Monats-Archive: November 2006

hui

Wirklich zum schreien ist ein Fußballer-Bericht, den ich auf Spiegel Online gefunden habe. Darin wird beschrieben wie der Regionalliga-Spieler Christian Okpalas von den Stuttgarter Kickers seinem Mitspieler Sascha Benda gegenüber handgreiflich wurde, weil dieser ihn ständig provoziert habe. Okpalas zählte die Tätigkeiten Bendas auf, die ihn dazu brachten dem Mitspieler eine in die Fresse zu hauen. Benda habe ständig gefurzt, ihn mehrmals verflucht, seine Stutzen in Okpalas Kaffeebecher gesteckt. Okpalas vermutet, dass hinter Bendas verhalten der Verein steht, der sich das alles augedacht und Benda dazu angestiftet habe. Okpalas glaubt auch, dass der Verein glaubt, dass er zu viel verdiene.

Meine linke Gesichtshälft tut mir heute weh, von der Schläfe bis zum Hals. Die Zähne, das Ohr, die Lippen… könnte ein gereizter Nerv sein. O Gott, ich gehe mir selbst auf die Nerven. Hilfe! Ich leg mich gleich wieder ins Bett und trinke ein bisschen Tee und arbeit an den Dokumenten die Jörg mir geschickt hat, dann fühl ich mich nicht ganz so nutzlos.

Freu mich schon auf den Besuch von Stefan und Charlotte.

Lieblingsfußballer: Ja genau! Sasha Benda

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Bett

Alles zu im Hals-, Neben- und Stirnhölenbereich. So macht’s keinen Spaß, ich bleib heute zuhause und gratuliere ML von meinem Bett aus.
Die Augen brennen schon. Mach’s gut Welt, ich bin heute tot. Nein, nur ein Jammerlappen.

Beste Nahrung: Echinazin auf Platz eins, dicht gefolgt von Wick Bonbons mit Vitamin C++

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Ruhe

Dienstag. Wir sehen Lena Adia und bringen ihr was zu lesen. Die Eltern sind stolz und freuen sich über die Neugeborene. Danach planen fahren wir nach Bad Homburg um eine Skifreizeit im Januar zu planen. Wir sitzen zu fünft im Luisenkeller und essen und sprechen über Hänge, Skier und Adrenalin. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt und wir stellen am Ende fest, dass wir nicht über die Arbeit geredet haben. Gut.

Mittwoch. Schönes Abendessen bei Matthias, ein leckerer Wein und alle schön entspannt. Jürgen und ich gehen allein ins Burga, Matthias kommt nicht mit. Stefan und ich beschließen, wir treffen uns Samstag zur Probe. Gegen Ende des Abends fange ich an Schwachsinn zu reden. Wir gehen heim.

Donnerstag. Kleine Runde im Schöneberger. TWW kommt nicht. Er ist fertig, weil er erst um acht von der Arbeitnach hause kommt. Arme Socke, hoffentlich ist es bald rum. Am meinem Auto ist der hintere Scheibenwischer abgebrochen, der auf der Fahrerseite verbogen und der Außenspiegel abgeklappt worden. Bei den anderen Autos rundum ist alles in Ordnung. Es regnet. Ich hasse euch! Den vorderen Scheibenwischer biege ich gerade so gut es geht, doch die erste Tanke hat garkeine Scheibenwischer und die zweite nicht die richtigen. Der Typ an der Kasse ist so nett, dass er versucht meinen existierenden wieder hinzukriegen. Dann sagt er, dass vielleicht andere Modelle auch passen. Wir versuchen es und es geht. Ich könnte ihn knutschen. Danke. Die neuen Scheibenwischer sind viel besser als die alten.

Freitag. Geburtstag bei Susi – ist nicht meine Erfindung. ML und ich schenken was und noch im Moment unserer Übergabe denke ich, dass das nix war. Zu spät. Die Gäste sind Juristen? Wahrscheinlich. Alle sehr nett, stellen sich mit Namen vor. Atilla, sag ich und werde den ganzen Abend angerufen und man prostet mir zu. Betti ist da. Wir unterhalten uns und beschließen, danach geht es in die Freitagsküche. ML kommt nicht mit, hat ein Seminar am nächsten Tag. Irgendwas passiert mit mir. Ich quatsche nur noch. Betrunken und müde wie ich bin stellt Betti fest, dass ich auch nur ein Idiot bin. Das fühlt sich ganz gut an. Idiot. Dann schauen wir ihr Atelier an und das grelle Licht macht einen fast nüchtern, aber nicht wach. Ich stelle mir vor wie N sich hier fotografieren ließ und denk mir meinen Teil. Kann ihn garnicht nicht sagen. Alles strömt ungefiltert aus mir raus. Höre nicht auf zu quatschen und ich geh mir schon selber auf den Nerv – leider hinterher vielmehr als währenddessen. Ich glaube Betti will nur noch heim. Am Bahnhof fahren bereits die ersten Bahnen, die scheinbar auf uns gewartet haben. Auf dem Heimweg rede ich mit der Bahn.

Samstag. Den ganzen Tag aufräumen, ein bisschen putzen und sich für Freitag schämen. Suna muss zum Einkauf überredet werden. Ich bin froh, dass sie mitkommt. Um kurz nach sechs kommen Stefan und Charlotte. Am Anfang etwas unbeholfen stürzen wir uns in die Arbeit. Als wir einen Modus finden, wird es immer angehnehmer. O ja, das macht Spaß. Ich bin ein bisschen von dem Ideenreichtum und den genauen Vorstellungen der beiden überwältigt. Das Ergebnis ist lustig und eigentlich ein bisschen wahnsinnig. Schweineorgel mit Fonkgitarre. Es ist nach zwölf als Suna die beiden in die Stadt mitnimmt. Nächste Proben: Mittwoch und Donnerstag. Der Bandname und Bilder fehlen.

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Reiki Musik

S. heilt Menschen. Das macht S. mit spiritueller Kraft. Als wir so da saßen konnte S. jedem von uns genau sagen was mit uns los war. Sowas hab ich noch nie erlebt, aber an der Existenz dieses Quatschs habe ich nie gezweifelt. Doch, stimmt nicht. Früher habe ich das überhaupt nicht geglaubt und hätte am liebsten jeden nicht-mathematisch-deterministisch denkenden gefoltert. Für den einen oder anderen mögen sich Gespräche mit mir auch so angefühlt haben. Naja, auf jeden Fall hat S. klar gemacht, dass irgendwas mit meinem Herz nicht stimmt, oder mit mir und mit meinem Herz, also das Dazwischen. Deswegen fahre ich Fahrrad, damit das mit meinem Herz in Ordnung kommt. Behaupte ich jetzt mal so. Vielleicht ist ja ein bisschen Wahrheit dran. Jedenfalls trainiere ich mein Herz, so dass es wieder stark wird und ich ihm eher trauen kann. Eingentlich ist es ja stark. Einigermaßen trainiert habe ich einen Ruhepuls von einundvierzig. Das deutet darauf hin. Doch ich trau halt meinem Herz nicht und deshalb weiß ich nicht, was ich will. Ja, gut, aber das sieht doch jedes Kind bei mir, oder? immerhin, nach ein paar Sätzen, hat S. das schon alles gewusst. Bei S. ist das auch so, meint S.. Irgendwie beruhigend. Vielleicht, so hab ich überlegt, fahre ich ja auch Fahrrad als eine Art Meditationsersatz. Ich bin ja nicht so spirituell. Ach, ganz bestimmt sogar. Wenn ich daran denke, dass mein Hirn sich schon nach den ersten paar Kilometern abschaltet. S. hat von einem Freund erzählt, wenn der meditiert, der hat’s total gut, der ist sofort raus aus seinem Körper.

Weil das alles so faszinierend war habe ich das gestern meinen beiden Psychopathologen TWW und ML erzählt. ML wusste sofort was Sache ist und erklärte uns – die wir offen gestanden ziemlich dumm aussahen mit unseren halboffenen Mäulern – die Sache mit dem Reiki. Das war mal wieder’n Ding. Zwei verabreden sich auf eine Uhrzeit, stellen ihre Blicke in die ungefähre Richtung und los geht’s. Über Gedankenübertragung wird dann ein bisschen getratscht. Fernreiki nennt sich das, oder Reiki 2.0.
Was ich nicht wusste: Reiki kommt garnicht aus Jamaika!

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Turbo

Carsten ist wieder aus Mexiko zurück. Was haben die ganzen Leute eigentlich mit Mexiko? Erst Alex und jetzt Carsten, der im Dezember wieder hinfliegt.

So viel habe ich nicht zu erzählen, hier erstmal ein paar kranke Links:
Self Fucking Systems – ein Telepolis Artikel zum Thema.
SFS Theorie – gehört zu den beschissensten Theorien, die mir je untergekommen sind.

Beste Tätigkeit: duschen

Und genau das mache ich jetzt.

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Carsten und die Made in China

Im Traum war ich mit Carsten unterwegs. Es war eine Reise im Auto übers Land, über Brücken und Flüsse. Die Geschichte fing ständig von vorne an und das Ziel war immer der Flughafen, weil Carsten es eilig hatte und sein Flieger bald ging. Auf der Autobahn standen immer wieder Autos auf den Mittelstreifen. Die Leute räumten in diesen Autos rum und hatten keine Angst, dass was passiert. Ich machte mir wirklich Sorgen. Hinter uns fuhr ein Auto mit einer Glasfront. Es fuhr und keiner lenkte. “Das ist Satellitengesteuert”, sagte Janis. Wo kam denn der jetzt her? Naja, es stimmte. In dem Auto saß eine Familie mit Männern, Frauen und Kindern. Das wirklich witzige kam aber noch. Sie fuhren ab und mussten für die engen Brücken und Landstraßen umsteigen und sie stiegen zu sechst oder so in ein Spielzeugauto aus Holz mit roten Rädern. Scheinbar hatte das Auto einen Motor. Carsten wollte ständig gehen, konnte sich aber nicht losreißen und erklärte dauernd warum die Familie hatte umsteigen müssen. Dann sagte ich, ich müsse Thorsten und Sandra besuchen, die ganz in der Nähe wohnten. Carsten kam mit. Bei Thorsten & Sandra war auch eine Frau, die ich nicht kenne und mit der ich noch nie geredet habe. Sie sagte guten Tag mit einem seltsamen Akzent. Aus ihren glatten Harren wurden Locken, während wir miteinander redeten. Es war Fränkisch. Und ich fragte: “Du redest Fränkisch?” Ja, das war so. Und dann kam Bob, die alte Tröte und weckte mich.
Licht an. “Du siehst aus wie’ne Made!”
Blöder Elch!

Jetzt geht’s nach Entenhausen zu den Eltern. Nicht ohne der Öffentlichkeit vorher meine gestern angefertigte Sammlung an Nummernschildabkürzungen zu präsentieren.

Aus der Zeitschrift “Nummernschildabkürzungen aktuell”
BAYERN

  • HAS = Haßberge / Haßfurt
  • MB = Miesbach
  • MM = Memmingen

SACHSEN

  • KÖT = Köthen
  • WUR = Wurzen
  • FLÖ = Flöha
  • WZL = Wanzleben
  • NOL = Niederschlesischer Oberlausitzkreis

NIEDERSACHSEN

  • PE = Peine

BRANDENBURG

  • FI = Finsterwalde

THÜRINGEN

  • KYF = Kyffhäuserkreis
  • LSZ = Bad Langensalza

HESSEN

  • OF = Offenbach/Main
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Was war denn das für ‘ne Überschrift?

Puh, wie anstrengend der Tag mit mir gestern war. Ich war sowas von aufgedreht, ich wollte mich am liebsten von der Leine nehmen und sagen: “Lauf junger Korap, lauf! Aber hau bloß ab!” Doch das ging nicht. So folgte ich mir ständig selbst und die anderen sagten immer wieder: “Wie bistn du drauf?”
Aber das muss man auch mal ab können, schließlich muss ich das mein ganzes Leben lang ertragen.

Gestern war C.’s Geburtstag, er reagierte nicht auf meinen Anruf und nicht auf meine Email. Was kann man da tun? Abwraten. Okay, wird gemacht.

Ullrich macht doch einen DNA Test, wenn’s verfahrenstechnisch relevant wird. Aha. Juckt das eigentlich noch jemanden? Mich schon, aber nicht so richtig.
Nächste Woche beginnt meine neue Radsaison. Ich freu mich schon drauf. Vor allem aber freue ich mich auf meine Winterschuhe. Das wird supi in der Kälte zu fahren und härtet ein bisschen ab. Aber welche Kälte? Mein persönlicher Wetterdienst meldete in den letzten Tagen Temperaturen um die zehn Grad bereits in der Früh’.

Reim: In der Früh’ macht das Wandern keine Müh’.

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und es ist doch frühling

Heute Morgen im Auto. Ein roter Benz kreuzt hastig meinen Weg. Oben ein großer Kasten mit Blaulicht drin. In weiß steht “FEUERWEHR” an den Seiten. Wer sitzt drin? Klark Kent! Seit es kaum noch Telefonzellen gibt hat er ein Problem.
Der Himmel ist so blau und die Sonne so warm, dass ich denke, das war der kürzeste Winter, den ich je erlebte. Aber auf der Arbeit gucken meine beiden Kollegen mich nur etwas verwirrt an und sagen, dass es bestimmt wieder kälter werden wird.
Ich will nicht sagen, dass das Schriftengeschäft an sich engstirnig ist. Nein, das würde ich nie sagen…
Auf’m Klo lese ich derzeit ein Büchlein mit Philosophen Anektoden. Zur Frage was ein Philosoph und was ein Theologe sei steht da drin: Philosophen sitzen in einem dunklen Raum und versuchen eine schwarze Katze zu fangen die es nicht gibt. Theologen fangen sie.
An alle Besserwisser und Labertaschen: weiter so!

Derzeit bester Geruch: Der Geruch von zu heiß werdenden Elektrogeräten.
(Suni, Bob: wir brauchen dringend einen Herd)
Suni meldest du dich mal?

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Arbeiten

Hör mir jeden Tag die Rumpfsongs an und frag mich ob die zu verkopft sind. Aber wie komme ich darauf? Ich und verkopft!
Viel zu tun gibt’s. Nur wann? Komme ja kaum zur Ruhe. J sagt ich könne mich garnicht ausruhen. Ich sag das auch. In einem alten Gedicht steht: “Es bleibt nichts anderes zu tun, als sich nie mehr auszuruhen.” So einfach war das. Und jetzt? Genauso einfach natürlich, hat sich ja auch kaum was geändert in der Welt.
Auf Ebay habe ich mir eine Paar Rennradwinterschuhe geschossen. Northwave Farenheit für unglaubliche 101 €. Wow! Im Laden kosten die 160. Aber dieser Ebay-Shop hat die Auktion zu meinem Glück um halb zwölf beenden lassen. Tja, selber schuld…

Was Ulle angeht dreht sich meine Sichtweise langsam wieder. Erst war ich enttäuscht, dann zuletzt dachte ich es sei unfair alle anderen Deppen fahren zu lassen nur JU nicht. Aber mittlerweile wird es ein bisschen albern. Die ganzen überführten Dopingsünder machen sich Hoffnung. Sogar Landis, der ja nun wirklich überführt wurde. Und ich denke, dass der UCI und alle im Zusammenhang stehenden Läden ziemlich lernresistent sind. Scheinbar ist die ganze Branche voll von Betrügern. Wie wollen die da ohne Glaubwürdigkeitsverlust rauskommen?
Tja, was meinen denn Sie?

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Suna Orletta

Nouvelle Vague im Mousonturm, es ist ausverkauft und ziemlich voll. Die Musik plätschert in Wohnzimmerlautstärke vor sich hin, die Zuschauer unterhalten sich. So ohne Sessel, macht Lounge Musik auch nicht wirklich Spaß. Sehr dünn ist die Stimme des Sängers. Doof.
Aber Stefan sagt: wegen der Musik geht man hier sowieso nicht hin. Er kann sich nicht über mein zehn Jahre altes Frankfurt T-Shirt freuen, das ich so originell finde. “Ich war heute Morgen in Köln und hab den Anfang vom Karneval mitbekommen. Jede Art von Lokalpatriotismus ist mir zuwider.” Okay, kann ich verstehen.
Wo ist Charlotte unsere Bandleaderin? Nicht da.
Als wir den Mousonturm verlassen, weiß keiner so genau ob Nouvelle Vague noch auf der Bühne stehen oder nicht. Auf der Berger stoppen uns Abfangjäger, die einen Junggesellinnenabschied feiern. Wir machen mit, lachen ein bisschen und wünschen der Braut alles Gute. Aber der eigentliche Skandal des Abends findet im Schöneberger statt. Da ist eine Gruppe von Trotteln, die den ganzen Laden zusammenschreien. Einer von ihnen hat Geburtstag und wird mit Fußballgesängen geehrt. Ich dachte ich sitze im Kackschiss in Gönnern. Nix da, das Hinterland kommt in die Städte.
Im Sugar war es dann endlich wirklich entspannt.

Suna hat heute Kopfschmerzen und schläft jetzt. Die Arme.

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