Weihnachts(t)räumerei

Tag 1 – 23.12.2006

Eigentlich sollen TWW oder ML anrufen, tun sie aber nicht.
Ich stehe vor meinem Regal. Da ruft was, nein schreit: beweg dich! Hab das Gefühl seit Jahren nicht aufgeräumt zu haben. Ist ja auch so. Zettel, Belege, Rechnungen, Unterlagen, wieso nervt mich das jetzt?
Ich schau mich um. Die Möbel sind eine einzige Katastrophe – zumindest in den Augen eines Möbeldesigners. Zum Beispiel die Couch, die hält ja nur, weil sich keiner draufsetzt. Hm. Mach was! Ja, was? Umräumen? Verschiebt doch nur das was ohnehin schon da ist. Ist aber alles was man hat. Stimmt. Dann vielleicht das Regal in den anderen Raum? Aja, mach!
Ausräumen: So viel Mist! Was will ich eigentlich mit dem ganzen Kram?
Umbauen: Kaka! Viiiiel zu eng das alles!
Suna guck mal! Aaahh, ich muss weg, ich muss weg! Du sollst ja nur mal gucken. Ich muss weg, ich muss weg! Ist ja gut.
Sie schaut. Sägs ab und schieb’s unter die Schräge.
Na bitte geht doch, aber immer erstmal rummotzen und bloß nix abgeben von deinem blöden universellen Wissen.
Also Sägen. Gut. Aber Morgen, denn um zwölf Uhr wird nicht mehr gesägt und auch nicht überlegt, um zwölf wird geschlafen.

Weihnachtbaummotto: Größer ist besser!

Guckt euch mal den an

Tag 2 – 24.12.2006

Bin ich hier gerade eingezogen, oder was? Allesalles liegt auf dem Boden, meine ganze papierene Existenz. Nie im Leben passt das alles ins Regal. Egal. Müll heißt das Zauberwort. Man muss sich auch mal von beknackten, sechs Jahre alten Computerzeitschriften trennen können, oder von der API-Dokumentation zu MacOS 8.5. Das interessiert doch niemanden mehr. Die Zeiten der Technokratie sind sowieso erstmal vorbei.
Oh, der Tisch. Der ist echt groß. Aber gut, erstmal wird das Regal an die Schräge angepasst und dann… Genau! Dann wird der Tisch an die Größe angepasst. Ich will sägen!

„Suni, ich säg‘ auch ganz leise.“
„Du weckst mich um mir das zu sagen?“
„Jetzt bist du ja wach, dann kann ich doch schon mal anfangen!“
„Heute ist ein Feiertag!“
„Heute ist Heilig Abend, nix da Feiertag. Wenn schon, dann Feierabend.“
„Aber es ist auch Sonntag!“
„Ja, aber es ist doch nur ganz leise, das hört doch niemand!“
„Warum weckst du mich dann?“
Schnell raus, jede Diskussion vermeiden. Bewährte Sunataktik!

Die Arbeit ist erledigt, keiner hat was gehört, nicht mal Suna. Fühl mich schon fast wohl. Einräumen, aussortieren, einräumen. Fertig. Naja, nicht ganz, aber fast.
Reinald Goetz ist aber ganz schön wirr. Das hier auch, oder was?
Müll: 2 Kubikmeter/50000 Seiten Papier
Weihnachtsbaum: Aufblasbar!

Aufblasbarer Weihnachtsbaum!

3. Tag – 25.12.2006

Der 6-Uhr-Wecker klingelt um acht. Um 11:30 Uhr verfrachte ich die Liebe zum Flughafen & schick sie nach Mexiko. Mann, hab LeBourgh schon lange nicht mehr so neben sich erlebt. Unkompliziert, unverkrampft ist es, sagt er, und das macht ihn ganz wirr. Hat ja auch lange genug alles andere erlebt. Das ist schön. Grüß‘ mal, komm gut an.

Zuhause überfällt mich dieser Mittagsschlaf, den es eigentlich gar nicht gibt in meinem Leben. Hm. Ich liege auf der Seite, dann auf dem Bauch, dann wieder auf der Seite, dann ist die Stunde vorbei.
Suna fährt, Sadika kommt. Anprobe. Da ein bisschen mehr, da wieder weniger, aber sonst, ideal Sadi.
Film…
Film…
Okay, ich leg mich dann mal schlafen.
Weihnachtsbaum: Gekritzel.

Weihnachtsgekritzel.

4. Tag – 26.12.2006

Die Migräne kommt, lauert, brummt schon ihren eintönigen Schmerz. Dumme Nuss!
Abwehr: 400 mg Ibuprofen.
Sadi: ich bleib bis Morgen! Okay
Angriff: 400 mg Ibuprofen.
Ich fahr dann mal Fahrrad. Okay.
Erst kalt, dann cool. Radfahren ist ein Segen.
Hab ich ein bisschen überrissen?
Die M kommt zurück. Schmerz und Übelkeit. Oh oooohh!
Die Ibus sind alle. Novalgin? Nö, keine Lust auf Minuspuls.
Friedensangebot: 500 mg Paracetamol
M willigt ein, leichte Schmerzen aber wird nicht schlimmer.
Die Kopftuchrate ist im Vergleich zu den siebzigern gestiegen, sagt Sadi.
Töbe töbe, Yarapim!

Weihnachtsbaum: Mechanisch – Metal kennt keinen Schmerz, so ähnlich wie Indianer. Deshalb zwei.

Auch so ein Baum.
Weihnachtsbaum in der Antarktis.
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2 Kommentare zu Weihnachts(t)räumerei

  1. rascel sagt:

    Der Blog als Kunstform – Bravo !

  2. Anonymous sagt:

    „Schnell raus, jede Diskussion vermeiden. Bewährte Sunataktik!“ Logik nicht Taktik…

    Gut das der Müll im Müll ist!