wohin von hier
von ati am 8. Februar 2010 um 10:18 amGute Laune: ” Würde gern mal die Fragmente hören.”
Gute Laune: the Revolution will not be televised
Gute Laune:
& 
Und…
Gute Laune: ” Würde gern mal die Fragmente hören.”
Gute Laune: the Revolution will not be televised
Gute Laune:
& 
Und…
Mein Diktiergerät ist mein musikalisches Gedächtnis. Wie aus dem nichts tauchten letzte Woche Aufnahmen von Licks, Riffs und Songfragmenten aus dem letzten Jahr auf. Ich erkenne zwar meine Stimme, kann mich aber an die meisten Stücke nicht mehr erinnern. Damit ich sie nicht jedes mal wieder raushören muss, erkläre ich Akkordfolgen oder hakelige Läufe. Von 39 musikalischen Fragmenten würde ich 14 gern zu Liedern machen, sie sprechen mich auch heute noch an. 13 fliegen gleich raus und 12 könnten eventuell was sein. Das bedeutet am Ende wahrscheinlich: 5 Lieder, 3 Teilen werden als Chorus oder Zwischenteil verwendet und der Rest muss warten, bis ich wieder was mit ihnen Anfangen kann. Leider muss mann so mit Ideen umgehen.
Mittwoch ein Treffen mit Team K.. Endlich, nach zweieinhalb Monaten. Wir spielen Cissy Strut. (Hier von John Mayer mit Freundschaftsbändchen und Steve Jordan am Cocktail Kit.) Und wir beschließen Cover-Versionen zu spielen und zu schauen was rauskommt. Meine Lieder nehme ich mit zur neuen, noch namenlosen Band. Auch an neuen Liedern werde ich mit Simon und Jonas arbeiten. Das stößt auf Verständnis. Was eine große Erleichterung ist. Ich freue mich aber, alle zwei Wochen mit Ben und Tom verrückte, instrumentale Funklieder nachzuspielen.
Und jetzt auf der Stelle wieder Untertage und schluss mit lustig!
Krankheit fast überstanden. Neben den Nasen, die Höhlen und so. Jetzt ist meine linke Gesichtshälfte sozusagen gereizt. Haaransatz, Haut, sogar das Zahnfleisch, alles wie unter Spannung, als wäre es entzündet. In Wirklichkeit ist es aber der Gesichtsnerv Trigenimus. Trigeminus. Trigema. Uff, da fällt mir GEMA ein. Die brauchen noch was von mir!
Simon sagt: “Jeff Buckley ist ganz gut.” Sagt der Jürgen auch. Und ich auch. Aber Spoon, Freunde! Hört es euch an. http://www.youtube.com/watch?v=Yb1V2yprIJE Ist auch ganz gut.
Und dann fiel uns noch Max Weber ein. Der idealtypische Soziologe. Wie sehr der moderne Kapitalismus (oder das Leistungsprinzip?) einer christlich-aufklärerischen Vergangenheit bedarf. Dieser Heilsbringer! In den Händen von ein paar Chinesen sorgt er gleich mal für Angst und Sorgenfalten auf des Analysten Stirn und Hirn. Aber jetzt geht es erstmal weiter, hier im Surrealismus. Nächste Woche dann wieder zweieinhalb Stunden Realität im Führerbunker.
Und heute vor zehn Jahren hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei Linotype. Und wie soll/kann man jetzt (mit) diese/r Information umgehen? Einfach, nicht!
Die goldenen Zitronen haben mit die Entstehung der Nacht ein tolles Album herausgebracht. Und Herborn war auch super. Spoon veröffentlicht am Freitag ein neues Album von dem ein Kritiker sagt, dass es eine Band, die sich kurz vor dem Durchbruch befinde, wie Spoon, nicht herausbringen dürfe. Gerade deshalb, so der Kritiker weiter, wäre das Album so außerordentlich gut. Ja, gut. Klar. Verstehe ich. Aber Spoon ist gar nicht kurz vor dem Durchbruch, auch wenn ich es ihnen gönnte, aber nicht wünschte. Man kann das sehen wie man will. Oder einfach die Augen zumachen. Trotzdem, wir müssen uns in Acht nehmen, denn so einfach ist das nicht. Hier hängen drei Batterien im Ladegerät. Besser wären vier, denn nur wenn eine gerade Anzahl Batterien im Ladegerät eingeklemmt ist, ist es ratsam die Batterien aufzuladen. So ähnlich stelle ich mir das bei Röhren vor. Bei so genannten “matched pairs”. Oder bei Schuhen. Wenn die nicht matched wären, was wäre denn dann eigentlich? Würde dann jemand anderes mit deinem zweiten Schuh in der Gegend rumlaufen? Gibt’s es eigentlich ein Gesetz dafür, dass Schuhe “matched” sein müssen? Naja, beim derzeitigen Wetter sind sie eher “matscht”. Egal wo man hin tritt, ein Fuß hängt immer in der Suppe. Und kalt ist die. Moment mal, stimmt doch überhaupt nicht. Mittlerweile ist doch schon fast alles geschmolzen und der Himmel macht schwer auf Frühling. Sogar der kleine Schneemann auf unserem Balkon, den wir mit Mühe zusammengekloppt haben, der Le H. aber nicht wirklich interessiert hat, ist geschmolzen. Als er ihr in die Augen sah vielleicht, vielleicht auch als er, weil sie lauthals lachen musste, ihren Gaumenzapfen sah, verliebte er sich in sie, schmolz dahin, gab sich seiner Umgebung preis und änderte die Aggregatzustände wie ein Rennfahreridiot die Gänge und sagte leise: oje. Aber alles das ist Irrsinn, stimmt überhaupt nicht, ist nur erdacht und nur teilweise wahr oder nur zum Teil. Und teilen ist auch so eine Tugend für die Jugend. Sie stehen an der Straße, fluchend. Immerhin! Der graue Teppich ist mir zu Kopf gestiegen, ich merk’s. Mein viel zu großes Büro. Das Gesprächstischchen. Das Geprästischen. Das Greprässtichschen. So ein Zungenbrechen ist nix für alte Leute oder Arme. Die Reichen nicht bis zu den Knien. Uiuiui. Nicht schon wieder ein nichtssagendes Wortgebälk! Gebälk ist dem Fachwerk vorenthalten. Und wenn’s kein Fachwerk ist, ist’s ein Flachwerk. Aber auch das ist manchmal von hohem Wert. Verlust betroffen. Stopp jetzt!
Am 15. Januar 2010: Jan Seghers & Atilla Korap live in Herborn. Wahrscheinlich um acht Uhr.
Aber wor genau war das noch gleich?
Am 22. Janaur 2010: Spoons neues Album “Transference” erscheint.
So sind die Dinge. Und ich trinke gleich meinen zweiten Kaffe.
Komischer Traum. Treffen J. mit seinen beiden Kindern. Ich weiß nicht mal, ob er wirklich welche hat. Die Athmosphäre ist eigen. Keine Witze, keine Versuche, das Gewesene aufzuwärmen oder sonstwie Angst vor dem Jetzt zu zeigen. Und auch keine Bitterkeit.
Aber hier, in Echt, wo der Traum vorbei ist, fühlt es sich schmerzvoll an ihn nicht mal mehr einfach anrufen zu können. Selber Schuld. Stimmt. Also doch lieber die Schnauze halten.
Machen uns auf die Socken, den Parnassus zu sehen. Einigen uns auf: Und wenn schon Pathos. Terry Gilliam darf das vermutlich.
In der Harmonie sagen sie uns, dass er Montags nicht läuft. Gut. Ein Blick ins Kinoprogramm. Alternativen? Keine. Aber Avatar könnte man sich in 3D anschauen. Na gut, warum nicht. Also zurück zum Metropolis, Karte kaufen, Brillen abholen und hinsetzen. Die Geschichte von Avatar ist Schulbuchmäßig angelegt. Alle Wesen tauchen auf und werden mit einem kleinen Abenteuer eingeführt. Später kommen sie alle wieder und helfen. Der Rest ist wahnsinniger, computeranimierter Gigantismus. Und irgendwie schafft es der Film, dass man sich ständig bewusst macht, dass es Computeranimationen sind, die man sieht, obwohl alles perfekt aussieht. Aber will man das eigentlich?
Im Mai soll der neue Film von Wes Anderson in die Kinos kommen: “The Fantastic Mr. Fox” Irgendwie wirken die Bilder der beiden Trailer gleich sympathisch. Hier Nummer 1. Und Hier Nummer 2. Bis Mai ist aber noch eine Weile hin. Man kann sich die Zeit auch mit diesem Interview vertreiben.
Mondo Monda 1
Mondo Monda 2
Für Suni ein Album mit 12 Coverversionen eingespielt, abgemischt. Dachte eigentlich sie kennte die Lieder. Manche ja, manche nein.
Eben erhalte ich die Bestätigung von Matthias. Der “kleine Abend Glück” findet am 15. Januar in Herborn statt. Aber wo eigentlich?
Ab heute ist sie vorbei, die Elternzeit. Eine Schande eigentlich, dass ich mich darauf freue, nicht mehr das Gefühl haben zu müssen, man hielte mich für einen faulen Nichtstuer, weil ich meine Arbeitszeit auf 50% reduziert habe. Entweder ist meine überpräsente preußische Ader daran schuld, oder aber ich bin paranoid und misstraue den Menschen mit denen ich arbeite. Beides wäre zumindest seltsam.
Die Patti Smith DVD geschaut. Verwirrt von den vielen Gesichtern dieser Frau, die sie in den elf Jahren, über die gefilmt wurde, allein durch das Altern hat. Und die Selbstverständlichkeit, mit der sie existiert. Gleichzeitig aber alles mit teilweise skurrilen Ideen erklärt. Dann die Energie. Ungebändigt, unverkrampft, direkt und hart. Und im Film wirken selbst so Leute wie Michael Stipe oder Flea verkrampft neben ihr. “You’re filming this for 10 years?”, fragt Flea ungläubig. Ja, wo gibt’s das eigentlich noch?
Natürlich ist Camus heute vor 50 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Das ist kein Grund ihn zum “Philosophen der Stunde” zu erklären, wie Iris Radisch das in der Zeit getan hat.
Und, das will ich mal gesagt haben, lasst den Mann in Lourmarin!
Nicht vergessen!
Ich muss dir was sagen. Er war heute bei mir, hat mir erzählt, dass es ihn ankotzt deine Arbeit machen zu müssen. Und seien wir mal ehrlich! Deine Beförderung ist noch nicht mal ein Jahr her. Dass du troztdem in Elternzeit gehst und nur noch die Hälfte der Woche arbeitest, ist nicht richtig. Ich kann dich gut leiden, aber das muss ich dir sagen: Du nimmst dir ganz schön was raus. Was glaubst du eigentlich wer du bist?
Dienstag: Treffe ein paar junge Musiker. Dann Weihnachtsfeier der Suhrkampelf im Backstage. Bin total übermüdet, schreibe was total doofes und falsches auf Ulis Poster, komme nicht so richtig in die Gespräche. Fühl mich ungelenk. Doch die Athmosphäre ist freundlich und angenehm. Eine Schande, dass auch diese Gemeinschaft auseinandergerissen wird. Es wird diskutiert, was die in Frankfurt bleibenden wohl im neuen Jahr machen, wenn der Verlag umzieht. Ein Vorschlag lautet, man könnte sich einem 2-Personen-Verlag aus Wiesbaden anschließen, um weiterhin am Book-n-Ball Turnier teilnehmen zu können. Hoffentlich kann ich überhaupt mal wieder Fußball spielen, mit den Fuß. Dann kommt um kurz nach neun die SMS von C. “Please come home!”. Ich eile. Auf dem Weg ruft mich PL von Apple an. “Hey Atilla, how are you. I tried to call T.” “He has a new number! Now I own his old number.” ” I see. Is this an office number?” “Yes.” “Strange, it sounds like you are in car or something.” ” Oh, I redirected it to my mobile phone. Actually, you catched me in the city.” “Alright! Well, thank you then.” “No problem. You’re welcome! Have a good day! It was nice talking to you. And my mother and my father and both of my sisters, as well as all my friends, they all have similar feelings about this call. It’s perfect!”
Ein Brief von der Türkischen Behörde für militärische Belange (frei übersetzt). Mir wurde noch mal ein Aufschub für den Militärdienst bis zum 30.10.2011 gewährt. Da steht:
Sayin; ATILLA KORAP
ADLERFLYONSTRASSE …. FRANKFRUT/ALMANYA null/null
Gleichzeitig ein Schrieb vom Regierungspräsidium Darmstadt. Die wollen mir ein Aktenzeichen mitteilen und mir sagen, dass ich doch bitte alle Änderungen in meinem Leben unverzüglich mitteilen soll. Also, wenn ich zum Beispiel einem Verein oder einer Partei beitrete, den Job verliere oder meine Miete nicht zahle. Desweiteren ist dort festgestellt das mein Antrag jetzt offiziell gestartet ist und durch verschiedene andere Behörden geprüft wird. Erst wenn es von dort lauter OKs gibt wird die Durchführung der von mir gewünschten Änderung in Betracht gezogen, die notwendigen weiteren Schritte durchgeführt. Solange es aber von den Behörden keine Freigabe gibt, soll ich mich bitteschön entspannen und nicht alle zehn Minuten anrufen, um in Erfahrung zu bringen, wie der Stand der Dinge ist.
Was ich bei all dem denke?
Kafka!