versprechungen. Und zu essen kriegen wir auch nix mehr. Aber der Laden ist trotzdem nett. Nette Leute, ein bisschen alternativ, nicht so Schickimicki.
Dann geht es weiter. Ziel: Gestüt Renz – ein Club. Vorher steigen wir allerdings in einer Bar ab. Hab schon wieder vergessen wie sie hieß. Nicht so wichtig. Der Chic nimmt zu, immer mehr verstellte Gesichter. Bei mir nimmt die Müdigkeit zu, war das ein Lallen? Habe ich gerade ge… Da schon wieder!
Nach einem Gintonic geht es wieder weiter ins Gestüt Renz. Da ist’s ganz nett. Gute Musik. Wir tanzen, ich schwitze. Ich übertreibe natürlich auch beim Tanz. Auf der Toilette ein netter junger Mann. Hi, ich bin der Lars, wie heißt’n du. Hä? Achso, ich in der Atilla. (ich lalle bei der Aussprache meines Namens) Was? Atilla! Schöner Name. Ein weiterer Netter betritt den Waschraum. Das ist Jörg, sagt Lars. Oh prima, sage ich, hi Jörg. Hey Atilla, alles klar? Klarklar. Lars übernimmt wieder. Dann wünsch ich dir noch’n schönen Abend Atilla. Den wünsche ich euch auch. Ja, wirklich von ganzem Herzen, ich bin ja gar nicht so fies wie alle immer behaupten. Und außerdem hatte ich eine schwierige Kindheit und so. Versteht ihr? Und ich find’s echt riesig, euch mal über den Weg gelaufen zu sein. Lasst uns Kontakt halten, ich möchte ein Kind mit euch. Atilla, jetzt träumst du aber, sagt Lars und er hat recht. Ich stehe schon längst wieder auf der Tanzfläche und versuche meine Bewegungen im Zaum zu halten, damit ich nicht schon wieder schwitze. Die große Brunette, die wir drei zur Königin des Abend gekürt haben dreht ihre Runde. Jaja, die posiert. Klar!
An dieser Stelle ein kleiner P.M. Logiktrainer:
Mindestens zweien von uns dreien hängt der Sabber ausm Maul. Mir nicht.
Frage: Wem hängt der Sabber ausm Maul?

Nich, dass mich jemand falsch versteht. Wo sonst als im Gestüt sollte das Sabbern erlaubt sein. Kann man sich das vorstellen: Hengste ohne Sabber?
Als die Brunette geht will Casi auch nicht mehr. Wir beschließen zu fahren und lassen die Leberzirrhose im Gestüt, der hat noch nicht genug. Ein, zwei Klopfer auf die Schulter, einmal umarmt und ich freu mich, dass das alles so ist wie es ist. Auf dem Rückweg, werden die Ringe um die Hüfte mit einer türkischen Pizza nachgefüllt. Weißt du wie lange ich nicht mehr Rad gefahren bin? frage ich Casi. Doch das interessiert ihn gar nicht und ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich gefragt habe. Allein, der verdammte Lahmacun schmeckt verdammt gut und ich denke an warme Frühlingsnächte, an coole Drumbreaks und an so Sachen, die man im Frühling eben denkt. Und dann denke ich: Mist, es ist Winter. Aber geil!

Antwort: Mir nicht!

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San Francisco revisited

Was ich eigentlich am Freitag in San Francisco gemacht habe?
Na, ich war in der Amoebe. Das ist ein Plattenladen auf der Haightstreet. Die berühmte, die famose! Früher war das die Hochburg der Hippies und Beatniks. Heute gibt es die nicht mehr, aber noch immer gibt es die Ecke Haights-Ashbury wo jetzt ein Laden von GAP steht. Sooo traurig auch wieder nicht. Bisschen aber schon.

Davor war ich mit Louise und ihren Freunden im… ja wie hieß der Laden denn nochmal? Zudio oder zurio oder so. Das war eine Schuppenflechte mitten im Bankenviertel. Glasdach, Ausblick auf Skyscraper. Dann die Marketstreet runter geeiert bis zum Apple-Shop. Diese Shops verstehe ich überhaupt nicht. So different kann ich einfach nicht denken. Da stehen hunderte Menschen an leeren Tischen und gaffen. Erst wenn man näher kommt, sieht man die winzigen iPods. Die wirken doch bestimmt nur so klein, weil die Tische so groß sind. Oder???

Der Bus mit der Nr. 71 fuhr uns dann zum Amoeba, wo es eine wirklich unglaubliche Menge CDs gab und das war tatsächlich beeindruckender als der Appleshop. Und obwohl wahrscheinlich zehn große iPods gereicht hätten um die ganzen CDs als mp3 zu speichern, wären sie trotzdem nicht so beeindruckend wie 73000 CDs.
Nach der CD Suche kam Glenda dazu und ich fand in der Auslage der Amoebe noch das hier. Tataaaaa:

Dupstep in Santa Francisco

Jetzt wissen wir, dass die Epedemie ihren Lauf in Richtung Amerika nimmt – aber von hinten, würden jetzt die Bewohner von Castro sagen.
Wo sonst, wenn nicht in San Francisco ist der Erdgrummelsound des Dubstep eher Zuhause als einen Katzensprung vom San-Andreas-Graben entfernt?

Glendageländer sorgte noch dafür, dass wir was zwischen die Zähne bekamen und zwar im Kezar.

Kezar innen

Der Ofen war bei mir natürlich schon längst aus. Ich war es ja mittlerweile gewohnt um halb acht vor Müdigkeit umzufallen. Erinnerungen an alte Rampensautage wurden wach. Nostalgie! Aber ich stand ja noch. Und solange man steht, gibt’s ‘nen Weg zu gehen, und solange man sieht, gibt’s auch was zu sehen.

Also auf einen Drink in eine Bar in der Mission. Name der Bar: Your Dive! Name der Rose: Umberto Eco.
Am Eingang ein Schild: nur wenn man älter als 21 Jahre alt ist, darf man hier rein. Okay, bin ich.
Kaum bin ich drin, frange ich fast an zu heulen. Heimweh! An der Wand hängt ein schönes, deutsches, Frankfurter Nummernschild. Frankfurter Nummernschilder sind das Beste gleich nach einer schönen, fetten Gref-Völsings. Schaut’s euch an, isses ned goldisch?

Nichtraucherbar mit Frankfurter Nummernschild.
Nummernschildnäher

Um zwölf gings dann zurück nach Redwood City im CalTrain. Und am nächsten Morgen am Flughafen, da habe ich noch so ein 180° Bild mit meinem Zellophan gemacht, wie der Blick aus dem Fenster am Gate aussah. Links, das ist die 303 mit der ich geflogen bin.

Morgens um halb acht.
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zurückspulen

Voll öde, hat ja alles ohne Probleme geklappt.
Im Flieger nach Charlotte:
Diese Rocky Mountains sind ja tierisch groß, oder wir fliegen Zick-Zack drüber hinweg.
Werde immer wieder wach und sehe das.

Draußen hinterm Fenster.

Warten.
Flieger nach Frankfurt. Schlafen.
Im Traum bin ich ein Satellit. Meine Aufgabe ist es Bilder der Rocky Mountains zu machen.
Mein Speicher ist schon voll und ich kann sie nicht vollständig abbilden. Ich muss weiter raus. Noch weiter und immer weiter. Dann, eines Tages stelle ich fest, dass das alles nur ein Traum war.

satelitentraum

Ankunft.
Taxi.
“Wolle sie, dass isch dusch die Stadt fahr’?”
“Nee, aber du kannst ruhisch ma’ e bissi weidä babbele.”

Lieblingsangeber zwischen hier und da: Rocky Mountains.

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wach sein und der versuch wach zu sein oder schlaf

Tag eins:
Ankunft um Drei Uhr Morgens Ortszeit. Sieben Stunden später als geplant.
Email an die Kollegen, dass ich vermutlich gegen Mittag ins Büro komme.
Nach zwei Stunden dösen, stehe ich um sieben auf. Naja, dann lass ich mir eben Zeit.
zehn. langer spaziergang zum büro.
Herzlicher Empfang. Sachen ablegen, Rechner aufstellen. Netzwerk checken. Alles super. Mittags Thailändisch, dann Besprechung. Wahnsinn!
Im Hotel um fünf.
Aushalten. Kämpfen. achtzehnuhrvierundfünfzig. jemand hat mich vergiftet.
Arrrrggh!

zwei Uhr, einer wach.
Rechner, Internet, surfin california.
Die Sonne geht auf, alles blau.
Zu viel versprochen?
Hey, I’m California, I wickel you um my iPhone!
Alrighty.
Besprechung, Salvadorianisches Mittagsmahl.
Nicht Mexikanisch!
Feierabendmüde. Versuche wach zu bleiben. Niederlage um 20 Uhr.

Zwei Uhr, good morning Mr. Ko…
So nicht: Zwangsschlaf!
drei Uhr, good morning Mr. Korap.
good morning, dumme nuss.
ajagut, dann eben surfin california.
Oh, schön, Sonnenaufgang.
Surreal. Subversion. Perforce. FontLab. Widgets. wxPython (wichspeison).
Apfelkuchenfahrt. Mittagessen, Besprechung.
Zurück ins Büro, Besprechung.
Dokumentation für Python.
Hotel. Heute nicht so leicht Mr. Jetlag!
Salat im The Hofbräu gegenüber vom Hotel.
Quatschen bis einundzwanziguhrnochwas.
Chuck: Lord, you look so tired let’s go back to the hotel!
Why not? Hey, eaßy peaßy!
Immerhin, eineinhalb Stunden gewonnen.
einundzwanziguhrdreißig: chchchchchch….

fünf uhr.
Geschlafen!
Wahnsinn.
Kleiner Anfall von Größenwahn: Hey Chuck, heute Frisco!
Erst Office.
Der Mittag ist japanisch.
Kamal zeigt mir indische Schriftsysteme.
Ich verstehe ein bisschen. Wow.
Halb sechs, auf nach Millbrea, dann mit Bart zur Powell street.
zwanziguhr, Plattenladen Rasputin. sorry, we close.
Merken für morgen, ati.
Powell Street hochundrunter, dann Salat essen.
An jeder Fußgängerampel stehen Bettler, gängeln einen ein paar Coins in die Pappbecher zu werfen. Manche beschimpfen einen. Man gibt bis das Kleingeld futsch ist. Dann quetscht man sich vorbei und versucht nicht mehr hinzuschauen. Aber das Lachen vergeht einem trotzdem.
REKORD: dreiundzwanziguhrdreißig, dann schlaf.

jetzt wach, gleich besprechungen, später ausgedehnt francisco.
Abends früh ins Bett.
Morgen geht’s zurück nach Frankfurt.
Die Odysee wird lang, vielleicht.

Im Frühstücksraum gibt es nur Plastikbesteck, Plastikteller und Plastikbecher. Zucker, Marmelade und Butter gibt es nur in Rationsdöschen von 0,2 kubikzentimetern. Sogar die Äpfel sind einzeln. Und der Chef des Ladens fragt die ganze Zeit: How are you guys doing today? Was soll’n das eigentlich?

Vorbild: Supermenno!

mein vorbild
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Etappe 3 – Michi & Kalle

Here we are...
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Etappe 2 – Viva Lambada

Den Flug habe ich zu 95% verschlafen.
Landeanflug auf Las Vegas. Ein Orientteppich aus Lichtern und man sieht den größten Teil der Stadt.
Insbesondere sieht man den Strip, mit der Riesenreklame.
Gut, aber dafür fünf Stunden Umweg? Ich weiß nicht.
Noch 25 Minuten, bis auch dieser Flug (vorraussichtlich) geht.
Ati: Los geh!
Flug: Können wir nicht nochmal reden?
Ati: Nein, da bin ich hart.
Flug: Okay, okay, ich verstehe.

So ist das in Amerika, versteht ihr.

Es geht los!
Boooooaaaaarding!

Notiz zur Info:
hier stehen tatsächlich einarmige Banditen im Wartebereich.

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Etappe 1 – Stephanie

Charlotte in North Carolina

Nach 10 Stunden Flug endlich hier. Dann warten in der Schlange.
“Any customs?”
“Yes, a bottle of dubstep!”
“Pardon?”
“Nothing!”

Der Anschluss nach San Francisco ist jetzt auch schon weg. Umleitung über Las Vegas. Ankunft etwa um eins, dann ist es bei euch zehn.
Ich mach einfach so weiter, und mach auch Beweisbilder, die ich niemandem zeige.
Durchsagen in sehr freundlichem Englisch: “Please, report any suspicious person or unusal activity. Thank you and have a good flight.”
Aber jetzt muss ich zum Gate, sonst gate das Flugzeug ohne mich.

Bin jetzt am Gate und hier ist nix los, tote Hose. Las Vegas ist sicher eher dicke Hose.

Tja, jetzt sitze ich hier immer noch und warte darauf, dass die mich in die Maschine lassen. Planmäßiger Abflug war 19:55. Es ist mittlerweile 20:42. In San Francisco komme ich nie an! Menno!

Batteriestand: 61%
Nachbarort von Charlotte: Mecklenburg

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Die Nervosität vor der Reise

Amerika.

Dank Google Earth konnte ich mir ein Bild von der Gegend machen in der ich sein werde, wenn ich Morgen nach 15 Stunden Flug in San Francisco lande. Jetzt bin ich weniger besorgt, dass das alles funktionieren wird. Warum eigentlich?
Jedenfalls, liegt alles etwa 20 km voneinander entfernt.
San Francio, Redwood City, Cupertino, San Jose, Palo Alto.
Interessante Konzerte finden in der Zeit vom 7. bis 13. nicht statt, außer Incubus am 10.. Das interessiert mich Atis Hotel in Californiennicht so richtig, obwohl ich beim letzten Incubus Konzert sehr euphorisiert davon war, wie unerschrocken und lässig die Band improvisierte und all die Dinge machte, die man nicht machen darf. Und trotzdem kochte der Saal fast über.
Das soll mein Hotel sein. Sieht doch ganz nett aus.

Der Clou beim Stylophone ist, dass es winzig ist. Wenn man die Bilder sieht denkt man, dass es in etwa die Größe eines DIN A4 Blattes haben müsste. Stimmt nicht. Es ist nur etwas größer als ein Moleskin. Dadurch wirkt es noch mehr wie ein Spielzeug. Mal sehen wo wir es einsetzen.

Für meine Reise nach Amerika wünsche ich mir, dass das Flugzeug in dem ich sitzen werde nicht einfach so abstürzt. Ohne Panik keine Titanic.

Meine Nachforschungen, ob es wirklich ein Herz aus Stein gibt, habe interessantes zu Tage befördert. In den USA gibt es wenigstens ein Herz aus Glas. Dahinter steckt entweder Werner Herzogs “Herz aus Glas” (Jeder für sich und Gott gegen alle!), oder Blondie. Die Version von The Bad Plus könnte man wahrscheinlich “Heart of Plexiglas” nennen, was dem Implantat am nahesten kommt. Aussehen tut es so:

in der hand
in der brust

Da sag mal einer Wikipedia wäre kaka. Wiki ist eine Bastion des lustigen und manchmal sogar witzigen Humors! Zum Beispiel der erste Satz im Eintrag zu Werner Herzog:
“Werner Herzog wuchs als in München ausgebombtes Kind im dem bayrischen Dorf Sachrang, unweit der Grenze zu Österreich, auf.”

Das liest sich ja alles ganz nett hier. Morgen werde ich mir was wirres und aufregendes überlegen. Vielleicht im Flug. Und dann werde ich es über Island oder den Kapverdischen Inseln per Bluetooth auf eure Mobiltelefone schicken, denn wo gibt es mehr Blue als über dem Atlantischen Ozean?
Auflösung: Im nächsten Heft!

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Ohne Worte

Ohne Worte!

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Silvesterbericht

Am einundreißigsten Dezember etwa um zehn Uhr wach geworden.
Am erstem Januar etwa um neunzehnuhrfünfundvierzig ins Bett.
Dazwischen alle Unternehmungen die man für gute und schlechte Abende braucht: Essen, Getränke, gute Freunde und neue Menschen, Gespräche, Böller, Waldruhe, Hunde, Küsse auf die Wange, Umarmungen, Berührungen, Stadtgetümmel, Clubs die einen nicht rein lassen, Clubs in die man nicht will, Kneipen, Taxen, Brücken, Uhrtürmchen, Gespräche über Liebe und Leute und Parties und nie vergessene Peinlichkeiten und über andere Gespräche, tanzen, lachen, schwitzen, atmen, laufen, frühstücken, Berger, Textor, Lange, Lola Montez, Clubkeller, Dreikönigskeller, Keller, wo in Frankfurt das Leben ist, wo die Fahrräder stehen.

Enttäuschend: Fühlt sich an wie ein kalter Oktober, ist aber Januar

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