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Rosa Blumentraum

Am 22. Juni flog ich in Linotypes Auftrag nach Valencia um einen Tag später eine Präsentation zu halten. Wir kamen erst um halb zwölf ins Hotel und liefen von dort aus nochmals in die Stadt um etwas zu essen, gemeinsam mit mir drei Kolleginnen und Kollegen. Die Präsentation verlief ganz okay, aber leider zur gleichen Zeit wie das letzte Gruppenspiel der spanischen Nationalmannschaft bei der WM. (Gestern schieden sie gegen die Franzosen aus.) Am Samstag schließlich zeigte mir Herr Wildenberg ein paar monströs-schöne Gebäude in Valencia, die sehr futuristisch aussehen. „La Cuidad de las Artes y las Ciencias“ heißen diese Gebäudekomplexe. Ein Einheimischer erzählte uns, dass im Moment vieles abgesperrt sei, weil die Vorbereitungen für den Papstbesuch auf Hochtouren liefen. Der Papst kommt also in dieses hochmoderne Nest um seine Audienz abzuhalten. Die geistlichen verstehen es doch wunderbar, sich in Szene zu setzen.
Als ich am Frankfurter Flughafen lande ist es halb sieben, fünfzehn Minuten vor dem Ende des Viertelfinalspiels Deutschland gegen Schweden, bei dem Deutschland zwei zu null führt. ‚Oh Ne!‘, denke ich und nehme mir ein Taxi, da ich keine Lust habe jetzt mit der Bahn mitten durch die Stadt zu fahren.

Sonntag eine 75 km Runde mit Matthias. Wir treffen uns in Harheim mit Christiane und einem befreundeten Ehepaar der beiden. Sie reden über Häuser und Makler und Baumärkte nicht ohne die Handwerker zu vergessen. Ich sitze in der Sonne und genieße das wohlklingende Singsang der Stimmen, als meine Arme und Beine, die ich am Morgen dick mit Sonnencreme einschmierte, anfangen zu jucken. Ich rubbel kleine Klümpchen auf meiner Haut zusammen und beschließe noch eine Runde zu fahren. Das hält man ja nicht aus. Ich steig aufs Rad und denke der Feldberg muss es sein. Unglaublich schnell fahre ich in den Berg überhole zwei weit vor mir fahrende nach einer Weile. Der zweite will dran bleiben. Als ich das merke schaudert es mir plötzlich ihn so dicht hinter mir zu wissen, dass ich aufs Tempo drücke und ihn schnell distanziere. Am Sandplacken, wo es flacher wird, überholt er mich wieder und fährt rechts die Bushaltestelle an um sich auszuruhen. Ich aber fahre hoch zur Felbergspitze. Nach etwa eineinhalb Kilometern breche ich komplett ein. Es geht einfach nichts mehr. Ich drücke mich mit zehn Stundenkilometern die Steigung an den Parkplätzen hoch. Es sind nicht die Beine, sondern die Atmung und der Magen, der sich jeden Moment zu leeren droht. Zum Glück halte ich bis oben durch, wo ich schnell ein paar Falschen Wasser und Gatorade zu mir nehme. Mein Magen will nicht so recht, aber ich brauche es dringen. Dann lass ich mich runter rollen. Es war eine Dehydrierung, die ich in dem Maße noch nicht erlebt habe.
Rosa Blumentraum kommt aus einem der Vorträge, die ich in Valencia gesehen habe, als Beispieltext für eine Schrift. Ein anderes Beispiel war „Heizölrückstoßabdämpfung“. Ha! So kann es weitergehen!

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